Szenario 1: Zurück zur D-Mark: Was die Rückkehr zur D-Mark kosten würde

Szenario 1: Zurück zur D-Mark: Was die Rückkehr zur D-Mark kosten würde

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Narren halten während eines Karnevalsumzug eine D-Mark-Attrape hoch. Ein Großteil der deutschen trauert der alten Währung hinterher

von Malte Fischer

Technisch machbar, ökonomisch vertretbar. Der Ausstieg Deutschlands aus dem Euro scheitert vor allem an politischen Skrupeln.

Bis vor wenigen Monaten war es noch eine tollkühne Fantasterei. Doch mittlerweile wird ein Ausscheiden Deutschlands aus der Europäischen Währungsunion und die Wiedereinführung der D-Mark immer häufiger diskutiert. Je mehr die Währungsunion zur Schulden- und Transferunion verkommt und die Deutschen zum ultimativen Nettozahler dieses Clubs werden, desto größer wird der innenpolitische Druck auf die Bundesregierung, dem Ausverkauf deutscher Interessen ein Ende zu setzen. Jüngsten Umfragen zufolge sind 57 Prozent der befragten Bundesbürger der Meinung, Deutschland hätte die D-Mark behalten sollen. 60 Prozent sehen durch den Euro mehr Nachteile als Vorteile für sich. Zudem misstraut eine Mehrheit der deutschen Bevölkerung der Europäischen Zentralbank.

Kein Vertrauen in die Währung

Erodiert das Vertrauen der Bevölkerung in ihre Währung, ist es um deren Überleben schlecht bestellt. So zeigen Untersuchungen des Darmstädter Ökonomen Volker Nitsch über den Zusammenbruch von Währungsunionen, dass diese in den meisten Fällen daran gescheitert sind, dass der ihnen zugrunde liegende politische Wille zur Gemeinschaftswährung schwand. Daher ist es keine Seltenheit, dass Länder Währungsunionen verlassen: Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs war das 69 Mal der Fall.

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Ein Austritt Deutschlands aus der Euro-Zone würde allerdings politische Verwerfungen in Europa zur Folge haben. Doch wäre Deutschland „eines der Länder, die ihre alte Währung wieder einführen könnten, ohne sich damit eine Finanzkrise einzubrocken“, urteilt der renommierte Währungsexperte Barry Eichengreen von der University of California in Berkeley.

Die Bundesbank könnte die Geschäftsbanken nach einem Austritt sofort mit Liquidität versorgen, zumal sie in der Währungsunion ohnehin die Offenmarktgeschäfte mit den Geschäftsbanken abwickelt. Das Wissen und die institutionellen Voraussetzungen für das Steuern einer nationalen Währung wären also vorhanden. Zudem hat die Bundesbank Zugriff auf die nationalen Währungsreserven von rund 150 Milliarden Euro, die aus Devisen, Gold und Wertpapieren bestehen. Das Drucken und Prägen von D-Mark-Scheinen und -Münzen wäre zwar ein logistischer Kraftakt – bei entsprechender Vorbereitung aber wohl zu schaffen.

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