Südkorea: US-Raketenabwehrsystem soll nun bereit sein

Südkorea: US-Raketenabwehrsystem soll nun bereit sein

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Das US-Raketenabwehrsystem THAAD ist äußerst umstritten.

Das umstrittene Raketenabwehr-System THAAD ist dem südkoreanischen Verteidigungsministerium zufolge einsatzbereit. Doch Bürger vor Ort wehren sich. Und US-Präsident Trump irritiert mit einer Aussage über Kim Jong Un.

Das umstrittene US-Raketenabwehrsystem THAAD ist nach Angaben aus Südkorea nun im Einsatz und kann das Land gegen potenzielle Raketen aus Nordkorea schützen. Das System habe eine „frühe Leistungsfähigkeit“ und könne auf Bedrohungen aus Nordkorea reagieren, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums, Moon Sang Gyun, am Dienstag. Den Informationen zufolge wurde THAAD auf einem umgebauten Golfplatz in Seongju errichtet. Moon sagte nicht, wann genau Seoul und Washington eine komplette Aufstellung erwarteten.

Die Installation hat Bewohner in Seongju in Aufruhr gebracht. Sie befürchten, dass Nordkorea auf ihre Stadt zielen könnte. Zudem gibt es Gerüchte über mögliche gesundheitliche Auswirkungen des starken Radars des Raketenschilds. Dieser ist auch ein heikles Thema zwischen Südkorea und China, das in der Region keine solchen hochwertigen Radarsysteme haben will.

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Einige Südkoreaner fragen sich, ob die Sicherheitsvorteile durch THAAD eine schlechtere Beziehung zur Volksrepublik aufwiegen können. US-Präsident Donald Trump sorgte zudem mit einer Aussage für Verärgerung, als er sagte, Südkorea müsse eine Milliarde Dollar für das System zahlen. Bisher kommen die USA für die Kosten auf.

Nordkorea Pjöngjang provoziert erneut mit Raketentest

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Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un (Mitte) beobachtet ein Militärmanöver in Nordkorea. (Undatiertes Archivbild verbreitet von Nordkoreas Zentraler Nachrichtenagentur.) Quelle: dpa

Der Nachrichtenagentur Bloomberg News sagte Trump außerdem, dass er zu einem Gipfeltreffen mit dem nordkoreanischen Staats- und Parteichef Kim Jong Un bereit wäre. „Wenn es für mich angemessen wäre, mich mit ihm zu treffen, ... wäre es mir eine Ehre, dies zu tun“, so Trump. Die meisten Politiker würden so etwas sicher nicht sagen, aber: „Unter den richtigen Umständen würde ich ihn treffen.“

Trump bezeichnete den Machthaber Kim als „cleveren Kerl“ („pretty smart cookie“), weil er die Führung des Landes bereits in frühen Jahren übernommen habe und sie halte, obwohl „viele Leute“ versuchten, sie ihm zu nehmen. Nordkorea steht immer wieder wegen Menschenrechtsverstößen in der Kritik, es gibt Berichte über außergerichtliche Hinrichtungen, Zwangsarbeit und Folter.

Trumps Sprecher Sean Spicer erklärte später, derzeit seien die Voraussetzungen für ein Treffen mit Kim nicht gegeben. Dieser müsse erst Zeichen guten Willens zeigen.

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Plant Trump einen Präventivschlag gegen Nordkorea? Quelle: dpa

Nach Ansicht der USA und Südkorea ist das Raketenabwehrsystem wesentlich, um den Drohungen aus Nordkorea zu entgegnen. Kritiker des Abwehrsystems glauben, dass Washington und Seoul die Installation von THAAD noch vor den Wahlen im Land am 9. Mai abschließen wollten. In Südkorea war Präsidentin Park Geun Hye im Zuge eines Korruptionsskandals ihres Amtes enthoben worden. Favorit der Wahl, der Liberale Moon Jae In, hat angekündigt, im Falle seines Sieges die Errichtung des Raketenschilds zu überdenken.

Erst am Samstag hatte Nordkorea mit einem erneuten Raketentest provoziert. Die ballistische Mittelstreckenrakete brach nach Angaben Südkoreas und der USA aber offenbar kurz nach dem Start auseinander und stürzte ab.

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