Standard & Poor’s: USA verlieren ihr Top-Rating

Standard & Poor’s: USA verlieren ihr Top-Rating

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U.S. hundert Dollar Noten

von Angela Hennersdorf

Die schlechten Nachrichten für US-Präsident Barack Obama reißen nicht ab. Die Ratingagentur Standard & Poor’s hat wie angekündigt und von den Märkten befürchtet die langfristige Kreditwürdigkeit Amerika gesenkt.

Die Ratingagentur Standard & Poor's stufte die Kreditwürdigkeit der weltweit größten Volkswirtschaft auf die Stufe AA+ herab und entzog dem Land damit die Spitzenbonität AAA.

Den Ausblick für die USA bewertet die Agentur mit negativ – das hat zur Folge, dass dem Land in den nächsten Monaten eine weitere Herabstufung droht. Die Sparpläne der USA reichten angesichts der hohen Verschuldung der USA nicht aus, begründete die Agentur ihre Entscheidung.  Zudem sei es zweifelhaft, dass sich der US-Kongress in dem neuen Komitee aus Demokraten und Repbulikanern auf zusätzliche Einsparungen einigen könne.

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Die Ratingagentur hatte von der US-Regierung Haushaltskürzungen in Höhe von mindestens vier Billionen Dollar angesichts der hohen Veschuldung des Landes gefordert. Geeinigt hatten sich Republikaner und Demokraten aber zunächst nur auf Sparpläne in Höhe von 2,1 Billionen Dollar. Die zwei weiteren großen Ratingagenturen Moody's und Fitch hatten an der Top-Kreditwürdigkeit der USA nach der Eingung, die Schuldenobergrenze der USA zu erhöhen und zu sparen, festgehalten.

Aus dem Weißen Haus in Washington gab es zunächst widersprüchliche Reaktionen. Die US-Regierung, so hieß es, sei der Ansicht, die Analyse der Agentur weise eklatante Fehler auf, die Ratingagentur habe sich verrechnet.

Die USA verlieren damit zum ersten Mal ihre Bestnote AAA. Mit der Herabstufung werden US-Staatsanleihen, die bisher als die weltweit sicherste Geldanlage galten, niedriger bewertet als Anleihen von Ländern wie Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Kanada. Für Präsident Barack Obama sind das wahrlich keine guten Nachrichten. Die Turbulenzen auf den Finanzmärkten können nun noch mehr zunehmen.

Bereits in den vergangenen Tagen sind die wichtigen Leitbörsen abgestürtzt. An den Börsen wächst die Furcht, dass die Schuldenkrisen in Europa und den USA zu einer neuen weltweiten Rezession führen. Die italienische Regierung wolle sich nun darum bemühen, einen ausgeglichen Haushalt in der Verfassung festzuschreiben. Es wird befürchtet, dass nach Irland, Portugal und Griechenland auch Italien wegen seiner Schulden Finanzhilfen benötigt.

Schon vor der Entscheidung der Ratingagentur liefen am Freitag nachmittag  die Telefondrähte von Washington nach Berlin und Paris und zwischen London, Berlin und Paris heiß.

US-Präsident Obama stimmte sich mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Staatschef Nicolas Sarkozy über ein weiteres Vorgehen ab. Beim Thema Eurokrise habe Obama die Notwendigkeit betont, dass die Beschlüsse des jüngsten EU-Gipfels vom 21. Juli umgesetzt werden. Außerdem habe er die politische Führung Merkels und Sarkozys gelobt, teilte das Weiße Haus am Freitag mit. Einzelheiten der Gespräche wurden allerdings nicht genannt.Nach der Entscheidung der Ratingagentur Standard & Poor'S wird nun die nächste Zinssitzung der US-Notenbank Fed am kommenden Dienstag mit noch größerer Spannung erwartet. Diskutiert wird, ob Fed-Chef Ben Bernanke weitere Milliarden an Stimuli für die US-Wirtschaft bereit stellen wird oder eher nicht.

Der Dax konnte seine Verluste am Freitagnachmittag nach besser als erwartet ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten nur kurze Zeit etwas eindämmen und schloss knapp 2,8 Prozent schwächer. Er blieb damit den achten Tag in Folge im Minus und verlor inzwischen seine gesamten Jahresgewinne. Die europäischen Börsen boten das gleiche Bild. Zuvor waren Dow Jones und Nikkei eingebrochen.

Achterbahnfahrt an den Börsen

In New York zeigte sich der Dow Jones am Freitag ebenfalls schwach. Nach dem massivsten Kursrutsch seit zwei Jahren konnte sich der US-Leitindex mit 0,54 Prozent auf 11 444,61 Punkte ins Plus retten. Zuvor hatten sich Gewinne und Verluste mehrfach abgewechselt. Im Laufe der Woche hat der Index aber dennoch fast 6 Prozent an Wert eingebüßt.  Der S&P 500 dagegen schloss knapp mit 0,06 Prozent im Minus bei 1199,38 Punkten und machte damit seine schwächste Handelswoche seit November 2008 komplett. Noch deutlicher abwärts ging es für die Technologieaktien an der Nasdaq. Der Composite Index verlor 0,94 Prozent auf 2532,41 Punkte und der Auswahlindex Nasdaq 100 sank um 0,58 Prozent auf 2194,38 Punkte. Ökonomen und Volkswirte halten die panikartigen Verkäufe an den Börsen teilweise für übertrieben und kritisieren ein „Herdenverhalten“. Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise sagte, die Sichtweise der Märkte werde sich  in den nächsten Wochen wieder ausbalancieren.Die italienische Regierung will angesichts des anhaltend massiven Drucks der  Finanzmärkte bei der Sanierung der Staatsfinanzen aufs Tempo drücken. Berlusconi kündigte an, der bis 2014 geplante ausgeglichene Haushalt des Landes solle möglichst schon 2013 erreicht werden und zudem in der Verfassung festgeschrieben werden.

Zuvor war in Rom bekannt geworden, dass die zuständigen Kommissionen des Abgeordnetenhauses bereits in der kommenden Woche - trotz der Ferienzeit auch des Parlaments - in die Diskussion über den angestrebten ausgeglichen Etat des höchstverschuldeten Landes einsteigen sollen.

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