Staatsgipfel: China strebt nach neuen Technologien

Staatsgipfel: China strebt nach neuen Technologien

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Gute gelaunt: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao.

von Christian Ramthun

Das chinesische Kabinett ist zu Gast in Deutschland. Mit dabei: 230 Unternehmer aus der Reich der Mitte. Sie streben nach neuen Technologien. Deutsche Unternehmen könnten davon profitieren.

Zum ersten Mal in seiner 5000 jährigen Geschichte tagt das chinesische Kabinett im Ausland – in Berlin zusammen mit der Bundesregierung. Die beiden großen Industrieländer arbeiten noch enger zusammen.

Mit 13 Ministern ist der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao nach Deutschland gekommen. Plus 230 Unternehmer aus dem Reich der Mitte. Auf der anderen Seite ist das halbe Bundeskabinett angetreten, und Hunderte deutsche Geschäftsleute sind ebenfalls dabei. Es ist ein Treffen der inzwischen zweitgrößten mit der noch viertgrößten Wirtschaftsmacht. Beide Länder freuen sich über eine florierende Ökonomie, in China wächst das Bruttoinlandsprodukt seit Jahren mit neun bis zehn Prozent, in Deutschland dürften 2011 wie 2010 gute drei Prozent drin sein. Vor allem brummt auch der bilaterale Handel, er stieg 2010 um 20 Prozent auf 130 Milliarden Euro und dürfte in diesem Jahr einen neuen Rekordwert erreichen.

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Gespräche zwischen alten Bekannten

Die deutsch-chinesischen Gespräche finden zwischen alten Bekannten statt. Oder wie Wen Jiabao sagt: „Nach 40 Jahren kennt man sich, da gibt es keine bösen Überraschungen.“ So liegt der Hauptzweck darin, die Beziehungen weiter auszubauen. Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht von der Wirtschaft als „wichtigstem Pfeiler in der deutsch-chinesischen Brücke“ – fast schon ein fernöstliches Bild. Allerdings sind auch die Probleme altbekannt. Deutsche Unternehmen beklagen einen mangelnden Schutz ihres geistigen Eigentums, wünschen mehr Investitionssicherheit und weniger Diskriminierung gegenüber chinesischen Unternehmen. Traditionell stehen hier die Chinesen auf der Bremse – Handel und Investitionen fluppen ja auch so.

Nicht mehr die Rolle des Billiglöhners

Interessant ist, dass China inzwischen nach neuen Technologien strebt, angefangen von sauberen Umwelttechniken bis zum Gesundheitsbereich. Bei der Elektromobilität wollen beide Regierungen eine gemeinsame Plattform entwickeln, hier spielt China längst nicht mehr die Rolle des Billiglöhners. Peking bringt sich immer mehr als gleichberechtigter und selbstbewusster Partner ein; Devisenreserven von gut drei Millionen US-Dollar geben dem Land zusätzliches Gewicht, inzwischen wird China sogar ein substanzieller Beitrag zur Rettung Griechenlands zugetraut.

Wer das vor 20 Jahren vorhergesagt hätte, wäre als Phantast verspottet worden. Dabei ist China nur dabei, sich wieder auf seinen historisch angestammten Platz zu bewegen. Und Deutschland kann dabei genauso helfen wie profitieren. Das gilt auch für das sensible Thema der Menschen- und Bürgerrechte. Aber auch hier war China schon einmal weltweit führend, nämlich zur Zeit der Tang-Dynastie, die zwar schon gut 1000 Jahre zurückliegt, aber unter Historikern noch immer als das goldene Zeitalter der Menschheit gilt.

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