Treffen der Schwellenländer: Nordkoreas Atomtest überschattet Brics-Gipfel

Treffen der Schwellenländer: Nordkoreas Atomtest überschattet Brics-Gipfel

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Chinas Präsident Xi Jinping spricht beim Beginn des Brics-Gipfels in Xiamen, China.

Die aufstrebenden Volkswirtschaften der Brics-Staaten suchen mehr Mitsprache in der Welt. Der Atomtest Nordkoreas wirft einen Schatten auf ihren Gipfel. Es geht aber eher um die Kooperation untereinander.

Die Staats- und Regierungschefs der Brics-Staaten Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika haben am Montag in Xiamen ihre gemeinsamen Beratungen aufgenommen. Der Gipfel in der südostchinesischen Hafenstadt ist überschattet von dem neuen Atomtest Nordkoreas. Die Präsidenten Chinas und Russlands, Xi Jinping und Wladimir Putin, hatten am Vorabend nach bilateralen Gesprächen dazu aufgerufen, „angemessen“ mit der neuen Herausforderung umzugehen.

Nach Einschätzung von chinesischen Experten wird es bei den gemeinsamen Gipfelberatungen allerdings weniger um die Bedrohung durch Nordkorea gehen, sondern vielmehr um eine engere Kooperation der Brics-Staaten untereinander sowie die Ankurbelung ihrer Volkswirtschaften und den Freihandel. Teilnehmer sind auch Indiens Ministerpräsident Narendra Modi sowie die Präsidenten Brasiliens und Südafrikas, Michel Temer und Jacob Zuma.

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Der Atomtest werde eher am Rande zur Sprache kommen, erwartet der renommierte Professor für internationale Beziehungen, Shi Yinhong, von der Volksuniversität in Peking. „Die Brics-Gruppe ist nicht der richtige Ort, um darüber zu diskutieren, wie das größte Problem der Welt gelöst werden kann“, sagte der Experte der Deutschen Presse-Agentur. „Sie dürften darüber sprechen, aber am Ende nur eine vage Erklärung abgeben.“

Die Gruppe trägt zu einem Viertel zur globalen Wirtschaftsleistung bei und repräsentiert 42 Prozent der Weltbevölkerung. Auf einem Brics-Wirtschaftsforum am Vortag hatte Gastgeber Xi Jinping zu offenen Märkten aufgerufen und das Wachstumspotenzial der aufstrebenden Wirtschaftsnationen beschworen. Die Gruppe wurde 2009 noch ohne Südafrika gegründet, das 2010 dazu eingeladen wurde.

Die Brics-Staaten suchen eine stärkere Rolle in der von den USA und anderen Industrienationen bestimmten Weltordnung und wollen der Stimme der Schwellen- und Entwicklungsländer mehr Gewicht geben. Doch gibt es sehr unterschiedliche Interessen und auch Rivalitäten in der Gruppe, wie der jüngste Grenzstreit zwischen China und Indien deutlich machte. Erst die Beilegung des Disputs hatte der Teilnahme des indischen Ministerpräsidenten an dem Gipfel den Weg geebnet.

Das Treffen endet am Dienstag nach Gesprächen mit den Staats- und Regierungschefs Ägyptens, Mexikos, Thailands, Tadschikistans und Guineas, die im Rahmen des „Brics-Plus“-Prozesses ebenfalls eingeladen wurden.

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