Treffen von Obama und Castro: USA und Kuba sollen sich weiter annähern

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Treffen von Obama und Castro: USA und Kuba sollen sich weiter annähern

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Historischer Handschlag: Barack Obama (r.) und Raúl Castro wollen dafür sorgen, dass sich die USA und Kuba weiter annähern.

Die Präsidenten von Kuba und der USA reichen sich die Hand und reden. Bei vielen Bewohnern der Karibikinsel beflügelt das historische Treffen noch einmal die Hoffnung auf ein schnelles Ende der Eiszeit.

In Kuba schien die Zeit stillzustehen, als Präsident Raúl Castro seinem US-Kollegen Barack Obama die Hand reichte. Mitten auf der Straße blieben Bewohner Havannas stehen und starrten gebannt auf die Bildschirme, die das historische Treffen zeigten. Nun soll es aber nicht nur beim diplomatischen Handschlag bleiben, wünschen sich viele Kubaner. Sie hoffen, dass das Tauwetter zwischen Washington und Havanna weiter anhält und sich so ihre Lebensumstände verbessern.

Am Rande des Amerika-Gipfels in Panama-Stadt hatten sich Obama und Castro in einem kleinen Konferenzraum zurückgezogen. Kurz vor dem Treffen fand Kubas Staatschef im Kreis seiner lateinamerikanischen Kollegen ungewöhnlich warme Worte für den Gast aus Washington. Trotz der langjährigen US-Bestrebungen nach einem Regierungswechsel in Kuba sehe er Obama wegen seiner bescheidenen Anfänge als „einen ehrlichen Mann“, dem man vertrauen könne, sagte Castro. Nach ihrer Begegnung erklärte Obama, sein Land sei bereit, ein neues Kapitel in den Beziehungen zu Kuba aufzuschlagen - auch wenn es weiter große Differenzen gebe.

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Wissenswertes über die USA

  • Wenige Millionenstädte

    Obwohl die USA über 307 Millionen Einwohner haben, gibt es relativ wenige Millionenstädte. Es sind gerade einmal neun: New York (8,17 Millionen Einwohner), Los Angeles (3,79 Millionen), Chicago (2,95 Millionen), Houston (2,09 Millionen), Philadelphia (1,52 Millionen), Phoenix (1,45 Millionen), San Antonio (1,32 Millionen), San Diego (1,30 Millionen) und Dallas (1,19 Millionen).

  • 50 oder 51 Staaten?

    Wie viele Bundesstaaten haben die USA? Die richtige Antwort lautet: 50. Oftmals wird fälschlicherweise auch Washington, D.C. als Bundesstaat genannt. Die Abkürzung D.C. steht für „District of Columbia“. Der Distrikt gehört zu keinem Bundesstaat, sondern ist dem Kongress der Vereinigten Staaten direkt unterstellt.

  • Beliebte deutsche Wörter

    Es gibt eine ganze Reihe von deutschen Wörtern, die ins amerikanische Englisch eingedrungen sind. Darunter die bekannten Vokabeln Oktoberfest, Autobahn, Blitzkrieg, angst und kindergarten. Aber auch: wunderkind, waldsterben und doppelganger.

  • Deutsch als Amtssprache?

    Seit 200 Jahren hält sich hartnäckig eine Legende, die besagt, dass Deutsch um ein Haar die offizielle Landessprache der USA geworden wäre. Wahr ist, dass knapp jeder dritte Bürger im US-Ostküstenstaat Pennsylvania zu Beginn des 19. Jahrhunderts deutsche Wurzeln hatte. US-weit lag der Bevölkerungsanteil der Deutschen bei nicht einmal zehn Prozent. Und: Eine Abstimmung über die Amtssprache der USA hat niemals stattgefunden, auch nicht auf regionaler Ebene.

  • Skurrile Gesetze

    In den USA gibt es Unmengen von unsinnigen Gesetzen. Eine Auswahl gefällig? Alabama verbietet das Fahren eines Fahrzeugs mit verbundenen Augen, während man in Florida auf Parkplätzen kein Ständchen singen darf – wenn man nur Badeshorts anhat. Die Stadt Gary in Indiana stellt sich dem Mundgeruch. Nach einem ausgiebigen Knoblauchverzehr ist es vier Stunden lang untersagt, ins Kino oder Theater zu gehen, oder auch nur die Straßenbahn zu benutzen. In der Weltstadt New York ist es verboten, sich den Daumen in die Nase zu stecken und dabei mit den Fingern zu wackeln.

Das kam in Havanna gut an. „Die Tatsache dass sich Raúl Castro und Obama nach all den Jahren der ernsten Spannungen auf zivilisierte Weise zusammengesetzt haben, ist für mich historisch“, sagte Roger Rodriguez. Irene Quintana, eine Haushälterin, sagte, sie habe gerade das Haus geputzt, als ihre Großmutter sie zum Fernseher gerufen habe. „Das erscheint mir großartig, unglaublich“, sagte sie. „Ich bin total begeistert.“

Der geschichtsträchtige Handschlag von Panama-Stadt ist das bedeutendste Symbol, seitdem Obama und Castro Mitte Dezember einen Kurswechsel einläuteten und die Wiederaufnahme von normalen Beziehungen bekanntgaben. Die Ankündigung wurde in Kuba bejubelt, doch inzwischen sind die Hochgefühle etwas abgeflaut. Denn der Annäherungsprozess hakt: Die beiden Länder konnten sich zuletzt nicht auf den ersten Meilenstein der Annäherung einigen - der Wiedereröffnung von Botschaften in Havanna und Washington.

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Genau das hätten viele Kubaner aber gerne so schnell wie möglich. Zudem wünschen sich viele eine Lockerung beim Handel und Tourismus, damit Kubas stagnierende Wirtschaft wieder auf die Beine kommt. Derzeit verdienen Normalbürger in Kuba im Schnitt 20 Dollar im Monat. Entsprechend schwer fällt es vielen, genügend Essen auf den Tisch zu bekommen.

Magaly Delgado will daher erstmal abwarten, ob bei dem Treffen etwas Greifbares herauskommt. „Mir gefällt, dass Raúl sich alle Türen offengehalten hat. Das erscheint mir wichtig“, sagt die pensionierte Büroangestellte. „Wir werden sehen müssen, ob das zu Ergebnissen führt. Auch die Straßenkünstlerin Rosa Marie Argudin gibt sich verhalten optimistisch. „Wir warten seit Jahren auf so etwas. Ich hoffe, dass es nicht nur bei dem Gespräch bleibt.“

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