Sparpaket: Italien schnallt den Gürtel enger

Sparpaket: Italien schnallt den Gürtel enger

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Der italienische Premierminister Silvio Berlusconi

Italien überrascht die Eurozone: Mit einem Sparpaket, das deutlich höher ausfällt als zunächst angekündigt, wollen die Südeuropäer ihre Schuldenkrise in den Griff bekommen. Die Zeit drängt.

Disziplin, Ehrgeiz und Sparsamkeit: Italien überrascht Europa mit Charaktereigenschaften, die den Südeuropäern bisher nicht zugetraut wurden. Das Parlament in Rom stimmte einem Sparprogramm zu, das deutlich höher ausfällt als zunächst angekündigt. Bis 2014 will Italien  rund 79 Milliarden Euro einsparen. In ersten Entwürfen waren nur 40 bzw. 47 Milliarden Euro vorgesehen.

Das Parlament billigte das Sparpaket „in Rekordzeit“, wie italienische Medien beeindruckt kommentierten. Dabei hatte der unter Druck geratene italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi die Abstimmung mit der Vertrauensfrage verknüpft. Die Opposition verzichtete auf ein Signal gegen den Premier, sie ließ das Gesetzespaket passieren. Zu groß war die Sorge der Parlamentarier, Italien können in den Schuldensog gezogen werden.

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Italien zahlt Rekordzinsen

Italien hat nach Griechenland den höchsten Schuldenstand im Euro-Raum. Die Südeuropäer schieben einen Schuldenberg in Höhe von 1,8 Billionen Euro vor sich her, das sind mehr als 120 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP). Die Euro-Partner, aber auch Investoren verlieren das Vertrauen in Italien. Die Folge: Für das Land wird es immer teurer, sich Geld zu besorgen. Italien muss für die Aufnahme neuer Kredite bis zu 5,9 Prozent an Zinsen zahlen – so viele wie noch nie seit Einführung des Euro.

Nun die Kehrtwende: Bereits im laufenden Jahr will Italien drei Milliarden Euro einsparen. 2012 sollen es sechs Milliarden sein, 2013 gar 25 Milliarden. Für 2014 sind Einsparungen in Höhe von 45 Milliarden Euro vorgesehen. Geplant sind dabei sowohl Gebührenerhöhungen als auch Streichungen von Steuervergünstigungen und staatlichen Leistungen. „Ich würde den Italienern gerne das geben, was ich ihnen versprochen habe, nämlich Steuersenkungen“, sagte Berlusconi laut italienische Medien. „Aber die Zeiten sind schwierig und das ist im Moment nicht möglich.“

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