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Staatsschulden: Weidmann zieht Griechen-Pleite in Betracht

von Reuters Quelle: Handelsblatt Online

Bundesbank-Chef Weidmann gilt als Vertreter eines harten Kurses. Doch auch er schließt einen Schuldenschnitt für Griechenland nicht mehr aus. Haftungsrisiken immer weiter auszudehnen, könne nicht die Lösung sein.

Der Präsident der Deutschen Bundesbank, Jens Weidmann. Quelle: handelsblatt.com
Der Präsident der Deutschen Bundesbank, Jens Weidmann. Quelle: handelsblatt.com

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hält eine Staatspleite Griechenlands in absehbarer Zeit offenbar nicht mehr für undenkbar. Ein Schuldenschnitt „kann nicht ausgeschlossen werden“, sagte Weidmann der „Bild“-Zeitung (Donnerstagausgabe) laut Vorabbericht.

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Griechenland müsse seine Probleme selbst in den Griff kriegen. Es sei deshalb wichtig, dass die Regierung in Athen das Übel an der Wurzel packe: „Griechenland muss seinen Staatssektor in den Griff bekommen und seine Wirtschaft wettbewerbsfähig machen.“ Ein Schuldenschnitt dürfe nicht zum attraktiven Ausweg aus den Problemen werden. „Sonst wird kein Vertrauen mehr in die Staatsanleihen gefährdeter Länder zurückkehren“, warnte der frühere Wirtschaftsberater von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Die aus Experten von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) bestehende sogenannte Troika hatte am Dienstag den Weg für die sechste Hilfstrance für Griechenland geebnet.

Die europäischen Länder rief Weidmann vor dem Hintergrund der immer mehr um sich greifenden Krise auf, den Rettungsschirm EFSF nicht immer weiter auszudehnen: „Einfach immer weiter die Haftungsrisiken auszudehnen oder hochzuhebeln, kann nicht die Lösung sein.“ Stattdessen müssten die richtigen Lehren aus der Krise gezogen werden, um ein stabiles Fundament für die Währungsunion sicherzustellen.

Weidmann ist im EZB-Rat Vertreter eines relativ harten Kurses. Er ist zusammen mit dem scheidenden deutschen Chefvolkswirt der Notenbank, Jürgen Stark, prominentester Gegner der Staatsanleihenkäufe der EZB. Weidmanns Vorgänger Axel Weber und Stark zogen beziehungsweise ziehen sich wegen des Streits um das Ankaufprogramm aus der EZB zurück. Weidmann hält die Käufe, die sich mittlerweile auf mehr als 160 Milliarden Euro summieren, für hochriskant.

Der Euro-Rettungsschirm EFSF soll wegen der Schuldenkrise in immer mehr Ländern bald auf 440 Milliarden Euro hochgefahren werden. Am Dienstagabend scheiterte der Vorschlag allerdings vorerst im slowakischen Parlament in Bratislava, da einer Erweiterung des EFSF alle 17 Euro-Staaten zustimmen müssen. Die Regierungen denken zudem derzeit laut über eine sogenannte Hebelung des EFSF durch die Mobilisierung von Fremdkapital nach, damit dieser mehr Finanzmittel zur Verfügung hat.

Der scheidende EZB-Präsident Jean-Claude Trichet und andere prominente Notenbanker hatten zuletzt erklärt, die EZB stehe für eine Hebelung des EFSF nicht zur Verfügung. Die Staaten müssten dies selbst tun und die daraus entstehenden Risiken tragen.

6 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 24.10.2011, 17:33 Uhrwhetetumhon

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  • 12.10.2011, 22:32 Uhrbeobachter

    @ Cartman

    Rösler wurde schon wegen des inhalts gesteinigt, nicht wegen des "Timings". Wenn die Rösler-Äusserung stat von Herrn Rösler von Herrn Weidmann gekommen wäre, wäre die Reaktion mit Sicherheit eine andere gewesen. insofern ging es wohl eher um den journalistischen Volkssport "FDP-bashing" als um die Sache. (ihre bezeichnung als "Fipsi" läuft in die selbe Richtung.) Wenn die Sache überhaupt nicht mehr im Mittelpunkt steht, finde ich das sehr bedenklich.

    Und was die pot. investoren anbetrifft: Es ist doch seit langem klar, dass ein Schuldenschnitt kommen muss. Von daher würde wohl kaum ein verantwortungsbewusster Unternehme investieren, bevor nicht wenigstens ansatzweise klare Verhältnisse herrschen; egal was ein deutscher Wirtschaftsminister sagt. Von daher läuft auch dieses Argument ins Leere.

  • 12.10.2011, 20:41 UhrPARTY auf der TITANIC!

    banken sitzen auf 30 biLL. EUR eigener AKTiVA, haben vom EU-"Steuerzahler" laut barroso 4,6 biLLiONEN bekommen, sichern sich weiter gegen eigene insolvenzabwicklung dreist mit "too-big/connected/under capitalized-to-fail" durch 1-2% reales Eigenkapital und Geiselhaft des Spar-/Kreditteils ab, schütten trotzdem hunderte Mrd Dividenden und boni entspannt aus..

    ..und werden nun wieder "alternativlos" mit Merkels und Asmussens Ochsentour "unbegrenzt" mit virtueller Steuerzahlerkohle noch ungeborener Generationen "rekapitalisiert" statt ihnen marktwirtschaftlich bei Marktaustritt zu winken!
    Wo deren Rente jetzt schon zu 2/3 aus heißer Luft besteht und bRD in 40 Jahren von 2100+7000 Mrd eigener Schulden NiE EiNEN CENT je zurückbezahlt hat, sondern 100 Mio Euro ZiNSEN TÄGLiCH bezahlt!
    Und wo Abzahlung o.g. 9100 Mrd durch "vorbildhafte Schuldenbremse" (10 Mrd p.a.) linear ohne Zinsen so 900 Jahre dauern würde!

    Also bloß keine falsche bescheidenheit!
    Wie CDU/CSU/FDP/SPD/GRÜNE schon sagten, jetzt schnell zünftige Party solidarischer Gleichschaltung zur EUdSSR mittels "in der Schlagkraft" unbegrenzt über EZb-Geldmengenausweitung gestärkter Rettungs-Faszilitäten!
    "Hubschrauber"-Jean-Claude kriegt sowieso bald fürs brave "quantitative easing" von USA wie schon US-gefällige DSK-Erbin Lagarde Zuschlag für Weltbankchefposten!
    Und Goldman-Draghi wird keiner den "Stabilitätsfanatiker" bei EZb abkaufen!

    "Also Großmutter, wieso hast Du so große Ohren"?!
    (übersetzt: "EZb fährt Anleihekäufe wg. der nun total konsolidierten Lage der PiiGS zurück!" :)

    bei seit 2007 durch politische EZb-Vergewaltigung bei EZb-Eigenkapital von gerade 10 Mrd Euro an EU-banken rausgerückten 4.600 Mrd und der absoluten synchronen Überschuldung der Welt wird keiner am globalen Währungsschnitt mehr umhin kommen, spätestens wenn noch bald Chinas inflationsblase, weltweite Anleiheblase von 100 biO$ und CDS-blase von 1 biLLiARDE $ platzt!

    Also, PARTY auf der Titanic!

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