Trotz gestiegener Inflation: EZB lässt Zinsen unverändert

Trotz gestiegener Inflation: EZB lässt Zinsen unverändert

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EZB-Präsident Jean-Claude Trichet

Die Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten binden der Europäischen Zentralbank weiter die Hände: Trotz der deutlich gestiegenen Inflation ließen die Währungshüter bei ihrer ersten Sitzung im neuen Jahr den Leitzins für den Euro-Raum unverändert bei vier Prozent.

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet erklärte nach der Entscheidung heute in Frankfurt am Main, die Folgen der Unruhe an den Finanzmärkten für die Konjunktur seien nach wie vor nicht klar.

Nach dem Ausbruch der Krise im Sommer hatte die EZB auf weitere, an und für sich erwartete Zinserhöhungen verzichtet. Der Leitzins verharrt seit einem halben Jahr daher auf dem selben Niveau. Dem Beispiel der US-Notenbank und der britischen Zentralbank, die 2007 die Zinsen gesenkt hatten, waren die Europäischen Währungshüter allerdings nicht gefolgt.

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Der Grund: Die Inflation im Euro-Raum ist in den vergangenen Monaten beständig gestiegen und lag im Dezember mit 3,1 Prozent deutlich über dem von der EZB als Preisstabilität definierten Ziel von knapp zwei Prozent.

Trichet betonte denn auch, die EZB stehe bereit, um einer mittelfristig steigenden Inflation sowie Zweitrundeneffekten bei der Preisentwicklung unter anderem durch starke Lohnerhöhungen zu begegnen. Der EZB-Präsident appellierte an die Arbeitgeber und Gewerkschaften, sich bei den anstehenden Lohnverhandlungen ihrer Verantwortung bewusst zu sein.

Britische Notenbank ändert nichts

Auch wenn sich die EZB die Tür für Zinserhöhungen offen ließ, verwendete Trichet auch dieses Mal nicht den Begriff „Wachsamkeit“, mit dem er in der Regel auf eine baldige Straffung der geldpolitischen Zügel hinzudeuten pflegt. Zugleich wies der oberste europäische Währungshüter darauf hin, dass erste Daten eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums zum Jahresende im Vergleich zum dritten Quartal andeuteten.

Die Konjunkturaussichten für den Euro-Raum beurteilte der EZB-Präsident insgesamt aber zuversichtlich, man erwarte weiterhin ein nachhaltiges Wachstum. Die NordLB erklärte, die Sitzung des EZB-Rates sei ohne Überraschung verlaufen. Die Währungshüter ließen sich zwar die Tür für Zinsschritte offen. „Unserer Ansicht nach sieht es jedoch momentan nicht ernsthaft nach Zinssteigerungen aus.“

Auch die britische Notenbank ließ die Zinsen heute unverändert. Sie zeigte sich damit von Forderungen nach einer weiteren Lockerung der geldpolitischen Zügel wegen der Abschwächung der Konjunktur unbeeindruckt.

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