Streit mit Saudi-Arabien: Iraner können nicht zum Hadsch

Streit mit Saudi-Arabien: Iraner können nicht zum Hadsch

, aktualisiert 29. Mai 2016, 18:12 Uhr
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Die Führung in Riad wirft dem Iran vor, die Katastrophe im vergangenen Jahr für politische Zwecke zu missbrauchen.

Quelle:Handelsblatt Online

Anfang September beginnt der Hadsch. Wegen einer Massenpanik starben im vergangenen Jahr bei der Pilgerfahrt nach Saudi-Arabien Hunderte Iraner. In diesem Jahr können Gläubige aus dem Land wohl gar nicht erst teilnehmen.

DubaiIranische Gläubige können in diesen Jahr wegen eines Streits mit Saudi-Arabien nicht an der Mekka-Pilgerfahrt Hadsch teilnehmen. Kultusminister Ali Dschannati warf der Regierung in Riad am Sonntag im iranischen Staatsfernsehen eine Sabotage der Verhandlungen vor. Der saudiarabische Außenminister Adel al-Dschubeir erklärte dagegen, der Iran habe inakzeptable Bedingungen gestellt. Am Freitag war eine iranische Verhandlungsdelegation ohne Einigung abgereist. Der Hadsch beginnt Anfang September.

Die Beziehungen zwischen den rivalisierenden Ländern sind auf einem Tiefpunkt. Im Januar brach Saudi-Arabien nach der Erstürmung seiner Botschaft in Teheran die diplomatischen Beziehungen ab. Zudem waren bei dem Hadsch im vergangenen Jahr Hunderte Iraner bei einer Massenpanik getötet wurden. „Die Sicherheit der Pilger war uns sehr wichtig“, sagte Dschannati zu den Gesprächen mit Verweis auf die Katastrophe. Al-Dschubeir erklärte dagegen, der Iran habe „das Recht, Demonstrationen abzuhalten“ und andere Sonderrechte verlangt. Diese würden während des Hadsch zu Chaos führen. „Das ist inakzeptabel.“ Saudi-Arabien werde jedoch niemanden davon abhalten, seine religiöse Pflicht zu erfüllen.

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Die Katastrophe im vergangenen Jahr ereignete sich, als zwei große Pilgergruppen in der Nähe von Mekka an einer Wegkreuzung aufeinandertrafen. In saudiarabischen Medien wurde angedeutet, iranische Pilger könnten die Panik durch ihr Verhalten ausgelöst haben. Nach offiziellen saudiarabischen Angaben wurden 769 Menschen getötet und 934 verletzt. Inoffiziellen Berechnungen zufolge kamen aber über 2000 Menschen ums Leben, darunter über 400 Iraner.

Die Führung in Riad wirft dem Iran vor, die Katastrophe für politische Zwecke zu missbrauchen. Der schiitische Iran ist in zahlreiche Konflikte der arabischen Welt involviert, darunter im Irak, in Syrien und im Jemen. Das sunnitische Saudi-Arabien sieht im Iran eine Bedrohung für die gesamte Region.

Quelle:  Handelsblatt Online
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