Terrorismus: Wie Ground Zero zum Fiasko für Amerika wurde

Terrorismus: Wie Ground Zero zum Fiasko für Amerika wurde

Der Wiederaufbau an Ground Zero ist acht Jahre nach den Terroranschlägen auf das World Trade Center wegen Streitereien zwischen Politikern, Behörden und Bauherren, extremen Bauverzögerungen und absehbaren Kostenüberschreitungen zu einem Fiasko für alle Beteiligten geworden.

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Die Arbeiten am Ground Zero gehen schleppend voran

Dollar Strafe pro Tag zahlte die Port Authority of New York and New Jersey (PA) als Eigentümer des Geländes mehr als ein Jahr lang an den Bauunternehmer Larry Silverstein, weil sie nicht zum vereinbarten Zeitpunkt mit  notwendigen Vorbereitungsarbeiten auf dem Teil von Ground Zero fertig wurde, auf dem Silverstein die Türme 2, 3 und 4 bauen soll. 2,75 Milliarden Dollar zahlte Silverstein seit 2001 an die Port Authority, Miete für das kollabierte World Trade Center, insgesamt rund zwei Drittel des Geldes, das Silverstein von den Versicherungen kassiert hatte.

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Milliarden Dollar sind zurzeit für diverse Bauvorhaben in Downtown Manhattan verplant – der Großteil davon auf Ground Zero. Vom einst Freedom Tower benannten Turm, der jetzt 1 World Trade Center heißt, reckt sich auf der Nordwest-Seite der Stahlkern langsam in die Höhe. Allein er wird, mit Antenne 1776 Fuß hoch, nach den Vorgaben des Bauherren Port Authority 3,1 Milliarden Dollar kosten. Doch gleichzeitig ist ein Streit darüber entbrannt, ob die Stadt, deren Eigentümer von Gewerbeimmobilien bereits unter hohen Leerstandsquoten bei Büroimmobilien stöhnen, weitere Büros bauen sollte.

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Die Port Authority schockte die New Yorker zuletzt mit der Prognose, dass die Türme von Silverstein erst im Jahr 2037 wieder Mieter finden würden.  Silverstein bekommt wegen der Finanzkrise keine Kredite von Banken mehr und die Port Authority stellt sich quer mit Finanzgarantien. Mittlerweile scheint es unsicher, ob Silverstein alle drei Türme bauen kann. Nur beim kleinsten Turm Nummer 4 des japanischen Architekten Fumihiko Maki in der Südostecke haben erste Arbeiten in der Betonwanne bereits begonnen.

2011

Zum Zehn-Jahres-Tag des Anschlags sollte ursprünglich alles an Ground Zero fertig sein. Das Memorial, die Gedenkstätte für die bei dem Anschlag Getöteten, hätte sogar bereits zum diesjährigen Gedenktag eröffnet sein sollen. Doch es wird 2011 bestenfalls ein Provisorium sein. Nach optimistischen Prognosen könnte es 2013 komplettiert sein. Immerhin dürfen in diesem Jahr auf der Baustelle Angehörige der Opfer zum ersten mal über die Memorial Plaza gehen.

Für die Türme 2 und 3, entworfen von Norman Foster und Richard Rogers, deren Bau eigentlich 2008 hätte starten sollen, ist dagegen noch kein einziger Stahlträger gesetzt. Auf dem Gelände für Turm 5 an der Südseite des Areals hinkt der Abriss des kontaminierten ehemaligen Deutsche-Bank-Gebäudes um Jahre hinter dem Plan her.

Anfang August berichteten New Yorker Medien über eine unter Verschluss gehaltene Risikoanalyse des Lower Manhattan Construction Command Center, wonach der Freedom Tower mit 80prozentiger Wahrscheinlichkeit erst im Jahr 2018 fertig gestellt sein wird, ebenso der vom Architekten Santiago Calatrava gezeichnete Bahnhof. Viele Details der Projekte wie das bei schönem Wetter zu öffnende Dach der Calatrava-Konstruktion fielen wegen zu hoher Kosten zudem mittlerweile dem Rotstift zum Opfer.   

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