Terroranschläge: Indische Spezialeinheiten befreien fünf deutsche Geiseln

Terroranschläge: Indische Spezialeinheiten befreien fünf deutsche Geiseln

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Die Geiselnehmer von Bombay haben die indische Regierung zu Verhandlungen aufgefordert. Dabei soll es offenbar auch um die Situation in Kaschmir gehen.

Drei Tage Terror - und noch immer kein Ende: In Bombay halten sich weiterhin Attentäter in zwei Luxushotels und einem jüdischen Zentrum verschanzt. Indische Spezialeinheiten haben heute ein jüdisches Zentrum gestürmt. Zuvor hatte sie zahlreiche ausländische Geiseln aus dem Luxushotel Oberoi befreit - unter ihnen fünf Deutsche.

Bei der Befreiungsaktion im Luxushotel Oberoi in  Bombay sind heute mindestens fünf Deutsche in Sicherheit gebracht worden - drei Lufthanseaten und zwei Mitarbeiterinnen des Auswärtigen Amtes. LH-Sprecher Thomas Jachnow sagte, insgesamt hätten sieben Mitarbeiter der Fluggesellschaft das Hotel verlassen können. „Darüber sind wir sehr, sehr glücklich.“ Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes teilte mit, die beiden Mitarbeiterinnen des Ministeriums seien unverletzt in das deutsche Generalkonsulat gebracht worden. Die beiden seien auf Dienstreise in Bombay gewesen. Weitere Mitarbeiter der Lufthansa befinden sich laut Jachnow nicht in der Hand der Geiselnehmer. „Sie waren die letzten, auf die wir gewartet haben“, sagte der Sprecher. Sie sollten noch heute nach Deutschland ausgeflogen werden.

Spezialeinheiten der indischen Armee suchen unterdessen nach weiteren verschanzent Attentätern. Generalleutnant N. Thamburaj erklärte heute, der Antiterroreinsatz stehe kurz vor dem Abschluss. Die Suche nach den restlichen Kämpfern, die noch immer in zwei Luxushotels und einem jüdischen Zentrum vermutet wurden, sollte in einigen Stunden abgeschlossen sein. Die Zahl der Todesopfer stieg auf 119.

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Indische Spezialeinheiten Quelle: REUTERS

Indische Spezialeinheiten stürmen das jüdische Zentrum Nariman House in Bombay

Bild: REUTERS

Zudem griffen indische Spezialeinheiten heute ein jüdisches Zentrum an, in dem sich mutmaßlich muslimische Extremisten mit mehreren Geiseln verschanzt haben sollen. Soldaten seilten sich von einem Hubschrauber ab und begannen damit, von Zimmer zu Zimmer, von Etage zu Etage das fünfstöckige Gebäude zu durchkämmen. Die Sicherheitskräfte hatte am Donnerstagabend rund 400 Menschen aus dem Hotel Taj Mahal geführt und danach erklärt, im Inneren hielten sich keine Attentäter mehr auf.

Heute morgen erklärten Militärsprecher, drei bewaffnete Männer in dem Hotel seien getötet worden, aber drei weitere hielten sich dort mit rund 15 Zivilpersonen weiter verschanzt. Wenige Stunden später, nachdem erneut Explosionen und Schüsse zu hören waren, hieß es, es sei noch ein Attentäter am Leben.

Attentäter waren schwer bewaffnet

In den Hotels Taj Mahal und Oberoi waren am Mittwochabend Hunderte Gäste in den Gewaltstrudel koordinierter Angriffe mehrerer schwer bewaffneter Angreifergruppen geraten. Nach amtlichen Angaben wurden mindestens 119 Menschen getötet und 288 verletzt, unter den Toten war auch ein deutscher Geschäftsmann.

Die mutmaßlich muslimischen Extremisten hatten Augenzeugenberichten zufolge vor allem Amerikaner, Briten und Juden im Visier. Getötet wurden aber zum überwiegenden Teil Inder und ausländische Touristen, die in den Kugelhagel gerieten. Die Angreifer waren nach Polizeidarstellung mit AK-47-Sturmgewehren und Handgranaten bewaffnet und kannten sich in den Hotels sehr gut aus.

Beziehungen zu Pakistan zusätzlich belastet

Die Anschlagswelle belastet die indisch-pakistanischen Beziehungen. Der pakistanische Verteidigungsminister Ahmed Mukhtar sagte der Nachrichtenagentur AP in Islamabad, Pakistan sollte „nicht wie in der Vergangenheit“ für Anschläge in Indien verantwortlich gemacht werden. Der indische Ministerpräsident Manmohan Singh hatte am Donnerstag zwar keine direkten Vorwürfe gegen Pakistan erhoben, wohl aber erklärt, die Angriffe seien von militanten Extremisten außerhalb Indiens vorbereitet worden. Das wurde in Islamabad als Vorwurf einer pakistanischen Verwicklung aufgefasst.

Eine Verschlechterung der Beziehungen der beiden Atommächte, die seit 1947 wegen des Streits um die Himalaya-Region Kaschmir drei Kriege führten, würde die vom künftigen US-Präsidenten Barack Obama geplante amerikanische Südasienpolitik erschweren. Obama setzt auf eine Normalisierung des indisch-pakistanischen Verhältnisses als Grundlage für seine Initiative zur Stabilisierung Afghanistans.

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