KommentarSüdafrika: #Zuma Must Fall

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Will Südafrika wieder auf die Beine kommen, muss der Präsident gehen.

von Saskia Littmann

Will Südafrika wirtschaftlich wieder auf die Beine kommen, muss Präsident Jacob Zuma gehen. Ein Kommentar.

Jacob Zuma hat viel versprochen und wenig gehalten. Die Bilanz seiner bisher sechsjährigen Amtszeit fällt erschreckend aus. Unter seiner Führung hat das einstige Hoffnungsland abgewirtschaftet, jeder vierte Südafrikaner ist arbeitslos, der schwache Rand und die hohe Inflation fressen die Löhne auf. Der Kapwirtschaft droht aktuell eine Rezession, auch für die kommenden Jahre werden nicht mal zwei Prozent Wachstum erwartet. Zu wenig für ein Schwellenland wie Südafrika.

Statt das Land aus der Krise zu führen, hat Präsident Zuma nun auch noch mit einer selbstherrlichen Minister-Rochade das Vertrauen der internationalen Investoren verspielt. Der Mann ist damit zur Belastungsprobe für sein eigenes Land geworden.

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Wirtschaftsdaten ausgewählter Länder in Afrika

  • Ghana

    BIP (in Mio. US-Dollar, 2013)44.223
    Veränderung zum Vorjahr (Wirtschaftswachstum)5,45%
    Korruption (Rang auf dem TI-Index)63

    Quelle: IWF, Corruption Perceptions Index (CPI), 2013

  • Kenia

    BIP (in Mio. US-Dollar, 2013)45.082
    Veränderung zum Vorjahr (Wirtschaftswachstum)5,56 %
    Korruption (Rang auf dem TI-Index)136

  • Nigeria

    BIP (in Mio. US-Dollar, 2013)286.470
    Veränderung zum Vorjahr (Wirtschaftswachstum)6,27 %
    Korruption (Rang auf dem TI-Index)144

  • Ruanda

    BIP (in Mio. US-Dollar, 2013)7.431
    Veränderung zum Vorjahr (Wirtschaftswachstum)5,00 %
    Korruption (Rang auf dem TI-Index)49

  • Sambia

    BIP (in Mio. US-Dollar, 2013)22.416
    Veränderung zum Vorjahr (Wirtschaftswachstum)6,04 %
    Korruption (Rang auf dem TI-Index)83

  • Südafrika

    BIP (in Mio. US-Dollar, 2013)350.779
    Veränderung zum Vorjahr (Wirtschaftswachstum)1,89 %
    Korruption (Rang auf dem TI-Index)72

Unerwartet entließ der Präsident am vergangenen Mittwoch den für Sparsamkeit bekannten Finanzminister Nhlanhla Nene. Der Grund: Nene war nicht mehr auf Zumas Linie, als der Präsident, anstatt zu sparen, lieber ein paar Atomkraftwerke kaufen wollte. Tumulte an den Märkten waren die Folge, da Zuma den international anerkannten Nene zunächst durch einen unbekannten, aber ihm treuen ehemaligen Kleinstadt-Bürgermeister ersetzte. Der Rand fiel auf ein historisches Tief gegenüber dem Euro, die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen war so hoch wie seit sieben Jahren nicht mehr. Nach vier Tagen legte Zuma eine peinliche 180-Grad-Wende hin und ernannte mit Examtsinhaber Pravin Gordhan den dritten Finanzminister in wenigen Tagen.

Den Rückhalt bei Bevölkerung und Investoren hat der Präsident mit seiner Pingpongpolitik zu Recht verloren. Die Ratingagentur Fitch hat Südafrikas Bonität erst Anfang Dezember auf BBB- herabgesetzt, nur eine Stufe über Ramsch. Die Wirtschaft wachse zu langsam, um das Defizit in der Leistungsbilanz auszugleichen. Südafrika erwirtschaftet nicht genug, um die eigenen Importe zu bezahlen.

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Am Mittwoch gingen Tausende Südafrikaner gegen Zuma auf die Straße, unter dem Stichwort „#ZumaMustFall“ rollt der Ruf nach seinem Rücktritt durch die sozialen Medien. Gut so. Südafrika braucht keinen selbstverliebten Schönheitschirurgen, sondern einen unabhängigen Reformator, der auch Unbeliebtes angeht. Statt abstruser Atominvestments braucht die Wirtschaft einen Neuanfang bei Staatskonzernen wie South African Airways oder Stromversorger Eskom. Letzterer ist mit seinen ständigen Stromausfällen einer der Hauptgründe dafür, dass Investoren Afrikas am weitesten entwickelte Volkswirtschaft verlassen.

Seinen abrupten Schwenk begründete Zuma damit, dass er auf die Kritik seines Volkes hören wolle. Will er diesem löblichen Credo treu bleiben und seinem Land eine jahrelange Stagnation ersparen, muss er zügig seinen Schreibtisch räumen.

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