Streit bei G20: Macht Politik statt Protektionismus!

KommentarStreit bei G20: Macht Politik statt Protektionismus!

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Demonstratin in Seoul während des G20 Gipfels 2010.

Warum die Position der amerikanischen Regierung beim Gipfel der 20 wichtigsten Volkswirtschaften so gefährlich ist.

Die Treffen der G20, der Vertreter aus den wichtigsten 20 Volkswirtschaften, bringen selten schnelle Erfolge oder festgezurrte Vereinbarungen.

Also schaden umgekehrt nun auch Hakeleien und Vorwürfe der übrigen Mitglieder im Club gegen die Geldpolitik der USA nicht, weil sie womöglich folgenlos bleiben?

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Weit gefehlt. Die Mächtigen, die sich dieses Mal im koreanischen Seoul treffen, können solche Gipfelkonferenzen nach zwei Erfolgsmaßstäben messen.

Erstens: Wer hier ernsthaft miteinander redet, geht auf anderer Bühne nicht aufeinander los. Solche Treffen dienen der Verständigung, manchmal sogar dem Verständnis der anderen Interessen.

Und zweitens: Hinter verschlossenen Türen lassen sich oft Lösungen skizzieren, die durch einen Schlagabtausch über die Medien geradezu unmöglich werden. Im Vertraulichen spielt eher eine Rolle, gemeinsam aus der Wirtschaftskrise zu kommen und neue Miseren zu vermeiden. Vor Kameras müssen Präsidenten und Kanzlerinnen eher innenpolitisch punkten. Sie verweisen auf Fehler der anderen und auf die eigene Autorität.

Deshalb sind die schrillen Töne, Amerikas Wirtschaftspolitik spalte die Welt und schaffe neue Spekulationsblasen, so gefährlich.

Es betrifft andere Volkswirtschaften stark, wenn die US-Notenbank für 600 Milliarden Dollar Staatsanleihen kauft und Finanzmärkte weltweit so mit billigem Geld flutet.

Alles sieht nach einer Konfrontation mit Deutschland und China aus, den beiden größten Exportnationen der Erde. Die wollen nicht mithelfen müssen, wenn die Supermacht Vereinigte Staaten versucht, vom jahrelangen Konsum auf Pump wegzukommen. Aber auch wenn sich die anderen Länder verweigern, sind sie dennoch von der Politik der US-Notenbank betroffen.

Deshalb sind die Gespräche hinter den Türen in Seoul festgefahren. Ohne die USA geht es nicht, mit ihnen derzeit wohl auch nicht. Das ist unmittelbar gefährlich für einen weltweiten Aufschwung nach dem tiefen Einbruch vor zwei Jahren.

Es ist aber auch atmosphärisch gefährlich. Wenn sich die Mächtigen bei einem Anlass verkeilen, der eigentlich verbinden soll, werden die Treffen sinnlos. Ohne solche Podien zur Verständigung ist allerdings wieder Protektionismus statt Krisenbewältigung angesagt.

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