Syrien: Türkei warnt USA vor Waffenlieferungen an Kurden

Syrien: Türkei warnt USA vor Waffenlieferungen an Kurden

, aktualisiert 10. Mai 2017, 16:00 Uhr
Quelle:Handelsblatt Online

Im syrischen Bürgerkrieg setzen die USA im Wesentlichen auf lokale Verbündete, unter anderem Kurden. Der Nato-Verbündete Türkei sieht das gar nicht gern – und fühlt sich jetzt von Washington brüskiert.

BeirutDie Türkei hat die USA vor der angekündigten Waffenlieferung an Kurden in Syrien gewarnt. Falls Washington auf die Empfindlichkeiten der Türkei keine Rücksicht nehme, werde dies auch für die USA negative Folgen haben, sagte Ministerpräsident Binali Yildirim am Mittwoch. Die Türkei könne eine direkte oder indirekte Unterstützung der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK nicht akzeptieren.

US-Präsident Donald Trump hatte Waffenlieferungen an die syrische Kurdenmiliz YPG genehmigt. Die USA betrachten die YPG als eine der wirkungsvollsten Kräfte im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat. Die Türkei sieht in ihr dagegen vor allem einen Arm der PKK, die für zahlreiche Anschläge in der Türkei verantwortlich gemacht wird.

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Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu sagte, jede Waffe, die die YPG in Syrien erreiche, sei eine Bedrohung der Türkei. Es gebe keinen Unterschied zwischen der YPG und der PKK.

Vizeregierungschef Nurettin Canikli nannte Waffenlieferungen an die YPG inakzeptabel. Es sei nicht wahr, dass der Kampf gegen den IS nur mit der Unterstützung der kurdisch-syrischen Kämpfer erfolgreich sei, zitierte ihn die Tageszeitung „Hürriyet“. Er hoffe, dass Washington die Entscheidung zurücknehme.

Eine ranghohe Vertreterin der kurdisch geführten Demokratischen Kräfte Syriens, SDF, begrüßte die Entscheidung der USA. Diese bedeute, dass die Gruppe nun dazu bestimmt sei, die Stadt Al-Rakka vom IS zurückzuerobern, sagte sie der Nachrichtenagentur AP. Die YPG ist den SDF unterstellt. Gleichzeitig erklärte sie, dass der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan vermutlich aggressiv auf die Entscheidung reagieren dürfte. Trump und Erdogan werden sich kommende Woche in Washington treffen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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