Szenario 2: Austritt: Bye-bye, Euro

Szenario 2: Austritt: Bye-bye, Euro

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Südländer ohne Disziplin. Entwicklung der Verbraucherpreise in einigen Ländern der Euro-Zone

von Malte Fischer

Ein Rauswurf der Südländer würde den Euro stärken, ist politisch aber nicht durchsetzbar.

Vor mehr als einem Jahr gestand Griechenland die Fälschung seiner Statistik, und die Empörung war groß. Als dann das ganze Ausmaß der griechischen Misere sichtbar wurde, forderten auch viele Ökonomen, Griechenland solle den Euro-Raum verlassen und die Drachme wieder einführen.

Zwar regelt der Vertrag von Lissabon den Austritt aus der EU, doch Regeln für den Ausstieg aus dem Euro gibt es nicht. Dafür müsste ein Land gleich die EU verlasen, denn dass Abtrünnige den Euro behalten, ist politisch undenkbar.

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Vorteile

Der Abschied vom Euro eröffnet wirtschaftlich schwachen Ländern wie Griechenland die Möglichkeit, ihre Währung abzuwerten und die Exporte anzukurbeln. Zudem ersparen sie sich so harte, mit sozialen Konflikten verbundene Reformen.

Nachteile

Die Bürger eines austrittswilligen Landes müssten bei der Rückkehr zur alten Währung mit einer kräftigen Abwertung rechnen. Um dieser zu entgehen, würden sie sich ihre Bankguthaben in Euro auszahlen lassen. „Ein Krisenland müsste verrückt sein, es würde in seinen Grenzen den größten Banken-Sturm aller Zeiten auslösen“, warnt Barry Eichengreen, Währungsexperte von der University of California in Berkeley, vor einem solchen Schritt. Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, ist sich sicher, dass „kein Finanzsystem einem solchen Bank-Run standhalten kann, der wohl auch auf andere Peripherieländer übergreifen würde“.

Szenario Rauswurf

Szenario Rauswurf

Zudem blieben die Schulden des austretenden Landes weiter in Euro denominiert. Die Abwertung würde den Schuldendienst drastisch verteuern, ein Staatsbankrott wäre kaum noch zu vermeiden.

Folge: Investoren würden ihre Zinsforderung gegenüber dem Euro-Renegaten drastisch erhöhen, die Investitionen brächen ein, die Konjunktur kollabierte. Die Ökonomen der niederländischen Bank ING haben ausgerechnet, dass ein Austritt Griechenlands aus der Währungsunion das griechische Bruttoinlandsprodukt um 7,5 Prozent schrumpfen ließe.

Hinzu kommt: Eine schwache Währung treibt die Importpreise in die Höhe. In Verbindung mit steigenden Löhnen sähen sich die Exporteure gezwungen, ihre Preise anzuheben. Der Wettbewerbsvorteil der Abwertung wäre rasch wieder perdu.

Fazit

Der Austritt wirtschaftlich schwacher Länder würde die restliche Euro-Zone entlasten. Die Austrittskandidaten müssten jedoch mit einem Bank-Run, einem Inflationsschub und erheblichen Wachstumseinbußen rechnen. Ein Rauswurf oder Austritt würde das Land also ins Chaos stürzen.

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