Syrien-Krieg: UN hoffen trotz schwerer Kämpfe auf neue Feuerpause

Syrien-Krieg: UN hoffen trotz schwerer Kämpfe auf neue Feuerpause

, aktualisiert 22. September 2016, 20:28 Uhr
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Der UN-Generalsekretär hofft beim Treffen der Internationalen Syrien-Unterstützergruppe in New York auf eine neue Feuerpause.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Kämpfe in Syrien flammen wieder auf, in der Nacht zum Donnerstag wurden Rebellenstellungen im Osten Aleppos von den schwersten Luftangriffen seit Monaten getroffen. Trotzdem geben die UN die Hoffnung nicht auf.

Beirut/GenfUngeachtet neuer schwerer Kämpfe in Syrien wollen die Vereinten Nationen ihre Hoffnung auf eine neue Feuerpause nicht begraben. Am Donnerstagabend sollte die Internationale Syrien-Unterstützergruppe (ISSG) – und mit ihr die USA und Russland – in New York zusammentreten. Eine Wiederbelebung des Waffenstillstandes würde natürlich den Friedensgesprächen sehr helfen, erklärte der stellvertretende UN-Sondergesandte für das Bürgerkriegsland, Ramzy Ezzeldin Ramzy, in Genf. „Ich glaube, diese Möglichkeit besteht.“ Die ISSG sei entschlossen, „die Dinge zum Laufen zu bringen und den politischen Prozess anzuschieben“. Syriens Präsident Baschar al-Assad warnte dagegen, der Konflikt könne sich noch lange hinziehen.

Die USA unterstützen in Syrien Rebellen, Russland ist mit Assad verbündet. Eine von den beiden Ländern ausgehandelte Feuerpause war Anfang der Woche gescheitert. Seit Mittwoch toben wieder heftige Kämpfe. In der Nacht zum Donnerstag wurden Rebellenstellungen im Osten der Stadt Aleppo offenbar von den schwersten Luftangriffen seit Monaten getroffen. „Es wirkt so, als ob die Flugzeuge die Tage wettmachen wollten, an denen sie keine Bomben angeworfen haben“, sagte der Chef des örtlichen Katastrophenschutzes, Ammar al-Selmo, der Nachrichtenagentur Reuters. Rebellenvertreter und Rettungskräfte berichteten von dem Einsatz von Brandbomben. Der Leiter eines Krankenhauses in Ostaleppo, Hamsa al-Chatib, sprach von 45 Toten.

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Die Einnahme Aleppos wäre der größte Sieg der Regierung in Damaskus in dem seit mehr als fünf Jahren anhaltenden Krieg. Dieser sei dabei nur eine Facette eines viel größeren Konflikts, sagte Assad in einem Interview von AP News. Dies wirke einer schnellen Lösung entgegen. „Wenn man das als Teil eines global und regionalen Konflikts betrachtet, wenn es viele externe Faktoren gibt, die man nicht kontrolliert, dann wird sich das hinziehen“, sagte er über den Krieg.

Die neuen Luftangriffe dürften von russischen oder syrischen Kampfjets geflogen worden sein. Die Bombardierungen kommen einer klaren Absage an US-Außenminister John Kerry und Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier gleich, die die Einrichtung einer Flugverbotszone vorgeschlagen haben. Auch der Iran, der die syrische Regierung unterstützt, lehnt derartige Pläne ab: Damit würden nur radikale Gruppen wie die Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS) und Nusra-Front gestärkt.

Der Tonfall zwischen den USA und Russland blieb auch am Donnerstag scharf. Der Vorsitzende des US-Generalstabs, General Joseph Dunford, sprach sich vor dem Senat in Washington gegen eine engere Zusammenarbeit aus. „Ich glaube nicht, dass es eine gute Idee wäre, mit den Russen Geheimdienstinformationen auszutauschen“, sagte Dunford.

Die Vereinten Nationen nahmen nach zwei Tagen Pause ihre Hilfslieferungen wieder auf. Im Laufe des Tages kamen Lastwagen mit Lebensmitteln und Medikamenten in einem belagerten Vorort von Damaskus an, wie ein UN-Sprecher mitteilte. Die Transporte waren unterbrochen worden, nachdem ein Konvoi in der Nähe von Aleppo unter Beschuss geraten war. Assad wies Vorwürfe zurück, Russland oder die syrische Armee könnten für den Angriff verantwortlich gewesen sein: „Wir haben keine Ahnung, was passiert ist.“

Die Sicherheitslage sei je nach Region unterschiedlich, sagte ein UN-Vertreter. Hilfslieferungen könnte hoffentlich schon bald auch in die umkämpften Gebiete im Raum Aleppo erfolgen. „An der türkisch-syrischen Grenze stehen 40 Lastwagen“, sagte der für humanitäre Fragen zuständige UN-Gesandte Jan Egeland in Genf. „Die Lebensmittel laufen am Montag ab.“ Egeland rief Assad auf, den Hilfsgruppen die erforderlichen Genehmigungen und Sicherheitsgarantieren für die Weiterfahrt zu geben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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