Syrien: Investoren fürchten den Krieg

ThemaNaher Osten

Syrien: Investoren fürchten den Krieg

, aktualisiert 28. August 2013, 12:33 Uhr
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Ölverschmierte Hände: Die Furcht vor einer Eskalation des Syrien-Krieges treibt den Ölpreis.

Quelle:Handelsblatt Online

Der Militärschlag gegen Syrien steht offenbar unmittelbar bevor. Sollte der Konflikt eskalieren, könnte dies die Erholung der Weltwirtschaft gefährden. Der Ölpreis zieht kräftig an. Investoren und Ökonomen sind besorgt.

Der drohende Militärschlag gegen Syrien beunruhigt Ökonomen und Investoren. Sollte der Konflikt eskalieren, könnte dies die Erholung der Weltwirtschaft und die Versorgung mit Öl gefährden.

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, erwartet zwar nicht, dass die Krise in Syrien unmittelbare Auswirkungen auf die deutsche Konjunktur haben wird. „Dafür ist die syrische Wirtschaft einfach zu klein“, sagte er am Mittwoch im ARD-Morgenmagazin. Falls sich der Konflikt allerdings auf den gesamten Nahen Osten ausbreite, seien negative Effekte möglich, wie etwa steigende Öl- und Gaspreise.

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Der Ölpreis ist seit Anfang der Woche bereits kräftig gestiegen. Der Preis für die in New York gehandelte Sorte „Light Sweet Crude“ stieg am Mittwoch um rund drei Dollar auf 112,23 Dollar pro Barrel (159 Liter). Die Nordseesorte Brent wurde zwischenzeitlich für 117,22 Dollar pro Barrel gehandelt – das waren rund sieben Dollar mehr als noch zu Beginn der Woche.

Syrien ist zwar kein großer Ölproduzent. Die Förderanlagen stehen weitgehend still, seit die Europäische Union (EU) vor zwei Jahren ein Embargo verhängt hat. Ein Militäreinsatz in Syrien könnte jedoch die Nachbarländer destabilisieren und den Transport des Rohstoffs stören. In der Region werden 35 Prozent des weltweit produzierten Öls gefördert. Analysten sehen besonders Pipelines durch Angriffe gefährdet.

Fragen und Antworten zum giftigen Sarin-Gas

  • Was ist Sarin?

    Das Nervengas Sarin zählt zu den giftigsten Kampfstoffen, die je hergestellt wurden. Die Phosphorverbindung wird durch Einatmen und über die Haut aufgenommen.

  • Wie hoch ist die tödliche Dosis?

    Schon ein Milligramm Sarin kann in Minuten zu Atemlähmung und Herzstillstand führen.

  • Seit wann gibt es Sarin?

    Das Gas wurde Ende der 1930er Jahre von deutschen Chemikern als Insektenvernichtungsmittel entwickelt und im Zweiten Weltkrieg als Kampfstoff produziert, aber nicht eingesetzt. Der Einsatz von Giftgas bei bewaffneten Konflikten gilt nach allen internationalen Konventionen als Kriegsverbrechen.

  • Besitzt Syrien große Mengen des Giftgases?

    Das Institut für Strategische Studien in London geht davon aus, dass Syrien seit den 1970er Jahren große Mengen Chemiewaffen produziert hat, darunter auch Sarin. Sein Arsenal gilt als das größte der Region und das viertgrößte weltweit. Sicherheitsexperten befürchten, dass das Giftgas von dort in die Hände von Terroristen gelangen könnte.

  • Gab es schon Terrorakte mit Sarin?

    Bereits 1995 war Sarin bei einem Anschlag eingesetzt worden. Die Aum-Sekte tötete damals mit dem Gas in Tokios U-Bahn zwölf Menschen, Tausende wurden verletzt.


Vieles deutet darauf hin, dass ein Militäreinsatz mehrerer Staaten gegen Syrien unmittelbar bevorsteht. Es gebe keinen Zweifel daran, dass Damaskus chemische Waffen eingesetzt habe, sagte US-Vizepräsident Joe Biden. „Der Präsident denkt und ich denke, dass diejenigen, die chemische Waffen gegen wehrlose Männer, Frauen und Kinder einsetzen, dafür zur Rechenschaft gezogen werden sollten und müssen.“ Am Mittwochmittag wurde bekannt, dass die Vereinten Nationen (UN) laut ihrem Syrien-Gesandten Hinweise auf den Einsatz von Chemiewaffen bei Damaskus gefunden haben: Es seien chemische „Substanzen“ entdeckt worden.

„Der globale Rohölmarkt bekommt aktuell wieder einmal vorgeführt, welche Auswirkungen politische Instabilität in der Region auf die Angebotsseite haben kann“, kommentierte Stefan Bielmeier, Chefvolkswirt der DZ Bank. „Wir weisen schon seit einigen Monaten darauf hin, dass die geopolitischen Risiken vom Kapitalmarkt unterschätzt werden. Das wird sich nun durch den Syrien-Konflikt schlagartig ändern.“

„Für sich betrachtet haben die Ereignisse in Syrien nur geringen Einfluss auf den Ölpreis“, schrieben die Analysten der ANZ Bank in einem Kommentar. Entscheidend sei die Furcht vor einem Übergreifen der Spannungen auf andere Staaten der Region. Die Analysten der Société Générale prophezeiten, der Brent-Preis könne im Falle weiterer Lieferengpässe bis auf 150 Dollar je Barrel steigen.

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