Treuhand-Modell: Der Masterplan für Griechenland

Treuhand-Modell: Der Masterplan für Griechenland

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Ein Masterplan für Griechenland

von Konrad Handschuch

Griechenland und der Euro können schnell und kostengünstig für den europäischen Steuerzahler gerettet werden. Das sagt die Unternehmensberatung Roland Berger und verweist auf ihr Treuhand-Modell. Wie realistisch ist das Projekt Eureca?

Am Donnerstag dieser Woche sollen die Abgeordneten des Deutschen Bundestags den erweiterten Euro-Rettungsschirm EFSF beschließen. So will es Bundeskanzlerin Angel Merkel, so sieht es das europäische Drehbuch zur Rettung des gefallenen Griechenlands und strauchelnder Euro-Krisenstaaten wie Italien vor. Stimmen die Abgeordneten wie erwartet zu, steigt das Risiko, mit dem die deutschen Steuerzahler für den auf 780 Milliarden Euro geblähten Rettungsschirm EFSF haften werden, auf mindestens 211 Milliarden Euro. Nach Ansicht der Kanzlerin ist das ohne Alternative.

Störfeuer kommt aus Athen. Obwohl die Regierung von Ministerpräsident Giorgos Papandreou zum wiederholten Mal ihr Sparziel verfehlt und mit den versprochenen Reformen nur schleppend vom Fleck kommt, sollen im Oktober weitere acht Milliarden Euro aus dem zugesagten Rettungspaket fließen. Mag auch der Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler aufmucken, mögen viele Abgeordnete selbst der Koalitionsparteien die Faust in der Tasche ballen und 66 Prozent der Regierten das ganze Prozedere falsch finden – Merkel hält in der Euro-Rettung Kurs. Ihr geht es um Höheres: „Scheitert der Euro, dann scheitert Europa.“

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Martin Wittig, Chef von Roland Berger Strategy Consultants, ist so viel Pathos fremd. Zwar teilt er Merkels Ziel: „Die Integrität des Euro-Raums zu verteidigen ist richtig.“ Doch an den Instrumenten zweifelt er: „Liquiditätshilfen zu geben und Einsparungen in Griechenland zu fordern sind sicherlich kurzfristig wirkende Maßnahmen, langfristig sind sie aber nicht ausreichend. Denn dieses Modell bietet keine Chance für das Land, die eigene Wirtschaft anzukurbeln.“ Deshalb schlägt er die Gründung einer Treuhandgesellschaft vor, die griechisches Vermögen sammelt und für 125 Milliarden an die EU verkauft. Mit dem Erlös soll sich Griechenland auf einen Schlag zu einem großen Teil entschulden.

Streng Vertraulich

Erst Montag vergangener Woche reiste Wittigs Kollege Markus Krall, Senior Partner bei Roland Berger Strategy Consultants, von Düsseldorf nach Paris. Im Gepäck: ein 27 Seiten umfassendes Dossier mit dem Vermerk „Streng vertraulich“. Titel: „Project Eureca – Hellenic Recovery Fund – a solution for Greece and Europe“.

Im Élysée-Palast hat Krall seine Idee den wirtschaftspolitischen Beratern von Staatspräsident Nicolas Sarkozy präsentiert. Sie kam dem Düsseldorfer beim Joggen im Aaper Wald; sie könnte die Euro-Krise ganz wesentlich entschärfen. Im Bundeskanzleramt und im Bundesfinanzministerium, in der Europäischen Zentralbank und bei der EU-Kommission in Brüssel hat Krall in den vergangenen Wochen sein Konzept auch schon präsentiert. Immer ging es nur darum: Wie Griechenland sich entschulden kann, wie es anschließend auf ein milliardenschweres Investitionsprogramm zum Wiederaufbau hoffen kann, wie die Ratingagenturen dazu bewogen werden, griechischen Papieren wieder ein A-Rating zu verleihen, wie Europas Banken allmählich von ihrer lähmenden Angst vor einer Pleite Griechenlands befreit werden – und wie das alles die europäischen Steuerzahler, wenn überhaupt, nur einen Bruchteil dessen kostet, was jetzt die Griechenland-Hilfe vom Steuerzahler verlangt.

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