Suche nach sicherem Land: Snowden zieht Asylantrag in Russland zurück

Suche nach sicherem Land: Snowden zieht Asylantrag in Russland zurück

Spionage-Enthüller Edward Snowden zieht seinen Asylantrag in Russland zurück. Von den 19 Ländern, die er insgesamt um Asyl gebeten hat, hat Polen den Antrags bereits abgelehnt.

Der von den USA wegen Verrats gesuchte Ex-Geheimdienstmann Edward Snowden zieht laut Medienberichten seinen Asylantrag in Russland zurück. Er habe sich dazu aufgrund der Bedingungen entschlossen, die Russland ihm gestellt habe, berichtete die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf Dmitri Peskow, den Sprecher von Präsident Wladimir Putin. Putin hatte Snowden am Montag Asyl unter der Bedingung angeboten, seine Enthüllungen über den US-Geheimdienst einzustellen. „Wenn er hier bleiben will, gibt es eine Bedingung: Er muss seine Aktivitäten einstellen, die darauf abzielen, unseren amerikanischen Partnern Schaden zuzufügen - egal, wie seltsam das aus meinem Mund klingen mag“, sagte der Präsident.

Neben Russland hat Snowden laut der Internetplattform Wikileaks in mindestens 20 anderen Ländern Asyl beantragt, darunter 13 in Europa. Nach dieser Aufstellung sucht Snowden Asyl außer in Ecuador und Island in Österreich, Bolivien, Brasilien, China, Kuba, Finnland, Frankreich, Deutschland, Indien, Italien, Irland, Niederlande, Nicaragua, Norwegen, Polen, Russland, Spanien, der Schweiz und Venezuela. Polen lehnte seinen Antrag bereits ab. Polens Außenminister Radek Sikorski teilte mit, Snowdens Antrag enthalte Fehler und sei deswegen abgelehnt worden. Behördenvertreter in Deutschland, Norwegen, Österreich und der Schweiz teilten mit, um Asyl in ihren Ländern zu beantragen, müsse Snowden sich in ihrem Staatsgebiet aufhalten.

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Laut Wikileaks erhebt er außerdem schwere Vorwürfe gegen sein Heimatland. In einer mit seinem Namen unterzeichneten Mitteilung beklagte Snowden in der Nacht zum Dienstag, dass die USA ihm sein „Menschenrecht“ nehmen wollten, Asyl in anderen Ländern zu beantragen. Obwohl er keiner Straftat schuldig gesprochen worden sei, habe man seinen Reisepass für ungültig erklärt, heißt es in dem Schreiben. Die US-Regierung habe nun eine neue Strategie und benutze die „Staatsbürgerschaft als Waffe“. Es gilt als erste öffentliche Äußerung Snowdens seit seiner Flucht aus Hongkong nach Moskau vor rund einer Woche. Allerdings ließ sich zunächst nicht verifizieren, dass die auf der Website wikileaks.org veröffentlichten Zeilen tatsächlich von ihm stammen.

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Snowden warf US-Präsident Barack Obama laut der Mitteilung „Täuschung“ vor. Obwohl der Präsident öffentlich diplomatische Mauscheleien über seinen Fall abgelehnt habe, übe die US-Regierung Druck auf Länder auf, sein Asylbegehren abzulehnen.

Der russische Präsident Wladimir Putin bot ihm am Montag nur unter Bedingungen Zuflucht an: Snowden müsse aufhören, den USA mit seinen Enthüllungen Schaden zuzufügen. Seit mehr als einer Woche hielt sich der 30-Jährige im Transitbereich des Moskauer Flughafens Scheretmetjewo auf.

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