
Vor allem seit den Unruhen in Tibet 2008 und in der Uigurenregion Xinjiang im vergangenen Jahr weht in China wieder ein eisiger politischer Wind, denn die Kommunistische Partei sieht offenbar ihre Machtposition gefährdet. Von möglichen politischen Reformen ist keine Rede mehr. Damit dürfte sich auch die Kontrolle des Internet in nächster Zeit weiter verschärfen. Folgt Google den immer strengeren Auflagen der Regierung, könnte das Unternehmen im Westen irgendwann an Glaubwürdigkeit verlieren.
Auf das Gesamtgeschäft von Google hätte ein Rückzug hingegen kaum Auswirkungen. Analysten schätzen den Umsatzanteil aus China auf nur wenige Prozentpunkte. 2008 erwirtschaftete der Konzern einen Gesamtumsatz von 22 Milliarden US-Dollar. Dass sich dies auf absehbare Zeit ändert ist kaum zu abwarten, denn die Regierung fördert nach Kräften das chinesische Portal Baidu, mit großem Abstand Marktführer im Reich der Mitte.
Viel Zustimmung für Rückzugsdrohung
Ausländische Internetexperten begrüßen die Überlegungen der Amerikaner. „Ich denke es ist ein richtiger und ein brillanter Schritt“, sagt Jonathan Zittrain, Rechtsexperte am Berkman Center for Internet & Society. Rebecca MacKinnon, Expertin für das chinesische Internet, sagt, Google sei in den vergangenen Monaten wiederholt unter Druck gesetzt worden. Mit seinen Aktivitäten in China gefährde der Konzern möglicherweise chinesische Internetnutzer. Wenn sich Google nicht in ein chinesisches Unternehmen wandele, habe es keine Chance zu gewinnen, so MacKinnon. „Die Firma hat ein Machtwort gesprochen und gesagt ‚Genug ist genug‘.“














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Alle Kommentare lesen29.03.2010, 22:01 UhrAnonymer Benutzer: nolan123
Google ist eine Datenkrake, die sich leider ungehemmt verbreitet. Die Philosophie heisst ausspähen, bis auch das letzte Hemd vermarktet werden kann. Hinzu kommt der Zugriff der USA auf deren Datenbestände und dies lehne ich kategorisch ab...
Diese Kriegskultur erhält durch Google nur noch weitere Freiräume, ich bin froh, dass China dagegenhält...
15.01.2010, 09:15 UhrAnonymer Benutzer: Observer
Der Schritt ist konsequent und zeigt, dass Google noch ein inhabergeführtes Unternehmen geblieben ist.
Der typische Konzern mit feigen Top-Angestellten, die bei 0,5% Umsatzminus schon jegliche Ehre und Stolz vermissen lassen, würde sich jedem Diktat beugen.
Die Entscheidung ist auch konsequent, weil Google eine Software für alle macht und nicht jedem Land oder Regime ein Extrawürstchen braten kann. Google hat Grosses vor und das wird nur gehen, wenn die Nutzer Google absolut vertrauen.
Wenn Google sich kurzfristig denkend dem faschistoiden Umsatzkalkül anstatt ihren Werten unterwürfe, wäre die Langfriststrategie gefährdet.
Google wird durch die Entscheidung viel gewinnen. Jedes chinesische Talent, dass das Land in Richtung USA verlässt, hat das Zeug Google die oder eine weitere innovation zu bringen, die das Unternehmen nahezu unschlagbar gemacht hat.
14.01.2010, 14:59 UhrAnonymer Benutzer: Peter Müller
mehr info siehe
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,671679,00.html