Tod von Kim Jong Il: Nordkorea versetzt Truppen in Alarmbereitschaft

Tod von Kim Jong Il: Nordkorea versetzt Truppen in Alarmbereitschaft

, aktualisiert 21. Dezember 2011, 09:50 Uhr
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Parade nordkoreanischer Soldaten zum 63. Jahrestag der Staatsgründung im September 2011.

Quelle:Handelsblatt Online

Auch nach dem Tod von Kim Jong Il bleibt Nordkorea ein schwarzes Loch: Wer in der kommunistischen Diktatur die Macht hat, ist weiter unklar. Die Sorgen um Stabilität und Frieden in der Region wachsen.

SeoulNordkorea hat nach Erkenntnissen des südkoreanischen Geheimdienstes nach dem Tod von Machthaber Kim Jong Il die innere Sicherheit erhöht und Truppen in Alarmbereitschaft versetzt. Südkoreanische Aktivisten schickten unterdessen am Mittwoch inmitten der elftägigen Staatstrauer Ballons mit Flugblättern nach Nordkorea, was Spannungen verstärken könnte.    

In den Flugblättern wird Kritik an einer Vererbung der Macht vom Vater auf dessen Sohn Kim Jong Un geübt. Pjöngjang hat angedroht, bei derartigen Aktionen Südkorea unter Beschuss zu nehmen. Kim Jong Il ist am Samstag gestorben. Im Westen wurde daraufhin ein Kampf um die Macht in dem kommunistischen Staat erwartet. Dafür gibt es bislang keine Anzeichen.   

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Der südkoreanische Abgeordnete Kwon Young Se sagte am Mittwoch, der Geheimdienst NIS vermute, dass sich der Norden auf die Festigung der Macht vom Kim Jong Un konzentriert. Ranghohe Offiziere der Streitkräfte hätten dem jungen Kim ihre Gefolgschaft versichert. In den großen Städten seien die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt worden.    

Die amtlichen nordkoreanischen Medien meldeten, Kim habe im Kumusan-Palast, in dem sein Vater aufgebahrt ist, Trauernde empfangen, darunter ausländische Gesandte. Weitere Einzelheiten wurde nicht genannt. Seit dem Tod Kim Jong Ils hätten mehr als fünf Millionen Nordkoreaner an Gedenkstätten in der Hauptstadt ihre Trauer zum Ausdruck gebracht. Auch die südkoreanische Regierung erlaubt privaten Gruppen, Nordkorea ihr Beileid über den plötzlichen Tod von Machthaber Kim Jong Il zu übermitteln. Der Minister für Wiedervereinigung, Yu Woo Ik, hatte am Dienstag in einer im Fernsehen übertragenen Ansprache dem nordkoreanischen Volk sein Beileid ausgedrückt.

Die Furcht vor einer Destabilisierung der Region nach dem Tod von Kim Jong Il hält an. China, die USA und Südkorea verständigten sich am Dienstag darauf, dass es „wichtig ist, Frieden und Stabilität“ auf der koreanischen Halbinsel zu erhalten, während Pjöngjang Kims Sohn und Nachfolger Kim Jong Un pries. Seoul erhöhte seine Alarmbereitschaft wegen möglicher Cyber-Angriffe aus dem Norden. Peking fürchtet Experten zufolge eine Destabilisierung oder politische Umwälzung des Landes, die mit einem Flüchtlingsstrom einhergehen könnte.

Die Lage sei „gefährlich“, denn wenn es bei der Machtübergabe an Kims Sohn Probleme geben sollte, „könnte alles im Chaos enden“, sagte Professor Joseph Cheng von der Universität in Hongkong. Chinas Staatschef Hu Jintao besuchte am Dienstag zum Zeichen der Anteilnahme die Botschaft Nordkoreas in Peking. Außenminister Yang rief das nordkoreanische Volk auf, sich hinter Kim Jong Un zu vereinen. Chinas Außenminister Yang Jiechi telefoniert mit US-Außenministerin Hillary Clinton und seinem südkoreanischen Kollegen Kim Sung Hwan, um sich über die veränderte Lage in Nordkorea abzustimmen. Dabei seien «enge Kontakte» vereinbart worden, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Peking. China ist der wichtigste Verbündete Nordkoreas. Das isolierte Land ist dringend auf Hilfe aus dem Reich der Mitte angewiesen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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