Treffen mit Jim Mattis: Von der Leyen in den USA

Treffen mit Jim Mattis: Von der Leyen in den USA

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Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen trifft US-Verteidigungsminister James Mattis.

Bei ihrem Besuch in den USA hat Ursula von der Leyen Übereinstimmungen mit ihrem US-Amtskollegen Jim Mattis entdeckt. Trotz Mattis' Bekenntnis zur Nato - auf Deutschland könnten neue Forderungen und Aufgaben zukommen.

Der ehemalige Marineinfanterist Jim Mattis ist so ziemlich das Gegenteil dessen, wofür die neue US-Regierung unter Präsident Donald Trump steht: Der Verteidigungsminister gilt als belesen, guter militärischer Führer, Freund der Nato und Warner vor Russland. Angesichts der Schimpftiraden Trumps gegen Freund und Feind scheint er aus einer anderen Welt zu kommen.

Kein Wunder, dass sich seine deutsche Kollegin Ursula von der Leyen bei ihrem Besuch in den USA sichtlich angetan vom zeigt. Für sie dürfte Mattis auf absehbare Zeit zum wichtigsten Verbündeten in Washington werden. Doch der ehemalige General hat mächtige Gegenspieler im Weißen Haus. Es ist nicht ausgemacht, dass er seine Positionen gegen sie durchsetzen kann - und damit bleiben für Deutschland trotz Mattis' warmer Worte in der Sicherheitspolitik der Amerikaner viele Unbekannte.

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Zunächst aber ist es Balsam auf die Seele der verunsicherten Europäer, wie Mattis seinem ersten Gast vom alten Kontinent begegnet: "Ich hätte gern Ihren Rat und möchte wissen, wie Sie die Dinge sehen", begrüßt er seine Kollegin und setzt sich damit vom aggressiven Tonfall ab, dessen Trump sich zuletzt bediente. Was die Ministerin später aus dem Gespräch berichtet, wäre früher als Floskel kaum erwähnt worden. Doch unter Trump bekommt es Nachrichtenwert, wenn sich ein US-Verteidigungsminister klar zur Nato bekennt und die Einhaltung internationalen Rechts von Russland fordert. Im Gegenzug signalisiert von der Leyen Deutschlands Bereitschaft, mehr Lasten in der Nato zu schultern.

Donald Trump: Ein Kurzporträt des 45. US-Präsidenten

  • Geburt

    Donald Trump wurde am 14. Juni 1946 im New Yorker Stadtteil Queens geboren.

  • Beruflicher Werdegang

    Im Alter von 13 Jahren wurde er von seinen Eltern aufs Internat geschickt. Später folgte er dem Vater ins Immobilienmetier und machte auch mit Misswahlen und Spielcasinos Geld. Trump hatte unter anderem mit der Fernsehshow „The Apprentice“ Erfolg, sie machte „The Donald“ als Reality-TV-Star einem großen Publikum in den USA bekannt.

  • Reichtum

    Trumps Erfolge als Unternehmer sind umstritten. Wie reich er wirklich ist, bleibt Spekulation. Bis heute weigert sich der Unternehmer, seine Steuererklärung offenzulegen.

  • Politik & Skandale

    Wegen seiner zahllosen Ausfälle wurde Trump heftig angegangen und vielen zum Feindbild. Trump wird oft parodiert, anderen ist er Idol. Seinen Anhängern steht er - getreu dem Motto„Make America Great Again“ für Neuanfang, ein Aufbrechen verkrusteter Strukturen, eine Rückbesinnung auf Amerika und einen radikalen Abschied von der politischen Agenda Barack Obamas.

    Tabubrüche waren und sind typisch für Trump. Er hetzte gegen Ausländer, verhöhnte Behinderte, sagte skandalöse Dinge über Frauen. „Ich könnte jemanden auf der Straße erschießen und würde trotzdem keinen einzigen Wähler verlieren“, sagte er einmal.

  • Privatleben

    Trump, dem viele Affären nachgesagt wurden, ist zum dritten Mal verheiratet. Mit seiner ersten Frau Ivana hat er die Kinder Donald (39), Eric (33) und Ivanka (35). Die zweite Frau, Marla Maples, brachte die gemeinsame Tochter Tiffany (23) zur Welt. Mit seiner dritten Frau, dem aus Slowenien stammenden Model Melania, hat er den zehnjährigen Sohn Barron. Die Familie gehört für den Baulöwen zu den bei weitem wichtigsten Konstanten.

So weit, so harmonisch. Doch Mattis hat von Trump den ambitionierten Auftrag erhalten, binnen 30 Tagen eine Strategie gegen die Extremistenmiliz IS auszuarbeiten. Wie der neue Plan aussehen wird, lässt sich nicht abschätzen. Militärische Himmelfahrtskommandos sind mit Mattis, der Truppen im Irak und Afghanistan führte, wohl nicht zu erwarten. Gut möglich auch, dass seine Strategie nicht ganz so kriegerisch und global wird, wie Trumps Forderungen zunächst klangen. Vorstellbar ist aber, dass Mattis von den Nato-Partnern einen stärkeren Beitrag im neuen, wie auch immer gearteten Kampf der USA gegen den IS fordert. Denn Trump kritisierte die Militärallianz vor allem deshalb als überholt, weil sie nicht gegen den Terror gekämpft habe.

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