Trumps Twitter-Tiraden: Wenn Tweets für Firmen zum Risiko werden

Trumps Twitter-Tiraden: Wenn Tweets für Firmen zum Risiko werden

, aktualisiert 08. Dezember 2016, 21:01 Uhr
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Ob Air Force One oder Verlagerung von Jobs ins Ausland: Donald Trump verkündet seine Meinung dazu auf Twitter.

Quelle:Handelsblatt Online

Der künftige US-Präsident Donald Trump verkündet seine Meinung oft und gerne auf Twitter. Für US-Unternehmen können die Tweets eine Herausforderung darstellen. Das mussten Konzerne wie Boeing und Ford bereits erfahren.

New YorkMal launig, mal populistisch, mal angriffslustig: Der künftige US-Präsident Donald Trump nutzt auch nach seiner Wahl eifrig den Kurznachrichtendienst Twitter – und schreckt damit noch vor seinem Einzug ins Weiße Haus auch die Wirtschaft auf. Für die US-Unternehmen stellen die Tweets eine Herausforderung dar, das mussten Konzerne wie Boeing und Ford bereits erfahren.

Am Dienstagmorgen um 8.52 Uhr twittert Trump: „Boeing baut eine brandneue 747 Air Force One für künftige Präsidenten, aber die Kosten sind außer Kontrolle, mehr als vier Milliarden Dollar. Abbestellen!“ Beim US-Luftfahrtkonzern ist man perplex, erst Stunden später kommt ein dürres Statement. Was Trumps Aktion soll, bleibt nebulös - keiner weiß, wie er auf den Preis kommt. Zudem ist der Milliarden-Auftrag für die beiden neuen Präsidentenmaschinen laut Boeings Stellungnahme noch gar nicht erteilt worden.

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Aber der Tweet zeigt Wirkung, die Boeing-Aktie gerät zwischenzeitlich spürbar unter Druck, und die Medien überbieten sich mit Schlagzeilen. Trump profiliert sich als Hüter von Steuergeldern, der verhindern will, dass der Konzern sich auf Staatskosten bereichert. Doch warum geht er damit noch vor Amtsantritt völlig unvermittelt an die Öffentlichkeit? „Ich glaube, es ist ein Schuss vor den Bug“, sagt Finanzanalyst D.R. Barton dem Sender CNBC. Es gehe Trump wohl einfach darum, sich vor den großen Rüstungslieferanten zu positionieren.

Nicht zuletzt Boeing ist auf Trumps Handelspolitik angewiesen. Sein Hang zum Protektionismus könnte dem Flugzeugbauer Probleme bringen. Denn das Unternehmen ist auf Exporte angewiesen und hat starke Geschäftsinteressen in China – und Trump droht dem Land wegen angeblichem Währungsdumping mit Strafzöllen.


Auch Ford bekam die Auswirkungen von Trump-Tweets zu spüren

Die Twitter-Querschüsse stellen einen für US-Unternehmen bislang unbekannten Risikofaktor dar. Bevor Trump Boeing ins Visier nahm, hatte er bereits den Autohersteller Ford in Verlegenheit gebracht. Er brüstete sich damit, Ford vom Verbleib eines Werks in den USA überzeugt zu haben – beim Unternehmen war allerdings nie von einer geplanten Verlagerung die Rede gewesen.

Trump kommunizierte den angeblichen Erfolg prompt über Twitter, was angesichts der Zeichenbeschränkung nicht gerade zu Detailreichtum und Transparenz führte. Mitunter bleiben so wichtige Informationen auf der Strecke. Das zeigte sich zuletzt etwa an einer angeblichen Großinvestition aus Japan, die Trump an Land gezogen haben wollte.

„Masa (SoftBank) aus Japan hat zugestimmt, 50 Milliarden Dollar in Firmen in den USA zu investieren“, twitterte Trump am Dienstagnachmittag. „Masa“, das ist Masayoshi Son, Multimilliardär und Vorstandschef des japanischen Telekom- und Technologie-Konglomerats Softbank. Trump verkündete in einem zweiten Tweet, Son investiere nur in den USA, weil Trump die Wahl gewonnen habe. Durch das Investment sollen 50 000 neue Jobs entstehen. Mit dem reichen Geschäftsfreund aus Japan im Arm triumphiert Trump später noch vor Reportern in seinem New Yorker Wolkenkratzer Trump Tower.

Die Szene hatte nur einen Makel: Die Investitionsoffensive stammt laut Son aus einem bis zu 100 Milliarden Dollar schweren Fonds, der bereits im Oktober - also vor der Wahl - angekündigt worden war. Pikant: Softbank selbst will sich nur mit 25 Milliarden Dollar beteiligen, ein deutlich größerer Anteil von 45 Milliarden Dollar soll von einem Staatsfonds Saudi-Arabiens beigesteuert werden. Den Scheichs hatte Trump im Wahlkampf noch vorgeworfen, durch Spenden an seine Rivalin Hillary Clinton Einfluss in den USA kaufen zu wollen

Quelle:  Handelsblatt Online
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