Trotz Schuldenkrise: Rumänien hält an Euro-Einführung fest

Trotz Schuldenkrise: Rumänien hält an Euro-Einführung fest

, aktualisiert 01. November 2011, 14:56 Uhr
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Rumänische und EU-Flaggen.

von dapd Quelle:Handelsblatt Online

Bis 2015 will Rumänien die europäische Gemeinschaftswährung einführen. Daran ändert auch das ewige Auf und Ab in der Schuldenkrise offenbar nichts. Sogar ein früherer Zeitpunkt sei denkbar.

BukarestUngeachtet der europäischen Schuldenkrise hält Rumänien offenbar am Ziel der Euro-Einführung bis 2015 fest. Premier Emil Boc und Nationalbankchef Mugur Isarescu bekräftigten diesen Plan bei einer Sitzung des sogenannten interministeriellen Komitees, das die Euro-Einführung vorbereiten soll, wie das Nachrichtenportal punkto.ro am Dienstag berichtete. Demnach war dem Beschluss eine eingehende Analyse der Lage in der Eurozone und der internationalen Wirtschaftsentwicklung vorangegangen. Die Einhaltung der Maastricht-Bestimmungen für einen Beitritt zur Währungsunion halte die rumänische Regierung für „machbar“.

Zentrale Konvergenzkriterien sind ein Staatsdefizit von maximal drei Prozent und eine Gesamtverschuldung von höchstens 60 Prozent. Im vergangenen Jahr lag die Schuldenlast Rumäniens nur bei knapp über 30 Prozent. Das Defizit erreichte 2010 jedoch 6,6 Prozent. Die rumänische Regierung hatte vergangene Woche allerdings einen Sparhaushalt lanciert, mit dem sie das Defizitkriterium bereits im kommenden Jahr erfüllen will. Wichtigste Mittel, um dieses Ziel zu erreichen, seien die Privatisierung gut wirtschaftender Gehälter von Staatsbediensteten sowie die Renten sollen eingefroren werden.

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Zuletzt hatte der Chefvolkswirt der Nationalbank, Valentin Lazea, die Regierung zu weiteren Sparmaßnahmen gedrängt. Selbst bei einem Wachstum von vier Prozent sei das Drei-Prozent-Ziel sonst nicht zu erreichen, sagte er. Experten prognostizieren derzeit ein Wachstum von zwei Prozent für 2012. Besser schätzt Lazea die Situation bei der Inflation ein, die laut Maastricht-Vertrag maximal 1,5 Prozent höher liegen darf als in den drei preisstabilsten Euro-Staaten. Zuletzt erreichte die Jahresinflationsrate in Rumänien mit 3,5 Prozent den niedrigsten Wert seit 1990.

Die Wirtschaft unterstützt den Regierungsplan zur schnellen Euro-Einführung. Der Vorsitzende des rumänischen Außenhandelsverbands, Mihai Ionescu, sprach sich nach der Sitzung des interministeriellen Komitees ebenfalls für das Zieldatum 2015 aus. Auch eine frühere Euro-Einführung sei denkbar, zitierte punkto.ro den Verbandschef. Die rumänischen Exporte seien zu mehr als zwei Dritteln eng mit der Eurozone verbunden. Ionescu verwies zudem auf den „Währungsstress“, von dem die rumänische Wirtschaft durch einen Beitritt zum Euro-Raum befreit würde.

Quelle:  Handelsblatt Online
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