Steuerabkommen: Schweizer Banken bremsen Auszahlungen an Deutsche

Steuerabkommen: Schweizer Banken bremsen Auszahlungen an Deutsche

von Christof Schürmann

Schweizer Banken sollen hohe Auszahlungen an deutsche Kapitalanleger restriktiv behandeln. Die Institute warten auf das Doppelbeteuerungsabkommen mit Deutschland.

Deutsche Anleger könnten Probleme bekommen, wenn sie bei Schweizer Banken Auszahlungen aus ihren Kapitalanlagen einfordern, heißt es aus der Schweizer Finanzbranche. Offiziell wollte sich dazu niemand äußern. Ein hochrangiger Vermögensmanager einer Niederlassung einer US-Investmentbank in Genf versichert allerdings: „Die Gelder werden formal geblockt.“ Hintergrund sind die laufenden Verhandlungen zwischen Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und seinem Schweizer Kollegen Heinz-Rudolf Merz über ein neues Doppelbesteuerungsabkommen.

Schäuble will darin erneut eine Amnestie für Schwarzgeldbesitzer erlassen. Wer sie nutzen will, soll dem Vernehmen nach eine Steuer von bis zu 30 Prozent auf einen fiktiven Vermögenswert zu einem noch festzulegenden Stichtag zahlen. Da nach Schätzungen 180 Milliarden Euro an deutschen Geldern in der Schweiz liegen, flössen dann theoretisch bis zu 54 Milliarden Euro in Schäubles Etat.

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Schweiz im Dilemma

Das führt in der Schweiz zu Problemen. Denn die Banken dort sollen für die Steuersünden ihrer deutschen Kunden in der Vergangenheit Pauschalbeträge nach Berlin überweisen, bevor für künftige Erträge eine fixe Abgeltungsteuer kommt. Sollten es die Schwarzgeldbesitzer aber schaffen, ihr Geld nun aus der Schweiz abzuziehen, fehlt es möglicherweise auf vielen Konten für einen Ablasshandel der Banken mit Schäuble. Darum sei von Verbandsseite an alle Banken die Empfehlung gegangen, „das Vermögen deutscher Kunden auf den Konten möglichst zusammenzuhalten“, so Bankeninsider. Die Faustregel laute, nicht mehr als fünf Prozent des aktuellen Kontostandes bei einer Abhebung eines deutschen Kunden auszuzahlen. Die zweite Deckelung liege bei 100.000 Euro je Abhebung. Aus Bankenkreisen verlautet, dass einige Institute auch höhere Auszahlungen zuließen. So erlaube ein Bankhaus bis zu 200.000 Euro je Abhebung. Die deutschen Kunden würden beruhigt, indem man ihnen mitteile, dass bei geringen Abhebungen keine namentliche Meldung an Berlin gehe, das Konto also geheim bleibe. Selbst Insider wissen jedoch nicht, ob die Schweizer Banken bei hohen Beträgen tatsächlich die Namen der Kontoinhaber weitergeben würden oder ob es sich nur um einen Trick zur Beruhigung handelt.

„Leichtes Spiel haben nur diejenigen, die nachweisen, bei uns angelegtes Geld in Deutschland versteuert zu haben“, so der Genfer Vermögensmanager. Dann sei es kein Problem, sein Geld zu transferieren. Gegen die Blockadebemühungen soll es bereits eine erste Klage geben.

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