Terror in Manchester: Mehrere Festnahmen in England und Libyen

Terror in Manchester: Mehrere Festnahmen in England und Libyen

, aktualisiert 24. Mai 2017, 22:56 Uhr
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Der Terroranschlag bei einem Popkonzert in Manchester hat mindestens 22 Menschen in den Tod gerissen.

Quelle:Handelsblatt Online

Die britischen Behörden vermuten ein Netzwerk hinter dem mutmaßlichen Attentäter von Manchester. Nicht nur in Großbritannien kommt es zu Festnahmen. In Libyen wird ein Bruder des Attentäters und sein Vater festgenommen.

ManchesterDie britischen Ermittler sind nach dem Anschlag auf das Ariana-Grande-Konzert in Manchester mit 22 Toten einem Terrornetzwerk rund um den mutmaßlichen Attentäter auf der Spur. „Ich denke, es ist sehr klar, dass das ein Netzwerk ist, zu dem wir ermitteln“, sagte Polizeichef Ian Hopkins am Mittwoch. In Großbritannien und Libyen kam es zu mehreren Festnahmen, auch der Vater und zwei Brüder des 22-jährigen Salman Abedi wurden festgesetzt. US-Musikstar Grande sagte mehrere Konzerte ab.

Bei den Ermittlungen gegen mögliche Hintermänner der Tat durchsuchten britische Spezialeinheiten am Mittwoch eine Wohnung im Zentrum von Manchester. Nachdem die Terroralarmstufe in Großbritannien auf das höchste Niveau angehoben worden war, sicherten Hunderte Soldaten wichtige Orte im Land wie das britische Parlament und den Buckingham-Palast in London.

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Innenministerin Amber Rudd sagte, dass der in Großbritannien geborene Abedi „wahrscheinlich“ nicht allein gehandelt habe. Er sei „bis zu einem Punkt“ den Sicherheitskräften bekannt gewesen. Abedi, der Sohn libyscher Eltern, war im Raum Manchester aufgewachsen. Er starb bei dem Anschlag.

In Libyen nahm eine Anti-Terror-Einheit den Vater und einen Bruder des mutmaßlichen Täters fest. Die Einheit teilte am Mittwoch mit, der 18-jährige Haschim Abedi habe in Gewahrsam erklärt, dass sowohl er als auch sein Bruder zur Terrormiliz Islamischer Staat gehört hätten und er Details zum Anschlag gekannt habe.

Der Vater hatte zuvor gesagt, dass sein Sohn unschuldig sei. „Wir glauben nicht daran, Unschuldige zu töten. Das sind wir nicht“, sagte Ramadan Abedi der Nachrichtenagentur AP telefonisch aus der libyschen Hauptstadt Tripolis, wo er später festgenommen wurde.

Er habe noch vor fünf Tagen mit seinem Sohn Salman gesprochen, der sich darauf vorbereitet habe, nach Saudi-Arabien zu reisen, sagte der Vater. Von dort aus habe er nach Libyen fliegen wollen, um den Fastenmonat Ramadan mit seiner Familie zu verbringen. Er habe dabei „normal“ geklungen und sei bereits vor eineinhalb Monaten in Libyen gewesen. Der Vater bestätigte, dass die britische Polizei am Dienstagmorgen einen weiteren seiner Söhne, den 23-jährigen Ismail, festgenommen habe.

Der Vater soll früher nach Angaben des ehemaligen libyschen Sicherheitsbeamten Abdel-Basit Harun einer Al-Kaida-nahen Extremistengruppe in Libyen angehört haben. Die Gruppe löste sich später auf, der Vater sei aber nach wie vor Teil der salafistisch-dschihadistischen Bewegung in Libyen, sagte Harun. Ramadan Abedi dementierte, Verbindungen zu Extremistengruppen zu haben.

Die britische Polizei setzte am Mittwoch vier weitere Verdächtige fest, darunter einen in der Stadt Wigan. Ein Päckchen, das die verdächtige Person getragen habe, werde geprüft.

Das Management von Teenie-Idol Grande gab bekannt, dass die Sängerin ihre Welttournee bis zum 5. Juni unterbrechen werde. Davon betroffen sind neben Auftritten in London, Antwerpen und Lodz auch das einzige Konzert in Deutschland am 3. Juni in der Festhalle in Frankfurt am Main sowie die Show am 5. Juni in Zürich.

Quelle:  Handelsblatt Online
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