Sinai-Halbinsel: Russisches Passagierflugzeug abgestürzt

Sinai-Halbinsel: Russisches Passagierflugzeug abgestürzt

, aktualisiert 31. Oktober 2015, 14:42 Uhr
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Bei der Unglücksmaschine soll es sich um den Flugezugtyp A-321 gehandelt haben.

Tragödie in Ägypten: Ein russischer Urlaubsflieger mit mehr als 200 Menschen an Bord stürzt über der Sinai-Halbinsel ab. Warum verschwand die Maschine kurz nach dem Start vom Radar?

Der Absturz einer russischen Passagiermaschine auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel hat am Samstag alle 224 Insassen in den Tod gerissen. Es gebe keine Überlebenden, teilten ägyptische Beamte mit. Das Flugzeug der Gesellschaft Metrojet war am frühen Morgen vom Badeort Scharm el-Scheich nach St. Petersburg gestartet und 23 Minuten später vom Radar verschwunden. Alle Opfer waren nach offiziellen Angaben Russen. Präsident Wladimir Putin schickte Experten zum Unglücksort und verhängte für Sonntag eine Staatstrauer.

Die Piloten hätten nach dem Start technische Probleme gemeldet und angekündigt, auf dem nächstgelegenen Flughafen zu landen, sagte Aiman al-Mukadem, Mitglied des ägyptischen Komitees für Zwischenfälle im Luftverkehr. Danach sei der Kontakt zu den Fluglotsen abgebrochen. In Scharm el-Scheich war der Flieger nach offiziellen Angaben noch erfolgreich technisch gewartet worden.

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Flugzeugunglücke der vergangenen Jahre

  • März 2015

    Eine Germanwings-Maschine zerschellt auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen. Alle 150 Menschen an Bord kommen dabei ums Leben. Der Copilot hatte den Ermittlern zufolge den Autopiloten so manipuliert, dass das Flugzeug vom Typ Airbus A320 abstürzte.

  • Dezember 2014

    Ein Airbus A320 der AirAsia stürzt auf dem Weg von Indonesien nach Singapur in die Javasee vor Borneo. Alle 162 Menschen an Bord kommen ums Leben.

  • Juli 2014

    Beim Absturz einer Passagiermaschine der Malaysia Airlines über der Ostukraine kommen alle 298 Insassen ums Leben. Eine niederländische Untersuchungskommission kommt zu dem Schluss, dass die Boeing 777 von einer Boden-Luft-Rakete abgeschossen wurde.

  • Juli 2014

    Beim Absturz eines Passagierflugzeugs in Mali sterben alle 116 Menschen an Bord, darunter vier Deutsche. Das Flugzeug vom Typ MD83 war von Ouagadougou (Burkina Faso) nach Algerien unterwegs.

  • März 2014

    Eine Boeing der Fluggesellschaft Malaysia Airlines auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking mit 239 Menschen an Bord verschwindet kurz nach dem Start vom Radar, MH370 wird zu einem der größten Rätsel der Luftfahrtgeschichte. Bisher wurde nur ein Wrackteil gefunden.

Wie die staatliche ägyptische Agentur Mena berichtete, hob das Flugzeug um 05.51 Uhr ab. An Bord waren nach offiziellen Angaben 217 Passagiere und sieben Besatzungsmitglieder. Die Maschine hatte demnach bereits ihre Reiseflughöhe von 36 000 Fuß erreicht, als der Kontakt zum Boden abbrach. Ermitter fanden die Trümmer des Fliegers in der Nähe von Al-Arisch ganz im Norden der Sinai-Halbinsel. An der Absturzstelle gefundene Leichen wiesen Verbrennungen auf, hieß es aus Ermittlerkreisen.

Scharm el-Scheich an der Südspitze der Halbinsel am Roten Meer ist ein beliebtes Urlaubsziel russischer Touristen. Insgesamt machen jährlich rund drei Millionen Russen Urlaub in Ägypten. Der Norden des Sinai, wo die Absturzstelle lag, hat sich allerdings zur Krisenregion entwickelt: Ägyptische Sicherheitskräfte bekämpfen dort islamistische Extremisten. Diese verfügen auch über Raketen, die allerdings nur niedrig fliegende Flugzeuge und Helikopter treffen könnten.

weitere Artikel

Luftverkehrsminister Hossam Kamal sagte, Ermittler seien an der Unfallstelle und suchten die Flugschreiber. Darüber hinaus eilten russische Experten unter Führung von Katastrophenschutzminister Wladimir Puschkow an den Unglücksort. Russische Staatsanwälte untersuchen nach eigenen Angaben, ob Sicherheitsbestimmungen verletzt wurden. Der ägyptische Ministerpräsident Scherif Ismail brach eine Inlandsreise ab und bildete einen Krisenstab.

Die US-Regierung sprach Russland und den Opfern der Katastrophe ihr Beileid aus. Außenminister John Kerry sagte, man kenne noch nicht alle Einzelheiten, doch deute alles auf eine große Tragödie.

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