_

Tibet: Chinas Propaganda und ein Reporter auf der Flucht

von Matthias Kamp

WirtschaftsWoche-Korrespondent Matthias Kamp über seine Recherche-Reise nach Tibet.

Buddhistische Mönche im Quelle: AP
Buddhistische Mönche im Jokhang-Tempel in Lhasa (Tibet) Quelle: AP

Seit den Olympischen Spielen 2008 dürfen ausländische Journalisten in China im Land frei umherreisen. Nur für Reisen nach Tibet bedarf es noch einer speziellen Genehmigung – diese wird so gut wie nie erteilt. Doch ein- bis zweimal im Jahr organisieren das Außenministerium oder der Staatsrat eine Pressetour. Von rund 500 ausländischen Medienvertretern dürfen jeweils zwischen 25 und 30 Korrespondenten mit. Dieses Mal hatte ich das Glück. Die Behörden hatten Interviews mit Mönchen, Wirtschaftsvertretern, Bürgern und dem stellvertretenden KP-Sekretär Tibets organisiert. Alle priesen die Arbeit der Kommunistischen Partei, den Fortschritt in Tibet und die Erfolge der Reformpolitik.

Anzeige

Im Getümmel verschwunden

Recherchen außerhalb des straff organisierten und streng beaufsichtigten Programms waren äußerst schwierig. Ein Versuch, auf eigene Faust das Hotel zu verlassen, wird von Aufpassern gestoppt. Mir und einem Kollegen gelingt es dennoch, im Getümmel zu verschwinden. So können wir unbeobachtet einige Bewohner Lhasas interviewen. An einem anderen Tag besuchen wir den Jokhang-Tempel zu einem Gespräch mit dem führenden Mönch. Als ich mir ein Bild von der Umgebung des Tempels machen will, blockieren zwei Behördenvertreter den Ausgang. Man sei besorgt wegen möglicher Unfälle. In Shigatse setze ich mich mit zwei Kollegen – und Genehmigung unserer Begleiter – von der Gruppe ab. Ein weißer Pkw folgt uns im Abstand von rund 100 Metern im Schritttempo. Wir fotografieren das Fahrzeug und gehen weiter. Als wir uns nach wenigen Minuten erneut umdrehen folgt uns ein anderer, ebenfalls weißer Pkw im Schritttempo. Schließlich biegen wir in eine verwinkelte Gasse ein – und haben unsere Verfolger abgehängt.

4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 28.10.2010, 02:52 UhrAnonymer Benutzer: Außenseiter

    Stammt dieser bericht wirklich von einem "Sinolog"?!

    Also die geschilderte Tatsache mag echt sein, aber die Wahrnehmung ist einseitig, daher nicht "journalistisch", sondern ideologisch oder "politisch korrekt!".
    Wie wäre es, wenn Chinesen auch immer wieder von Einzelfällen der Ausländerfeindlichkeit in Deutschland mehr als nötig bzw. verzerrt berichten und die hierzulande nicht unbedingt richtig geführte integrationsdebatte jeden Tag als Hauptthema kommentiert?

    Die (Hinein-)interpretation zeigt mehr die innere Welt des berichterstatters auf als die Realwelt, die er eigentlich zu bericht hat.

    Die bewertung ist ja "logisch"....

    immer das inhaltlich weitgehend redundante Tibet-Thema: das erinnert sich an "kommunistische" Kampange. Also ein "parasitäer Journalismus" nach F.J. Strauss.

  • 23.10.2010, 02:30 UhrAnonymer Benutzer: Wow

    "Fährt ein bus um die Ecke" - ist genauso informativ!
    Das ist eines der schlechtesten Artikel, die ich im Web je gelesen habe!

  • 22.10.2010, 23:40 UhrAnonymer Benutzer: 14 Dalai Lama

    Vielen Dank für die Unterstützung, um die Unruhe in China zu stiften!

Alle Kommentare lesen
weitere Fotostrecken

Blogs

Alternativen gesucht
Alternativen gesucht

Der Euro wird mit jedem Tag mehr zum Verhängnis für Europa, wirtschaftlich wie politisch. Wann endlich werden...

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 21.05.2012

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.