Terror im Jemen: Mehr als hundert Tote bei Anschlägen

Terror im Jemen: Mehr als hundert Tote bei Anschlägen

, aktualisiert 20. März 2015, 17:08 Uhr
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Auf zwei Moscheen der schiitischen Huthi-Rebellen im Jemen wurden Terroranschläge verübt.

In Jemens Hauptstadt Sanaa sprengen sich Attentäter inmitten gläubiger Schiiten in die Luft. Der IS bekennt sich zu den Anschlägen. Es wären die ersten größeren Attacken der Terrormiliz in dem arabischen Land.

Bei Selbstmordanschlägen auf zwei Moscheen im Jemen sind am Freitag nach einem Medienbericht mindestens 137 Menschen ums Leben gekommen. 345 weitere seien verletzt worden, berichtete der von den schiitischen Huthi-Rebellen betriebene Fernsehsender Al-Masirah mehrere Stunden nach den Attentaten. Ein angeblicher jemenitischer Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat bekannte sich zu der Tat.

In den beiden Moscheen sollen vor allem schiitische Huthi-Rebellen gebetet haben. Der IS versteht sich als sunnitisch. Unter den angegriffenen Gläubigen waren aber auch Sunniten. In dem Bekennerschreiben wurden die Anschläge als „heilige Operation“ gegen die „Höhle der Schiiten“ bezeichnet. Ob die Gruppe tatsächlich mit dem IS in Verbindung steht, war aber unklar.

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Bisher hatte die Terrormiliz in Jemen keine größeren Anschläge verübt - im Gegensatz zu der dort sehr aktiven - und mit den Huthis bitter verfeindeten - Al-Kaida, die sich ebenfalls als sunnitisch versteht. Das Schreiben wurde auf der gleichen Extremisten-Website veröffentlicht, auf der sich auch der libysche Arm des IS zum Anschlag in Tunis am Mittwoch bekannte.

Die staatliche Nachrichtenagentur Saba berichtete, insgesamt hätten vier Selbstmordattentäter die Badr-Moschee im Süden Sanaas und Al-Haschusch-Moschee im Norden der Stadt angegriffen. Einer von ihnen wurde demnach am Eingang der Badr-Moschee von Sicherheitsleuten aufgehalten und sprengte sich in die Luft. In der folgenden Panik gelangte ein weiterer Angreifer in das Gotteshaus und zündete dort seinen Sprengsatz.

Überlebende berichteten, die Explosion habe sich wie ein Erdbeben angefühlt. Ähnlich massiv war auch die Detonation in der Al-Haschusch-Moschee. Der Augenzeuge Mohammed al-Ansi sagte der Nachrichtenagentur AP, der Druck der Explosion habe ihn mehrere Meter weit weg geschleudert. „Köpfe, Beine und Arme der Getöteten lagen auf dem Boden der Moschee verstreut“, berichtete er. Das Blut sei in Strömen geflossen. Viele Menschen seien von umherfliegenden Glassplittern getroffen worden.

Der von den Rebellen betriebene Fernsehsender Al-Masirah berichtete, die Attentäter hätten während der Mittagsgebete zugeschlagen, als sich besonders viele Gläubige in den Moscheen drängen. Er zeigte Bilder von Helfern, die Verletzte auf blutigen Decken davontrugen. Krankenhäuser riefen zu Blutspenden auf.

Dem Sender zufolge gab es noch einen weiteren Anschlagsversuch auf die Huthi-Hochburg Saada im Nordjemen. Dort sei der Selbstmordattentäter aber aufgehalten worden, bevor er seinen Sprengsatz zünden konnte. Auch in dem Bekennerschreiben war von fünf Angreifern die Rede.

Die schiitischen Rebellen hatten im September die Sanaa übernommen und nach monatelangem Machtkampf schließlich Präsident Abbed Rabbo Mansur Hadi in seinem Haus festgesetzt. Dieser floh nach seiner Freilassung in den Süden des Landes und betrachtet sich weiter als rechtmäßigen Präsidenten des Landes. Sein Vorgänger Ali Abdullah Salih hat sich mit den Huthis verbündet, die mittlerweile neun der 21 Provinzen des Jemen unter ihre Kontrolle gebracht haben.

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