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Sieg bei US-Vorwahlen: Der fromme Mr Santorum schlägt wieder zu

von Nils Rüdel Quelle: Handelsblatt Online

Die Vorwahlen der Republikaner sind um eine Anekdote reicher. In Mississippi und Alabama erzielten drei Kandidaten die gleichen Stimmanteile. Klarer Gewinner ist der fromme Rick Santorum. Favorit Romney ist sprachlos.

Die Schließung von Guantánamo 

Die USA zogen nach den Anschlägen vom 11. September in den „Krieg gegen den Terror“ – und verloren ihren moralischen Kompass. So wurde unter anderem der US-Navy-Stützpunkt Guantánamo Bay auf Kuba um ein Internierungslager erweitert, indem in Spitzenzeiten mehr als 1000 Insassen festgehalten wurden. Ohne Gerichtsverfahren, ohne ihre Rechte als Kriegsgefangene. 

Laut FBI-Bericht wurden Häftlinge und deren Angehörige bedroht, mit Schlafentzug mürbe gemacht und mit Koran-Schändungen provoziert. Und: Waterboarding, eine Verhörmethode, bei der der Eindruck des Ertränkens erzeugt wird, sei regelmäßig angewendet worden, so das FBI. 

„Wir werden Guantánamo schließen“, versprach Barack Obama im Wahlkampf 2007/2008.

Bild: dapd

Wieder sind zwei Schlachten geschlagen, und wieder ist das Rennen der Republikaner um die Präsidentschaftskandidatur ein Stück komplizierter geworden: Rick Santorum hat am Dienstag die parteiinternen Vorwahlen in den Südstaaten Mississippi und Alabama knapp gewonnen. Der fromme Ex-Senator brachte damit sowohl dem Favoriten, dem eher moderaten Geschäftsmann Mitt Romney, als auch dem konservativen Rivalen Newt Gingrich eine herbe Schlappe bei.  

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In Alabama kam Santorum nach Auszählung der meisten Stimmen auf 35 Prozent, Gingrich und Romney erzielten jeweils 30 Prozent. Abgeschlagener Vierter wurde Ron Paul mit lediglich 5 Prozent. Auch in Mississippi ging das Rennen knapp aus. Dort erhielt Santorum 33 Prozent der Stimmen. Für Gingrich stimmten 31 Prozent der Wähler, 30 waren für Romney. Paul kam hier lediglich auf 5 Prozent. Die Ergebnisse aus Hawaii und Amerikanisch Samoa standen noch aus. „Wir haben es mal wieder geschafft“, sagte Santorum am Abend bei einer Wahlveranstaltung im Bundesstaat Louisiana, in dem am 24. März abgestimmt wird. „Wir werden die Nominierung gewinnen“. Erst am vergangenen Wochenende hatte Santorum Kansas für sich entschieden.

In Mississippi und Alabama ging es um 90 Delegiertenstimmen für den Parteitag, die proportional verteilt werden. Um bei der National Convention im August zum Gegenkandidaten von Obama bei den Präsidentenwahlen im November aufgestellt zu werden, muss ein Bewerber mindestens 1144 Delegierte sammeln. Romney führt das Feld auch nach Mississippi und Alabama deutlich an. Laut einer Hochrechnung der „Washington Post“ hat er bislang 470 Stimmen gesammelt. Santorum kommt auf 238, Gingrich auf 124. Paul hat demnach 47.

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