Trotz Trump-Rückzieher: Russland erwägt weiterhin Cyber-Zusammenarbeit

Trotz Trump-Rückzieher: Russland erwägt weiterhin Cyber-Zusammenarbeit

, aktualisiert 10. Juli 2017, 19:21 Uhr
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Putin habe mit dem US-Präsidenten nicht weniger als 40 Minuten über das Thema Cybersicherheit gesprochen, sagte die russische G20-Unterhändlerin.

Quelle:Handelsblatt Online

Eine Kooperation im Bereich der Cybersicherheit mit Russland? Angesichts der Untersuchungen in den USA kam dieser Vorschlag nicht gut an – Trump musste schnell zurückrudern. Doch Russland rückt von dem Plan nicht ab.

MoskauRussland legt Vorschläge für eine Zusammenarbeit mit den USA im Bereich Cybersicherheit trotz eines Rückziehers von US-Präsident Donald Trump noch nicht zu den Akten. Präsident Wladimir Putin und Trump hätten beim G20-Gipfel in Hamburg über die Möglichkeit gesprochen, eine russisch-amerikanische Gruppe zur Verbesserung der Sicherheit im Internet zu bilden, sagte Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow am Montag vor Journalisten in Moskau. Dabei seien keine gegenseitigen Versprechen gemacht worden. Positiv sei aber: „Sie haben ihre Bereitschaft erklärt, in diese Richtung zu arbeiten.“ Ob es die Gruppe geben werde, „wird die Zeit zeigen“.

Putin habe mit Trump in Hamburg nicht weniger als 40 Minuten über das Thema Cybersicherheit gesprochen, sagte die russische G20-Unterhändlerin Swetlana Lukasch. Dabei habe der russische Präsident die Gründung einer Arbeitsgruppe vorgeschlagen. „Das heißt nicht, dass sie ihre Arbeit sofort aufnehmen soll, also praktisch morgen.“ Trump sei zur Umsetzung einer solchen Initiative vielleicht auch noch nicht bereit. „Aber das bedeutet nicht, dass es zwischen den beiden Nationen in diesem Bereich keine Zusammenarbeit geben wird in einer Form, die beiden passt.“

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Trump hatte am Wochenende erklärt, er habe mit Putin über die Einrichtung einer gemeinsamen Einheit für Cybersicherheit gesprochen, um Vorkehrungen gegen Hackerangriffe bei Wahlen zu schaffen. Dafür erntete er umgehend scharfe Kritik auch aus Reihen der Republikaner, von denen viele Russland für nicht vertrauenswürdig halten. „Das ist nicht die dümmste Idee, die ich je gehört habe, aber es ist schon sehr nah dran“, sagte etwa Senator Lindsey Graham dem Sender NBC. Wenig später schrieb Trump auf Twitter, dass er mit Putin über eine solche Einheit gesprochen habe, bedeute nicht, dass er sie für möglich halte. Es werde dazu nicht kommen.

Die US-Geheimdienste sind überzeugt, dass Russland mit Hacker-Attacken versucht hat, den Präsidentschaftswahlkampf im vergangenen Jahr zugunsten Trumps zu beeinflussen. Hinzu kommt der Verdacht, dass es Absprachen zwischen Trumps Wahlkampfteam und Vertretern Russlands gegeben hat. Mehrere Kongressausschüsse sowie ein Sonderermittler prüfen dies. Die Regierung in Moskau weist die Vorwürfe zurück. Trump hat erklärt, es habe keine Absprachen gegeben. Die Affären belasten ihn seit Monaten, zumal er erklärt hat, sich um eine Wiederannäherung zur Regierung in Moskau zu bemühen.

Die Mutmaßungen darüber erhielten neue Nahrung durch einen Bericht der „New York Times“. Demnach traf sich Trumps Sohn Donald Jr. im Wahlkampf mit einer russischen Anwältin, nachdem diese kompromittierende Informationen über Trumps demokratische Gegenkandidatin Hillary Clinton in Aussicht gestellt haben soll. Die Frau soll Verbindungen zum Kreml gehabt haben. Trumps Sohn bestätigte das Treffen. Ihm sei gesagt worden, dass die Anwältin über „hilfreiche Informationen für die Kampagne“ verfüge. Dem sei aber nicht so gewesen. Sein Vater habe von dem Treffen nichts gewusst. Peskow sagte, die Anwältin sei dem Präsidialamt nicht bekannt.

Quelle:  Handelsblatt Online
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