Syrien-Krieg: Assad offenbar zu vorgezogener Präsidentenwahl bereit

Syrien-Krieg: Assad offenbar zu vorgezogener Präsidentenwahl bereit

, aktualisiert 31. März 2016, 18:19 Uhr
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A handout picture released by the official Syrian Arab News Agency (SANA) on March 30, 2016 shows President Bashar al-Assad speaking to a journalist during an interview with Russia's RIA Novosti state news agency in the Syrian capital Damascus. In the interview, Assad named Saudi Arabia, Turkey, France and Britain as countries that are "counting on our defeat on the battlefield in order to impose their conditions at the negotiations". / AFP PHOTO / SANA AND AFP PHOTO / Handout / == RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT "AFP PHOTO / HO / SANA" - NO MARKETING NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS ==

Quelle:Handelsblatt Online

Rückt Assads Ende in Syrien näher? Die USA verlangen seinen Rücktritt, Russland stützt ihn. Im einem Interview lässt Syriens Präsident keinen Zweifel daran, dass sein Schicksal auch an Moskau hängt.

MoskauDer syrische Staatschef Baschar al-Assad hat sich zu vorgezogenen Präsidentenwahlen bereiterklärt. Entscheidend sei, ob das Volk Neuwahlen wolle, sagte Assad der russischen Agentur Ria Nowosti. „Wenn es diesen Willen gibt, ist das für mich kein Problem“, fügte er in dem am Donnerstag veröffentlichten Interview hinzu. Zugleich warb er für ein weiteres militärisches Engagement seines engen Partners Russland in dem Bürgerkriegsland.

Assad hatte am 16. Juli 2014 seine dritte siebenjährige Amtszeit angetreten. Allerdings fanden damals in den von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und den Rebellen kontrollierten Gebieten im Norden und Osten keine Wahlen statt. Gegen den Machthaber traten nur zwei Zählkandidaten aus dem Regierungslager an. EU und USA kritisierten die Abstimmung scharf und bezeichneten sie als nichtig.

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Die syrische Opposition und der Westen schließen eine Zukunft Syriens unter der Herrschaft Assads aus. Russland dringt darauf, die künftige Rolle Assads von den Friedensverhandlungen in der Schweiz auszunehmen.

Nach fünf Jahren Bürgerkrieg gelten dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR zufolge mehr als 4,8 Millionen Syrer als Flüchtlinge. Hunderttausende haben in der EU Zuflucht gesucht, vor allem in Deutschland. An einer möglichen Abstimmung sollten alle Syrer teilnehmen, auch jene im Ausland, betonte Assad.

Sollte es zu einer Wahl kommen, halten Beobachter einen Sieg des Amtsinhabers in den von der Regierung kontrollierten Gebieten für wahrscheinlich. Die Organisation einer richtigen Wahl gilt auch als schwierig, weil Terrorgruppen wie der IS weiterhin Teile Syriens kontrollieren.

Für den 13. April sind in Syrien bereits vorgezogene Parlamentswahlen angesetzt. Dies zeige, dass der Staat trotz der Bedrohung durch den Terrorismus funktioniere, meinte der Staatschef.


„Der Terrorismus ist noch stark“

Assad lobte den international kritisierten russischen Militäreinsatz in Syrien als Erfolg. Der IS sei auf dem Rückzug, meinte er. Russland hatte im September Kampfjets nach Syrien geschickt, um eine Offensive der syrischen Armee zu unterstützen. Der Westen wirft Moskau vor, dabei auch Zivilisten und Oppositionskämpfer angegriffen zu haben.

Syrien sei daran interessiert, dass die russischen Streitkräfte in seinem Land blieben, betonte Assad. „Der Terrorismus ist noch stark“, warnte er. Die Größe der russischen Streitkräfte müsse daher ausreichen, um den Kampf gegen den Terrorismus fortzusetzen.

Aus Sicht von Assad sind all jene Terroristen, die gegen sein Regime kämpfen.

Zuletzt hatte Russland Syrien geholfen, dem IS die historische Oasenstadt Palmyra zu entreißen. Allein im März hätten Kampfjets etwa 2000 Ziele dort bombardiert, sagte der russische Generalleutnant Sergej Rudskoj. Auch Hubschrauber vom Typ Mi-28N kamen zum Einsatz.

Für den Wiederaufbau von Palmyra trafen am Morgen die ersten von rund 100 russischen Pionieren in Syrien ein. Rudskoj sprach von einer schwierigen Aufgabe. Mindestens 180 Hektar müssten entmint werden - das ist etwa die Fläche von 250 Fußballfeldern. Experten zufolge dürfte dies mehrere Monate dauern. „Sprengsätze liegen nicht nur im historischen Teil von Palmyra, sondern auch im neuen Teil der Stadt“, sagte Rudskoj. „Etwa 100 000 Bewohner haben Palmyra verlassen. Sie wollen zurück in ihre Häuser“, meinte er.

Quelle:  Handelsblatt Online
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