Terrorpläne in New York: „Es hätten eine Menge Menschen sterben können“

Terrorpläne in New York: „Es hätten eine Menge Menschen sterben können“

, aktualisiert 21. November 2011, 09:54 Uhr
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New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg (links) und Ray Kelly (rechts) von der New Yorker Polizei.

von Nils RüdelQuelle:Handelsblatt Online

Wieder New York, wieder ein US-Staatsbürger: Die Polizei hat einen mutmaßlichen Bombenleger festgenommen, der angeblich den Tod von Osama bin Laden rächen wollte. Der Mann verkörpert einen neuen Typus eines Terroristen.

New YorkDie Röhrchen waren schon angebohrt. Der Schwefel lag bereit, zuvor abgekratzt von Streichholzschachteln. Die Nägel, die sich später in tödliche Geschosse verwandeln sollten, waren ebenso längst eingekauft wie Drähte für die Zünder. Innerhalb von einer Stunde, so glauben Ermittler, wären die Rohrbomben einsatzbereit gewesen.Doch dazu kam es nicht. Polizisten in Manhattan nahmen den mutmaßlichen Bombenbastler Jose Pimentel rechtzeitig fest.

Der 27-Jährige Islam-Konvertit und US-Staatsbürger wollte angeblich Polizisten und US-Soldaten in die Luft sprengen, die von ihrem Einsatz aus Afghanistan und dem Irak zurückkehrt sind, teilte New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg am frühen Sonntagabend auf einer Pressekonferenz mit Polizeichef Raymond Kelly und Oberstaatsanwalt Cyrus Vance mit. „Es hätten eine Menge Menschen sterben können“.

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Pimentel habe nach bisherigen Erkenntnissen keine Komplizen, sagte Commissioner Kelly. Er sei ein „einsamer Wolf“, der die Anleitung zum Bombenbau aus einem Al-Kaida-Magazin entnommen hatte. Der 27-Jährige, der aus der Dominikanischen Republik stammt und seit Jahren in Washington Heights, Manhattan lebt, habe die Anschlagspläne im Verhör gestanden.

Sein Motiv: Hass auf die USA und Rache für seine toten Idole Osama bin Laden, Saddam Hussein und den mutmaßlichen Chefanwerber der Al-Kaida, Anwar al-Awlaki, den eine US-Drohne im September getötet hatte.

„Das ist genau die Art von Gefahr, vor der das FBI immer warnt“, sagte Bloomberg weiter. „Ein Bürger unseres Landes, der von Al-Kaida indoktriniert wurde.“ Zuletzt war Manhattan im Mai 2010 denkbar knapp einem Anschlag entgangen. Damals hatte ein US-Bürger mit pakistanischen Wurzeln ein mit Sprengstoff beladenes Auto mitten auf dem belebten Times Square abgestellt. Glück für die Passanten: Die Bombe zündete nicht richtig.


Die Wirkung der Bomben hätte verheerend sein können

Ernsthaft in Gefahr war die Bevölkerung durch Pimentel aber offenbar zu keiner Zeit. Seit Mai 2009 seien ihm auf den Fersen gewesen, hätten jeden seiner Schritte überwacht und einen Informanten im Umfeld des Verdächtigen platziert, sagte Kelly. So sei den Beamten auch nicht entgangen, wie der mutmaßliche Bombenbauer in Baumärkten und Ramschläden seine Komponenten zusammenkaufte.

Der Zugriff erfolgte innerhalb der vergangenen 24 Stunden. „Er war dabei, drei Rohrbomben zu bauen“, sagte ein Ermittler der „New York Times“. „Wir konnten  nicht mehr warten, was er mit seinen Bomben machen wollte“.  Die Wirkung der Bomben hätten verheerend sein können: Auf der Pressekonferenz zeigten die Ermittler ein Video, um die Sprengwirkung der Rohrbomben zu demonstrieren. Zu sehen war in dem wenige Sekunden langen Film ein Kleinwagen, der von einer Detonation weitgehend  zerstört wird. Und in diesen Wochen um Thanksgiving und der Vorweihnachtszeit ist New York besonders verwundbar.  

Pimentels mutmaßlicher Terrorplot war bereits der 14. Anschlagsversuch seit dem 11. September 2001. „Er wollte hier bomben, weil diese Stadt für alles steht, was die Terroristen hassen“, sagte Staatsanwalt Vance. „Aber New York bleibt die Hauptstadt der Toleranz und unserer Wirtschaft.“

mit dpa

Quelle:  Handelsblatt Online
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