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Trotz Sparzwang: Iren streiken so wenig wie nie zuvor

Quelle: Handelsblatt Online

Trotz rigiden Sparkurses sank die Zahl der Streiktage in Irland im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Statistik. Insgesamt gingen nur knapp 3700 Arbeitstage durch Ausstände verloren.

Offenbar ein seltener Anblick: Streikende Iren. Quelle: dapd
Offenbar ein seltener Anblick: Streikende Iren. Quelle: dapd

DublinAnders als in Griechenland führt der rigide Sparkurs in Irland nicht zu massiven Protesten der Arbeitnehmer. Im Gegenteil: Vergangenes Jahr sank die Zahl der Streiktage in Irland auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Statistik. Wie die Behörden in Dublin am Montag mitteilten, gingen der irischen Wirtschaft bei 1,8 Millionen Beschäftigten des Landes 2011 insgesamt nur knapp 3700 Arbeitstage durch Ausstände verloren. Das entspricht der Hälfte des Vorjahres und nur einem Bruchteil von 2009, als fast 330.000 Tage mit Arbeitsniederlegungen zu Buche schlugen. Den sozialen Frieden konnte die Regierung wohl durch eine Vereinbarung wahren, bei der Reformen ohne Job- oder Gehaltskürzungen im öffentlichen Dienst durchgesetzt werden.

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Die mächtigen Gewerkschaften der Staatsbediensteten hatten der Dubliner Regierung im März 2010 im Gegenzug zugesichert, mit längeren Arbeitszeiten und Sozialplänen zum Arbeitsplatzabbau die Reformen mitzutragen. Das klamme Irland ist für Finanzhilfen von der Europäischen Union (EU) und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zu tiefgreifenden Einschnitten wie Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen gezwungen. Dass es bisher dennoch nicht zu heftigem Widerstand der Bevölkerung gekommen ist, hat dem Land an den Finanzmärkten wieder zu mehr Vertrauen verholfen.

In Italien, Spanen und Portugal hat es dagegen in den vergangenen Monaten immer wieder Proteste gegeben - wenn auch deutlich zurückhaltender als zuletzt in Griechenland. Griechenland steht wegen des drakonischen Sparprogramms vor einer Zerreißprobe: Nach dem Parlamentsvotum für das umstrittene Sanierungspaket war es in der Nacht zum Montag zu schweren Krawallen gekommen. Zuvor schon hatten Generalstreiks das öffentliche Leben immer wieder stark behindert.

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