Stephans Spitzen: Deutschland zieht in den Krieg und keiner muckt auf

ThemaNaher Osten

kolumneStephans Spitzen: Deutschland zieht in den Krieg und keiner muckt auf

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Deutsche Tornados werden künftig Aufklärungsmissionen über dem syrischen Luftraum fliegen.

Kolumne von Cora Stephan

Was soll in Syrien mit militärischen Mitteln erzwungen werden? Wie lautet die Exit-Strategie für die Bundeswehr? Es gibt viele offene Fragen zum deutschen Kriegseinsatz. Und keinerlei Debatte – leider. Eine Kolumne.

Ich bin keine Pazifistin – und genau deshalb ist mir das moralische Argument für militärische Aktionen suspekt. Moral ist die ultima ratio in einer Demokratie, in der die Menschen von der Notwendigkeit zum militärischen Handeln überzeugt werden müssen, was stets schwierig war und fast unmöglich geworden ist in einer älter werdenden Gesellschaft, die schon deshalb friedlich gesonnen ist, weil sie die wenigen jungen Männer, die sie noch hat, nicht für Volk und Vaterland opfern will. Und erst recht nicht für fremde Zwecke, Ziele und Interessen.

Man muss die Bürger schon an ihren höchsten Werten packen, insbesondere die durch Schaden friedlich gewordenen Deutschen, um sie zur Zustimmung zu bewegen – der damalige Außenminister Joschka Fischer überredete sie zum Abenteuer im Kosovo, indem er sie an die deutsche Pflicht erinnerte, ein neues Auschwitz zu verhindern. Das überzeugte weniger die Militärs als ausgerechnet die Friedfertigen, die sich mit militärischen Fragen nicht beschäftigen müssen, die da heißen: mit welchem Auftrag gehen wir rein, was hat der Auftrag mit der Aufgabe zu tun, „Deutschland und seine Bürger und Bürgerinnen“ zu schützen – und wie kommen wir aus dem Schlamassel wieder heraus.

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Die militärische Ratio hegt das Geschehen ein – die Moralisierung des Krieges aber entfesselt ihn.

Nach dem militärischen Sinn oder Unsinn der Präsenz der Bundeswehr in Syrien fragt hierzulande kaum einer. Doch wenigstens die Funktionalisierung von Auschwitz blieb uns diesmal erspart. Der Öffentlichkeit genügt anscheinend die Forderung nach Solidarität mit Frankreich, das sich nach den jüngsten Terrorangriffen in Paris zur Wehr setzen müsse (als ob die Geschichte nicht auch die Erfahrung bereithielte, dass gutgemeinte Solidarität, etwa die des Deutschen Reichs mit k.u.k. Österreich im Jahre 1918, schon mal in die Katastrophe führen kann).

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Und so schickt Deutschland ohne große Anteilnahme seiner Bürger Gerät und Menschen in ein unübersichtliches Geschehen – und mich beschleicht das Gefühl, einer Operettenkostümprobe zuzusehen. Schon der französische Präsident Francois Hollande, eine lahme Ente, wie sie im Buch steht, versuchte sich wenig glaubhaft in der Rolle des großen Kriegsherrn, eine Inszenierung, die ihm die jüngsten Regionalwahlen gründlich verdarben, die ausgerechnet zwei Frauen vom Front National aufs Schild hoben.

Die deutsche Statistenrolle ist noch eine Drehung lächerlicher, obzwar das Land mehr als einen Grund hat, den Brand im Nahen Osten zu löschen zu wollen. Immerhin sieht es sich in der Pflicht, vor allem Flüchtlinge aus Syrien aufzunehmen, von denen man annimmt, dass sie vor Syriens Diktator Assad fliehen. Wen will man also in Syrien bekämpfen? IS? Assad? (Und warum tun das die vielen jungen Syrer nicht, die nun in Deutschland abwarten, wie sich die Dinge entwickeln?)

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25 Kommentare zu Stephans Spitzen: Deutschland zieht in den Krieg und keiner muckt auf

  • Bei dieser Murksel....

    ...keine Überraschung!

    Deutschland ist unter dieser Regierung nur noch ein Desaster!

  • Herr Stoiber, Sie haben es kurz und treffend ausgedrückt. Zu den ganzen Mißständen und Fehlentscheidungen in und für Deutschland könnte man Romane schreiben.

  • ,,,und Keiner muckt auf!"
    Schon wieder eine Medienlüge!
    Jeder Deutsche hat gem. Art.20,Abs.4 des Grundgesetzes das Recht zum Widerstand! Dieser könnte so aussehen, dass man ab sofort keine Steuern mehr zahlt, mit denen Kriege finanziert und ausgeführt werden und somit der Gesellschaft nicht mehr zur Verfügung stehen.
    Demzufolge hätte jeder Deutsche auch das Recht, sich gegen illegale, nicht registrierte Einwanderer zu wehren, indem er die Mittel sperrt, welche zur Finanzierung derer missbraucht werden!
    Meiner Ansicht nach haben wir sogar die Pflicht zum Widerstand:

    „Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht“, ermahnte
    schon Bertolt Brecht die Deutschen, und der englische
    Staatsphilosoph Thomas Hobbes sprach von dem ,,unauflöslichen Zusammenhang zwischen Schutz und Gehorsam".

    ,,Die Bundesregierung, die das deutsche Volk nicht nur nicht schützt, sondern verrät und seine Beseitigung aktiv fördert, jedenfalls sehenden Auges hinnimmt, verdient keinen Gehorsam, sondern den entschlossenen Widerstand des freien Bürgers".

    Wo ist er, der freie Bürger? Dies ist ne Denkaufgabe!

    Quelle:
    ,,Eine juristische Orientierungshilfe zum politischen Widerstand der deutsche" von Rechtsanwalt Dr. Dr. Thor v. Waldstein

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