Thailand: Pfandsiegel auf Staatseigentum

Thailand: Pfandsiegel auf Staatseigentum

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Diese Boeing 737 des thailändischen Kronprinzen Maha Vajiralongkorn wurde in München beschlagnahmt

Der Insolvenzverwalter eines Baukonzerns hat in München ein Flugzeug der thailändischen Regierung gepfändet. Es ist nicht der einzige Fall dieser Art: Auch Saurierknochen und Kunstwerke aus Staatsbesitz wurden schon gejagt.

Möbel, Autos oder Küchengeräte – wer sein Geld nicht bekommt, holt sich bei seinem Schuldner gern, was er noch kriegen kann. Gehen die Schulden in die Millionen oder gar Milliarden, greifen die Gerichtsvollzieher gern etwas beherzter zu. So hat am Dienstag der Insolvenzverwalter des einstigen Baukonzerns Walter Bau in München ein Flugzeug der thailändischen Regierung pfänden lassen. Die Boeing 737 sei am späten Dienstagnachmittag am Flughafen München festgesetzt worden, teilte Insolvenzverwalter Werner Schneider mit. Wie Fotos seiner Kanzlei zeigen, klebte ein Gerichtsvollzieher Pfandsiegel auf den Flieger. Der Insolvenzverwalter will mit der Zwangsvollstreckung Altschulden Thailands von mehr als 30 Millionen Euro eintreiben. Schneider pocht auf die Zahlung für den Bau einer Mautautobahnstrecke bei Bangkok durch die Walter-Tochter Dywidag vor mehr als 20 Jahren. Ein Schiedsgericht und die deutsche Justiz hätten die Rechtmäßigkeit der Forderung bestätigt, hieß es.

Häufiger Fälle von Pfändungen

Die Flugzeug-Pfändung ist nicht der einzige Fall kurioser Pfändungen: Angst um sein Flugzeug musste 2003 auch der argentinische Staatspräsident Néstor Kirchner haben. Nach der Argentinienkrise befürchtete er, dass sein Dienstflugzeuges Tango 01 gepfändet würde und sagte daraufhin eine Deutschlandreise ab. Argentinien konnte damals seine Schulden von 87 Milliarden Dollar nicht begleichen, 4,4 Milliarden schuldete das Land allein deutschen Gläubigern.

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Die Jagd auf argentinische Besitztümer im Ausland ging noch weiter: Auch Argentinische Exponate bei einer Dinosaurier-Ausstellung in Rosenheim sollten gepfändt werden. Im vergangenen Jahr versuchten Gerichtsvollzieher außerdem während eines Besuchs der argentinischen Präsidentin auf der Frankfurter Buchmesse, weiteres Geld einzutreiben. Die Pfändungen scheiterten allerdings, sei es aus diplomatischen Gründen oder weil die Gegenstände nicht der argentinischen Regierung gehörten.

In diesem Jahr ist nun Tschechien an der Reihe und sorgt sich um seine Besitztümer. Anfang Juni räumten die Tschechen ihre Kunstwerke aus deutschen und französischen Museen. Tschechien streitet seit mehreren Jahren mit einem Pharmaunternehmen aus Lichtenstein um Entschädigungszahlungen. Die Regierung wollte 370 Millionen Euro nicht zahlen, weil sie von einer öffentlichen Ausschreibung ausgeschlossen worden war. Daraufhin beantragten die Liechtensteiner jetzt die Pfändung von tschechischen Besitztümern im Ausland. Drei Kunstwerke wurden bereits sichergestellt.

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