Terrormiliz Islamischer Staat: IS bekennt sich zu Anschlägen in Tunis

Terrormiliz Islamischer Staat: IS bekennt sich zu Anschlägen in Tunis

Der Islamischer Staat hat sich zu dem Terroranschlag in Tunis bekannt. Die Extremisten veröffentlichten dazu im Internet eine Audio- und Textbotschaft. Darin würdigten sie die Täter als "Ritter des Islamischen Staates".

Die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat sich zu dem Anschlag auf ausländische Touristen in Tunesien bekannt. In einer am Donnerstag im Internet verbreiteten Audiobotschaft wurden die Täter als "Ritter des Islamischen Staates" gewürdigt. Sie hätten mit Sturmgewehren und Granaten das Bardo-Museum unweit des Parlamentes angegriffen. Die tunesischen Behörden nahmen im Zusammenhang mit dem Anschlag neun Personen fest. Es gebe bei vier der Verdächtigen eine direkte Verbindung zu dem Attentat, teilten die Behörden mit. Bei den getöteten Attentätern handele es sich um Tunesier.


In den großen Städten des Landes soll in den kommenden Tagen die Armee für Sicherheit sorgen. In den Stadtzentren würden Soldaten patrouillieren, teilte das Präsidialamt mit. Staatsoberhaupt Beji Caid Essebsi habe dies nach Beratungen mit der Führung der Streitkräfte entschieden.

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Die einflussreichsten Rebellengruppen in Syrien

  • Islamische Front

    Sie ist ein Zusammenschluss aus sechs großen islamistischen Gruppen. Die Islamische Front ist vermutlich die größte Rebellenallianz in Syrien und verfügt über 40.000 bis 50.000 Kämpfer. Ihre Mitglieder sind sunnitische Extremisten, die einen islamischen Staat in Syrien errichten wollen. Die Haltung der Islamischen Front gegenüber den Extremisten von IS ist ambivalent. Teile der Gruppe unterstützen aber den Kampf gegen sie.

  • Nusra-Front

    In der einflussreichen Rebellengruppe sind sowohl syrische als auch ausländische Extremisten aktiv. Sie ist von Al-Kaida offiziell als Ableger in Syrien anerkannt. Die Nusra-Front hat als erste Gruppierung in Syrien Selbstmord- und Autobombenanschläge in Stadtgebieten verübt. Sie kämpft für einen islamischen Staat, hat zwischen 7000 und 8000 Anhänger und arbeitete bislang eng mit der Islamischen Front zusammen.

  • Islamischer Staat

    Die Gruppe wurde von abtrünnigen Mitgliedern der Nusra-Front gebildet und vereinigte sich mit dem Al-Kaida-Ableger im Irak. Früher nannte sie sich Islamischer Staat im Irak und der Levante (Isil). Angeführt wird IS von Abu Bakr al-Baghdadi, der die Forderung der Al-Kaida ignorierte, den Schwerpunkt der Aktivitäten auf den Irak zu legen. Anfang des Jahres kappte Al-Kaida die Verbindungen zur IS, die als die militanteste Extremistengruppen in Syrien gilt.

    Zunächst hatte die Gruppierung unter anderem wegen ihrer strikten Haltung gegen Plünderungen einen Großteil der syrischen Bevölkerung auf ihrer Seite. Dies änderte sich, als sie begann, Kritiker zu entführen und zu töten.

    Derzeit kämpft IS an mehreren Fronten - gegen rivalisierende Rebellen in Syrien und gegen die Kurden im Nordirak. Die Gruppe soll über 6000 bis 7000 Kämpfer verfügen. Im Irak wird sie durch Zehntausende Kämpfer sunnitischer Stämme unterstützt, die von der Zentralregierung in Bagdad enttäuscht sind.

  • Syrische revolutionäre Front

    Die Allianz aus weitgehend nicht ideologisch geprägten Rebellen-Einheiten formierte sich im Dezember. Das Rückgrat der Gruppe bildet die Syrische Märtyrer-Brigade, eine einst einflussreiche Gruppe aus der nördlichen Provinz Idlib unter Führung von Dschamal Maruf. Ihm war von rivalisierenden Rebellengruppen vorgeworfen worden, für den Aufstand bestimmtes Geld in die eigene Tasche gesteckt zu haben. Die Anhänger der revolutionären Front sind weitgehend moderate Islamisten. Finanziell unterstützt wird die Gruppe vermutlich von Golfstaaten wie Saudi-Arabien.


  • Mudschaheddin-Armee

    Sie bildete sich zu Jahresbeginn aus acht syrischen Gruppen und startete eine Offensive gegen die Extremisten von IS. Die Allianz ist moderat islamistisch und hat nach eigenen Angaben rund 5000 Mitglieder.


  • Höchstes Militärkommando

    Es handelt sich um eine moderate, nicht ideologische Gruppe. Sie wird von westlichen Ländern wie den USA unterstützt. Auch die Türkei und die arabischen Golfstaaten stehen auf ihrer Seite. Sie hat niemals den Eindruck ausräumen können, dass ihre Führung aus dem Ausland kommt.

Die Zahl der getöteten ausländischen Touristen stieg am Donnerstag nach Angaben des Gesundheitsministeriums auf 20. Ihre Nationalität ist nicht eindeutig geklärt. Entgegen ersten tunesischen Angaben gibt es keine deutschen Opfer. "Wir gehen davon aus, dass unter den Toten und den Verletzten keine deutschen Staatsangehörigen sind", erklärte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes.


Das Außenministerium in London teilte mit, auch eine Britin sei unter den Todesopfern. Nach Angaben der Regierungen in Rom, Tokio und Warschau vom Donnerstag starben zudem vier Italiener, drei Japaner und zwei Polen. Tunesischen Angaben zufolge kamen außerdem Urlauber aus Frankreich, Spanien, Kolumbien, Australien sowie insgesamt drei Tunesier ums Leben.


Der Anschlag im Herzen der tunesischen Hauptstadt kam nicht überraschend. So sollen Tausende Tunesier nach Syrien, in den Irak und nach Libyen gereist sein, um auf der Seite von Islamisten zu kämpfen. Die junge Demokratie in Tunesien wurde bereits als potenzielles Ziel von Extremisten gesehen. Zwei Zeitungen berichteten, die Attentäter seien im Irak und in Libyen gewesen. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es nicht.

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Der Überfall auf die Touristen trifft Tunesien in einer Zeit, in der sich das Land nach einer unruhigen Übergangsphase auf dem Weg in die Demokratie befindet. Der Anschlag ereignete sich im berühmten Bardo-Museum, in dem viele archäologische Fundstücke zu sehen sind. Mit der Tat sollte offenkundig der Tourismus getroffen werden, der sieben Prozent zur tunesischen Wirtschaftsleistung beiträgt.


Nach dem Attentat haben einige Reiseveranstalter Touren von den Küstenorten in die Hauptstadt Tunis gestrichen. Die Hotelkette Accor teilte mit, sie habe die Sicherheitsvorkehrungen in ihren Häusern in Tunesien verstärkt. Die Kreuzfahrtgesellschaft Costa, eine Tochter von Carnival, strich die Stopps der Schiffstouren in Tunesien. Das Auswärtige Amt wies darauf hin, dass dort "auch in Zukunft Ausländer direkt oder indirekt Opfer von Anschlägen sein können". Es rät daher zu besonderer Vorsicht und Wachsamkeit.


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