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Staatsschulden: Sparpotenzial der Bundesregierung

Viele Milliarden Euro lassen sich im Bundeshaushalt einsparen, wenn man dem Rat der Experten folgt. Die Konsolidierung scheitert nicht an den Möglichkeiten, sondern am politischen Mut.

Atomkraft

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Atomkraftwerke. Mit einer Quelle: dpa
Atomkraftwerke. Mit einer Laufzeit verlängerung würde die Bundesregierung 3 Milliarden Euro gewinnen. Quelle: dpa

An einer Geldquelle bohrt die Bundesregierung schon lautstark und energisch. Die heiß diskutierte Verlängerung der Laufzeit deutscher Kernkraftwerke könnte dem Staat erhebliche Mehreinnahmen bringen. Da sind zum einen die zusätzlich anfallenden Gewinne. Bislang neigt die schwarz-gelbe Koalition dazu, etwa die Hälfte davon einzukassieren – beispielsweise für die weitere Erforschung der erneuerbaren Energien.

Der Staat könnte aber auch die gesamten Laufzeit-Gewinne für den Etat abschöpfen. Studien gehen von 80 bis 200 Milliarden Euro bis zum Jahr 2050 aus, falls die Anlagen 60 Jahre lang am Netz bleiben. Das Institut für Energiewirtschaft an der Universität Stuttgart hat allein 64 Milliarden Euro bis 2030 ermittelt. Pro Jahr ergibt das etwa drei Milliarden Euro.

Durch den weit weniger erforderlichen Erwerb von CO2-Zertifikaten sinken gleichzeitig die Stromkosten für Industrie und Privathaushalte. Die Größenordnung dürfte zwischen vier und acht Milliarden Euro liegen, die bei den Verbrauchern verbleiben sollten.

Der Staat profitiert trotzdem – vom so ausgelösten Wirtschaftswachstum. Bis zum Jahr 2030 steigt das Bruttoinlandsprodukt um zusätzliche 250 Milliarden Euro, im Schnitt also jährlich um zwölf Milliarden Euro. Bei einer Steuerquote von 22 Prozent landen davon 2,5 Milliarden Euro in den Kassen von Bund, Ländern und Kommunen.

Auf der Ausgabenseite könnte der Staat vor allem bei der Steinkohlenförderung knausern. Ein schneller Ausstieg zum Jahr 2012 erspart dem Bund sowie den Bergbauländern NRW und Saarland Kohlesubventionen in Höhe von etwa zwei Milliarden Euro pro Jahr. Überließe der Staat die Energieforschung den Herstellern und Stromversorgern, würde eine weitere knappe Milliarde frei.

Autobahn

Frank Schmid
Frank Schmid ist Verkehrsberater und Geschäftsführer Schmid Mobility Solutions

 Um große Einsparpotenziale im Verkehrsetat aufzuspüren, muss man nicht in die Ferne schweifen. Eine Lösung liegt nah – bei der Bahn. Ähnlich dem Erhalt des Schienennetzes brauchen wir auch für die Bestandserhaltung der Autobahnen eine Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung (LuFV). Der Bund würde in Zukunft mit den Ländern einen Vertrag über fünf Jahre schließen. Dabei bestellt er eine bestimmte Qualität des Autobahnnetzes zu einem festzulegenden Quadratmeterpreis. Einen finanziellen Aufschlag gäbe es nur für Strecken mit hohem Schwerlastverkehr. Erhalt und Bau des Netzes blieben bei den Ländern. Der Unterschied: Aus Verwaltung würde endlich Verantwortung.

Die Länder könnten selbst entscheiden, ob sie weiter in Eigenregie bauen wollen, mit anderen Ländern kooperieren oder Bauvorhaben an Private weiterreichen. Entscheidend ist, dass wir endlich aus dem jährlichen Korsett der Kameralistik ausbrechen, Transparenz herstellen und zum optimalen Zeitpunkt investieren. Alleine dank effizienterer Erhaltung und Betrieb könnten rund 600 Millionen Euro pro Jahr gespart werden. Damit wäre es möglich, 80 bis 90 Kilometer Ausbau zu finanzieren und die Stauquellen um 25 bis 35 Prozent zu reduzieren. Durch eine schlankere Verwaltung auf allen Ebenen könnten noch einmal 600 Millionen herausgeholt werden – zusammen 1,2 Milliarden Euro.

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52 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 03.06.2010, 09:00 UhrAnonymer Benutzer: Schau mal an...

    Diese berliner bande von Hinterbänklern und Pennern wird immer unerträglicher. Mich würd's nicht wundern wenn die den Soli noch erhöhen.
    Aus Deutschland hat man ein "Tax & Fee Country" gemacht, und wir haben es zugelassen.

  • 02.06.2010, 16:20 UhrAnonymer Benutzer: nicolo

    @Hägar Schmidt (zum letzten)

    Geht's noch?! "Sparen Sie (schreibt man groß...)" ???? Schon wieder falsch gelesen (können Sie gerne nachprüfen)!! Woran liegt das bei ihnen nur?! im Übrigen fängt ein Satz mit Großschreibung an ("die grünen...")! Wenn Sie mal valide Zahlen interessieren sollte, können Sie sie hier auf der Seite des bMU
    "http://www.erneuerbare-energien.de/inhalt/45801/45802/"
    finden!

  • 02.06.2010, 14:44 UhrAnonymer Benutzer: Fliegender Frosch

    Leute beruhigt Euch. Richtig sparen kann die Politik eben nicht. Das ist ein Naturgesetz. Schon Wilhelm busch wusste: "Klettert der Frosch auf den baum, lernt er dadurch das Fliegen kaum". Unsere Politfrösche kündigen gerade eben erst mal an, dass sie demnächst zum Fliegen auf den baum klettern werden. Wenn sie es wirklich wagen und sogar den Absprung riskieren sollten, dann wird es eine bruchlandung werden und den Schaden werden die bürger mit umso höheren Steuern und Abgaben bezahlen müssen. Da ist es doch besser, die Politfrösche bleiben im Teich, quaken unverdrossen weiter und die bürger füllen den Teich eben mit noch mehr Wasser als bisher.

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