Kushner suchte geheimen Draht nach Moskau

Trumps Schwiegersohn: Kushner suchte geheimen Draht nach Moskau

, aktualisiert 27. Mai 2017, 17:44 Uhr
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US-Präsident Donald Trump und sein Schwiegersohn Jared Kushner.

Der Schwiegersohn des US-Präsidenten Trump hatte anscheinend engere Kontakte zum Kreml als bisher bekannt. Er wollte einem Zeitungsbericht zufolge über diplomatische Einrichtungen direkt mit dem Kreml kommunizieren.

Der Trump-Schwiegersohn und US-Präsidentenberater Jared Kushner erwog einem Medienbericht zufolge die Einrichtung eines geheimen Kommunikationskanals mit dem Kreml. Der russische Botschafter in den USA, Sergej Kisljak, habe im Dezember an seine Vorgesetzten gemeldet, dass er darüber mit Kushner gesprochen habe, berichtete die „Washington Post“ am Freitag. Zu diesem Zeitpunkt war Donald Trump bereits gewählter Präsident und in der Übergangsphase zur Amtsübernahme.

Die Zeitung berief sich auf US-Regierungsmitarbeiter, die mit Geheimdienstinformationen über abgefangene Kommunikation nach Russland vertraut waren. Dem Bericht nach schlug Kushner Kisljak vor, für die geheime Kommunikation russische diplomatische Einrichtungen zu nutzen - anscheinend, um so die Überwachung zu erschweren. Der Botschafter soll darüber „verblüfft“ gewesen sein, schrieb die „Post“.

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Spitzenberater Trumps wollten am Samstag nicht zu den Berichten Stellung nehmen. Auf die wiederholte Bitte von Reportern am Rande des G7-Gipfels auf Sizilien um eine Stellungnahme sagte Trumps Wirtschaftsberater Gary Cohn: „Wir werden uns zu Jared nicht äußern.“ Der nationale Sicherheitsberater Herbert Raymond McMaster erklärte allgemein, die USA kommunizierten mit einer Reihe von Staaten über inoffizielle Kanäle. Dies erlaube es, „auf diskrete Art zu kommunizieren“, sagte McMaster.

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Im März hatte das Weiße Haus bestätigt, dass Kushner und der entlassene Nationale Sicherheitsberater Michael Flynn sich im Dezember im Trump Tower in New York mit Kisljak trafen.

In dieser Woche hatte die Nachrichtenagentur AP bereits von Vertretern der Vorgängerregierung unter Barack Obama erfahren, dass die Anzahl der Gespräche Flynns mit Kisljak bei Beratern Sorge auslösten. Diese hätten demnach die Möglichkeit diskutiert, ob Trump einen direkten Kommunikationskanal mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin einrichten wolle.

Schon am Donnerstag hatte die „Washington Post“ berichtet, dass das FBI seine Ermittlungen in der Russland-Affäre auf Kushner ausgeweitet habe. Dies bedeute aber nicht, dass er eines Verbrechens verdächtigt werde, hieß es.

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Kushners Anwältin Jamie Gorelick teilte mit, ihr Mandant habe bereits angeboten, dem US-Kongress Informationen über die Treffen zu geben. Falls er in diesem Zusammenhang nun kontaktiert werde, würde er dies wieder tun.

Flynn räumte im Februar seinen Posten als Sicherheitsberater, weil er Vize-Präsident Mike Pence über Gespräche mit dem russischen Botschafter in die Irre geführt hatte. Gegen Flynn wird wegen seiner Geschäftsverbindungen ins Ausland ermittelt. Im Januar wurde er vom FBI zu seinen Kontakten zu Kisljak befragt.

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