Treffen mit Menschenrechtlern: Netanjahu stellt Gabriel ein Ultimatum

Treffen mit Menschenrechtlern: Netanjahu stellt Gabriel ein Ultimatum

, aktualisiert 25. April 2017, 01:30 Uhr
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Gerät der Terminplan für den Antrittsbesuch in Israel ins Wanken? Außenminister Sigmar Gabriel beim Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem am Montag.

Quelle:Handelsblatt Online

Am Montagabend traf Außenminister Gabriel in Israel ein. Doch offenbar erwägt Ministerpräsident Netanjahu die Absage ihres Treffens – weil Gabriel am Dienstag auch mit Menschenrechtsorganisationen sprechen will.

JerusalemEin geplantes Treffen von Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) mit linken Menschenrechtsorganisationen während seines Antrittsbesuchs in Israel sorgt für Wirbel. Das israelische Fernsehen berichtete am Montagabend, Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erwäge deswegen eine Absage seines Gesprächs mit Gabriel am Dienstag. Der private Sender Channel 2 meldete, der Regierungschef habe seinen Gast aus Deutschland vor die Wahl gestellt, sich mit den Menschenrechtlern oder mit ihm zu treffen.

Gabriel wollte sich zu dem Bericht zunächst nicht äußern. Auch von Netanjahus Büro gab es keine Stellungnahme. Allerdings verschickte es seinen Terminplan für Dienstag ohne einen Hinweis auf das geplante Gespräch mit Gabriel.

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Das Treffen des Außenministers mit vier „Vertretern der Zivilgesellschaft“ ist wie sein Gespräch mit Netanjahu für den Nachmittag in Jerusalem geplant. Unter den Teilnehmern ist die Organisation Breaking the Silence (Das Schweigen brechen), die sich kritisch mit der israelischen Siedlungspolitik auseinandersetzt.

Sie stützt sich dabei auf Aussagen von Soldaten und Reservisten über deren Dienst in den Palästinensergebieten. Die Berichte werden anonym veröffentlicht. Auch Betselem ist zu der Gesprächsrunde mit Gabriel eingeladen, eine seit fast 30 Jahren existierende Menschenrechtsorganisation, die ebenfalls Missstände in den palästinensischen Gebieten anprangert.

Im Februar hatte ein Treffen des belgischen Ministerpräsidenten Charles Michel mit den beiden Organisationen zu einem Eklat geführt. Israel bestellte im Anschluss den belgischen Botschafter ein und übermittelte eine Rüge. Netanjahu sprach von einem schwerwiegenden Affront.

Breaking the Silence und andere linke Organisationen werden in Israel oft als Nestbeschmutzer oder Verräter gebrandmarkt.

Quelle:  Handelsblatt Online
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