Syrien: Assad-Gegner zweifeln an Feuerpause

Syrien: Assad-Gegner zweifeln an Feuerpause

, aktualisiert 24. Februar 2016, 18:45 Uhr
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epa05158104 A handout photograph released on 13 February 2016 by the official Syrian Arab News Agency (SANA) shows Syrian President Bashar Assad giving an interview to the AFP news agency, in Damascus, Syria, 11 February 2016. According to SANA, Assad said during the interview that humanitarian problem of Syrian refugees and people inside the country 'is caused by terrorism, Western policies, and the embargo imposed on the Syrian people'. EPA/SANA HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES (zu dpa Die wichtigsten Akteure im Syrienkrieg vom 23.02.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Quelle:Handelsblatt Online

Ab Samstag soll in Syrien die von den USA und Russland vereinbarte Feuerpause gelten. Doch die Gegner von Staatschef Assad hegen Zweifel an der Übereinkunft. Kritik kommt auch aus der Türkei.

BeirutKurz vor Beginn einer geplanten Feuerpause in Syrien haben Gegner von Staatschef Baschar al-Assad erhebliche Zweifel an der von Russland und den USA getroffenen Vereinbarung geäußert. Die wichtigste Oppositionsgruppe erklärte am Mittwoch, sie habe noch nicht entschieden, ob sie die Übereinkunft akzeptieren werde. Diese sieht vor, die Kampfhandlungen von Samstag an einzustellen. Kritik kam auch aus der Türkei. Helfer der UN bereiten sich derweil auf einen groß angelegten Einsatz für die Zivilbevölkerung vor.

Eine Entscheidung über den Plan werde im Hohen Verhandlungskomitee getroffen, sagte der Vertreter des Gremiums, Mohammed Allusch, dem oppositionsnahen Sender Orient TV. Die USA und Russland hätten den Plan entworfen, ohne sich mit Syrern zu beraten, sagte Allusch, der auch die Gruppe Dschaisch al-Islam vertritt. Er forderte, die Änderungswünsche der Syrer zu berücksichtigen.

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Die Kriegsparteien sollen laut der amerikanisch-russischen Vereinbarung bis Freitagmittag (11.00 Uhr MEZ) erklären, ob sie zu einem Stopp der Kämpfe bereit sind. Davon ausgenommen sind die Extremistenmiliz IS und die ebenfalls islamistische Gruppe Nusra-Front. Die Opposition befürchtet deswegen, dass die Truppen Assads mit russischer Hilfe ihre Angriffe auf Rebellen unter dem Vorwand des Kampfes gegen die Nusra-Front fortsetzen. Auch Allusch sagte, Russland sei Teil des Problems.

Präsident Wladimir Putin warb unterdessen für das Abkommen und telefonierte dafür mit Assad, dem iranischen Präsidenten Hassan Ruhani, dem saudiarabischen König Salman und dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu. Assad erklärte sich nach Angaben aus Moskau und Damaskus bereit, bei der Umsetzung eines Waffenstillstandes zu helfen. Die russischen Streitkräfte flogen nach eigenen Angaben deutlich weniger Luftangriffe in dem Bürgerkriegsland. Dies betreffe Gebiete, in denen sich die Konfliktparteien zur Teilnahme an einer Feuerpause bereiterklärt hätten, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit.

Kritik kam erneut vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Er befürchtet nach eigenen Worten, dass eine Feuerpause vor allem seinem Erzrivalen Assad zugutekommt. Bei einem „Waffenstillstand von Russlands Gnaden“ bestehe die Gefahr, dass der Beschuss der Bevölkerung nie aufhöre.

Trotz der Zweifel an den amerikanisch-russischen Plänen bereiten sich Helfer der Vereinten Nationen vor, der syrischen Bevölkerung mit großangelegten Aktionen zu helfen. „Wir stehen bereit. Unsere Lagerhallen sind voll mit Hilfsgütern“, erklärte ein Sprecher des UN-Büros für die Koordinierung humanitärer Aktionen (Ocha). Aber selbst bei einem Ende der Kämpfe würden die Helfer vorsichtig vorgehen und die Lage vor jeder Lieferung neu bewerten. Am Mittwoch wurden etwa 21 Tonnen Hilfsgüter in der Stadt Deir al-Sor abgeworfen.

Unterdessen gingen südöstlich der Großstadt Aleppo die heftigen Kämpfe zwischen Regierungstruppen und IS-Anhängern weiter. Aus syrischen Militärkreisen verlautete, zwar sei die strategisch wichtige Ortschaft Chanasser nicht vom IS erobert worden. Doch Heckenschützen der Gruppe nähmen das Gebiet ins Visier. Durch Chanasser verläuft die im Moment wichtigste Verbindung nach Aleppo.

Quelle:  Handelsblatt Online
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