Türkei-Krise: Vize-Premier Simsek bestreitet Ermittlungen gegen deutsche Firmen

Türkei-Krise: Vize-Premier Simsek bestreitet Ermittlungen gegen deutsche Firmen

, aktualisiert 21. Juli 2017, 16:55 Uhr
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„Deutsche Mitarbeiter, Aktionäre, Verbraucher und Lieferanten sollten keinen Anlass zur Sorge haben.“

von Ozan DemircanQuelle:Handelsblatt Online

Der türkische Vize-Premier Mehmet Simsek bestreitet Ermittlungen türkischer Behörden gegen deutsche Unternehmen. Im Gegenteil: Deutsche Mitarbeiter, Aktionäre, Verbraucher und Lieferanten hätten keinen Grund zur Sorge.

IstanbulIm Streit um mögliche Ermittlungen türkischer Behörden gegen deutsche Firmen, die Terrorgruppen unterstützen sollen, schaltet sich nun auch der Vize-Premier des Landes, Mehmet Simsek, ein. In einem Gespräch mit dem Handelsblatt bestritt das für die Wirtschaft zuständige Regierungsmitglied, dass es solche Untersuchungen gebe.

„Ich möchte der deutschen Wirtschaft versichern, dass deutsche Unternehmen keinen Untersuchungen zur Terrorismusfinanzierung durch türkische Behörden unterliegen“, sagte der stellvertretende türkische Ministerpräsident dem Handelsblatt am Freitag. Die jüngsten Presseberichte seien daher falsch, betonte Simsek. „Deutsche Mitarbeiter, Aktionäre, Verbraucher und Lieferanten sollten keinen Anlass zur Sorge haben.“ Deutsche und internationale Unternehmen seien in der Türkei willkommen.

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Bezogen auf die momentanen Bedingungen für Investoren erklärte Simsek: „Die Türkei ist nach wie vor verpflichtet, das Investitionsklima zu verbessern, die Rechtsstaatlichkeit zu stärken, die Standards der Demokratie zu verbessern und sich an die EU-Standards anzupassen.“

Nach Angaben deutscher Sicherheitsbehörden geht die türkische Regierung derzeit gegen deutsche Unternehmen und Einzelpersonen vor, denen sie die Unterstützung von Terrorismus vorwirft. Eine entsprechende Liste mit Firmennamen, die am Mittwoch bekanntgeworden war, fällt sogar noch umfangreicher als bisher angenommen. Demnach stehen auf der Liste nicht 68, sondern 681 deutsche Firmen. Dies erfuhr das Handelsblatt aus deutschen Regierungs- und Sicherheitskreisen.

Angesichts der diplomatischen Eiszeit zwischen Deutschland und der Türkei hat Präsident Tayyip Erdogan die Bundesregierung erneut heftig kritisiert. Deutschland müsse „sich zusammenreißen“, sagte der Staatschef am Freitag in einer Rede in Istanbul. So hätten Bemerkungen von SPD-Politikern wie Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries das Ziel, Unternehmen von Investitionen in seinem Land abzuhalten. Berichte über Ermittlungen gegen deutsche Firmen bezeichnete auch Erdogan als falsch. „Die Tür steht auch deutschen Investoren weit offen.“

Außenminister Sigmar Gabriel hatte am Donnerstag angekündigt, dass Deutschland die Türkeipolitik wegen der Verhaftung von Bundesbürgern neu ausrichten wird. So sollen Hermes-Bürgschaften für Türkei-Geschäfte überprüft werden. Zudem wurden Reise- und Sicherheitshinweise verschärft.

Auf die Verschärfungen angesprochen antwortete Simsek: „Wir begrüßen und freuen uns sehr über deutsche und internationale Investitionen in der Türkei. Viele deutsche Unternehmen tragen seit mehr als einem Jahrhundert zum Wohlstand der Türkei bei. Sie schaffen hochwertige Produkte und Beschäftigung.“

Deutsche seien darüber hinaus gute Geschäftspartner, ergänzte Simsek und fügte hinzu: „Unnötig zu sagen, dass wir hoffen, dass deutsche Unternehmen auch noch in Jahrhunderten starke Anteilnahme am türkischen Wirtschaftswachstum tragen. Deutschland ist der Verbündete der Türkei, ihr Freund und strategischer Partner.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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