Strategie gegen China: Obama will US-Einfluss in Asien massiv verstärken

Strategie gegen China: Obama will US-Einfluss in Asien massiv verstärken

, aktualisiert 17. November 2011, 07:22 Uhr
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US-Präsident Barack Obama bei seiner Rede im australischen Parlament.

Quelle:Handelsblatt Online

Mehr Truppen, Militärflugzeuge und markige Worte: Die USA wollen ihren Einfluss in Asien deutlich ausbauen. Die neue Strategie ist ein Zeichen der Besorgnis über die wachsende Macht Chinas in der Region.

CanberraUS-Präsident Barack Obama will den Einfluss der USA im asiatisch-pazifischen Raum ausbauen und die Region mehr in den strategischen Fokus nehmen. „Ich habe eine strategische Entscheidung getroffen: Als Pazifik-Nation werden die USA eine größere und langfristigere Rolle in der Gestaltung dieser Region und ihrer Zukunft spielen“, sagte Obama am Donnerstag in einer Rede vor dem australischen Parlament. „Die Vereinigten Staaten sind eine Pazifik-Macht und wir sind hier, um zu bleiben“. Eine US-Präsenz in der Region habe in seiner Regierung oberste Priorität.

Jegliche Reduzierungen der Ausgaben seines Landes für Verteidigung würden nicht auf Kosten dieses Ziels erfolgen, betonte er. Da neben der Mehrheit der globalen Atommächte auch „rund die Hälfte der Menschheit“ in Asien beheimatet seien, werde die Region „in hohem Maße bestimmen, ob das kommende Jahrhundert von Konflikt oder Zusammenarbeit, unnötigem Leid oder menschlichem Fortschritt gekennzeichnet sein wird“, sagte Obama.

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Um sein Ziel zu erreichen kündigte Obama eine verstärkte militärische Zusammenarbeit mit Australien an. Die US-Militärpräsenz auf dem Kontinent soll ausgeweitet werden: Obama erklärte, er wolle Militärflugzeuge und bis zu 2.500 Marineinfanteristen in den Norden des Landes entsenden. Beobachter werteten den Schritt als Zeichen der Besorgnis in der Region über ein zunehmend robustes Auftreten Chinas. Obama betonte, die USA fürchteten China nicht. Auch wolle Washington das Land nicht von seinen Wirtschaftsbündnissen im asiatisch-pazifischen Raum ausschließen. Doch erwarteten die USA, dass China die Verpflichtungen anerkenne, die es mit sich bringe, eine Weltmacht zu sein.    

Obama sagte, die USA würden sich um weitere Möglichkeiten einer Zusammenarbeit mit Peking bemühen, darunter eine bessere Kommunikation zwischen den Streitkräften beider Länder. Dadurch sollte ein besseres Verständnis gefördert und Fehlkalkulationen vermieden werden.    

Der US-Präsident hält sich derzeit zu einem Besuch in Australien auf, den er zuvor zwei Mal aus innenpolitischen Gründen verschobenen hatte. Geplant war unter anderem ein Abstecher nach Darwin an der australischen Nordküste. Anschließend fliegt Obama zur indonesischen Insel Bali, wo er am Sicherheitsgipfel des Verbandes Südostasiatischer Staaten (ASEAN) teilnehmen will. Die USA sind erstmals zu einem Gedankenaustausch mit den Asean- Staaten und ihren Partnern in der Region eingeladen, darunter China und Japan.

Quelle:  Handelsblatt Online
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