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Transaktionssteuer : Wie die EU Zocker ausbremsen will

von Günter Heismann

Die EU will mit der Transaktionssteuer Geld einnehmen – und die Finanzmärkte stärker stabilisieren. Doch ist das realistisch? Worauf Anleger sich einstellen sollten und wie ein vernünftiges Steuermodell aussieht.

Zocker ausbremsen

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Zwei Männer im zügigen Quelle: REUTERS/Suzanne Plunkett
Zwei Männer im zügigen Schritt an einer Bank Quelle: REUTERS/Suzanne Plunkett

Wenn derzeit Politiker vor die Mikrofone treten, sollten die Aktionäre der Deutschen Börse besser auf der Hut sein. Ende September kündigte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso an, Brüssel wolle 2014 eine Steuer auf Finanztransaktionen einführen. Die Nachricht sorgte an den Märkten für arge Verstörung: Der Kurs der Deutschen Börse fiel um fünf Prozent; die Talfahrt hielt, entgegen der positiven Markttendenz, auch am folgenden Tag an.

Zuvor hatten bereits Kanzlerin Angela Merkel und der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy die Börsen heftig erschreckt. Auf einem Gipfeltreffen am 17. August sprachen sich die beiden Spitzenpolitiker ebenfalls dafür aus, den Handel mit Aktien, Anleihen und anderen Finanzprodukten zu besteuern. Daraufhin verlor das Papier der Deutschen Börse zeitweise mehr als sieben Prozent. Kein Wunder: Die Börse macht geschätzt die Hälfte ihrer Handelsumsätze mit Hochgeschwindigkeitshändlern. Hier schieben Computer im Millisekundentakt riesige Aktienpakete hin und her, die Händler verdienen an minimalen Preisdifferenzen. Eine neue Steuer könnte diese Gewinne auffressen, das Geschäft in Europa also unattraktiv machen. Die Deutsche Börse, fürchten ihre Aktionäre, würde Umsätze verlieren.

Die Finanztransaktionssteuer könnte für Börsen, Banken und Investoren in Europa kostspielig werden: Jährlich 57 Milliarden Euro erwartet die EU-Kommission. Eher am Rande erwähnte der Kommissionspräsident die Ziele, die die Befürworter ursprünglich mit der Transaktionssteuer verknüpft hatten: Das Instrument soll spekulative Börsengeschäfte verteuern und damit die Turbulenzen an den Finanzmärkten begrenzen. Für die Finanzmärkte dürfte dieses Argument das wichtigere sein. Die Maschinen im vollautomatischen Hochfrequenzhandel sind oft auf ähnliche Handelsstrategien programmiert. Damit besteht die Gefahr eines verhängnisvollen Gleichlaufs – auf breiter Front treiben die Rechner die Kurse nach unten oder oben.

„Eine Transaktionssteuer könnte das enorme Volumen im Hochfrequenzhandel zumindest zum Teil eindämmen“, vermutet Professorin Dorothea Schäfer, Forschungsdirektorin am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin. Die Finanzmarktexpertin würde die Einführung eines solchen Instruments daher begrüßen.

12 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 20.10.2011, 08:10 UhrMV

    @August der Starke

    Nun, auf ihrem Schulhof beim Pausenbrot mag eine solche Argumentationsführung zumindest jene Schulkameraden von ihnen überzeugen, welche ihnen körperlich unterlegen sind. Jedoch werden Sie feststellen, dass nach ihrem Schulabschluss und den Eintritt in die Welt von uns Erwachsenen Sie sich so etwas wie eine Argumentationsstruktur zulegen sollten.

  • 18.10.2011, 23:27 UhrAugust der Starke

    @MV
    träumen Sie weiter, Sie werdens nie begreifen !
    Müssen wohl CDU oder FDP Mitglied sein, oder versauter SPDler oder
    gar Grüner, schlimmer kommts nimmer,
    Volkswirtschaft hat nichts mit Volksfest zu tun.

  • 18.10.2011, 19:53 UhrAugust der Starke

    @MV
    Es geht hier doch wirklich nicht um Zinseinkünfte oder so ne "Scheiße". Was bekommen Sie denn aktuell noch an Zinsen?
    Darauf können doch einen lassen; Sie zahlen dafür auch noch 25%
    Kapitalertragssteuer. Nein hier gehts um die kreierten Produkte,
    die hochkriminell sind ! Und dafür muss man die bankster und die
    Politiker, die das genehmigt und gutgeheißen haben, verurteilen.
    Erzählen Sie hier also keinen Mist, glauben Sie alle anderen sind
    blöd, nur Sie nicht ?

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