Türkei nach dem Putsch: Ankara will 21.000 Privatlehrer feuern

Türkei nach dem Putsch: Ankara will 21.000 Privatlehrer feuern

, aktualisiert 20. Juli 2016, 14:57 Uhr
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Bundeskanzlerin Angela Merkel habe laut Regierungssprecher Steffen Seibert bereits in einem Telefonat mit dem türkischen Präsident am Montag ihre Besorgnis zum Ausdruck gebracht.

Quelle:Handelsblatt Online

Die türkische Regierung greift nach dem gescheiterten Putsch hart durch und hat Zehntausende Beamte entlassen. Nun will sie 21.000 weiteren Lehrern die Genehmigung entziehen. Die Bundesregierung zeigt sich besorgt.

Istanbul/BerlinNach dem gescheiterten Militärputsch will die türkische Regierung 21.000 Lehrer an Privatschulen die Genehmigung entziehen. Das berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Mittwoch. Ihnen werde vorgeworfen, Beziehungen zu dem in den USA lebenden Geistlichen Fetullah Gülen zu haben, den die Türkei als Drahtzieher des Putschversuchs ansieht. Der Kleriker hat alle Vorwürfe zurückgewiesen.

Die Regierung hatte in den vergangenen Tagen bereits Zehntausende Beamte entlassen, darunter 15.200 Lehrer von staatlichen Einrichtungen. Sie forderte zudem den Rücktritt von 1577 Universitäts-Dekanen und stoppte alle Auslandseinsätze für staatliche Akademiker. Zusätzlich wurden Tausende weiterer staatlicher Angestellter in verschiedenen Ämtern entlassen. Allen wird vorgeworfen, Gülen zu unterstützen.

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Die Festnahmen und Suspendierung von Zehntausenden Soldaten, Polizisten, Richtern und Lehrern in der Türkei alarmiert die Bundesregierung. Die Maßnahmen, die der türkische Staat seit dem Putschversuch am Wochenende ergriffen habe, seien „zutiefst besorgniserregend“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch. Bundeskanzlerin Angela Merkel habe bereits in einem Telefonat mit dem türkischen Präsident Recep Tayyip Erdogan am Montag ihre Besorgnis zum Ausdruck gebracht. „Es kommen täglich Maßnahmen hinzu, die einem Rechtsstaat widersprechen und das Gebot der Verhältnismäßigkeit außer acht lassen“, sagte Seibert.

Die Kanzlerin habe bereits in ihrer ersten Reaktion auf den Putsch gesagt, dass der Umgang mit den Verantwortlichen dem Rechtsstaat eine Möglichkeit biete, sich zu bewähren, sagte Seibert. Dem Putsch hätten sich die Menschen in der Türkei und alle im Parlament vertretenen Parteien entgegengestellt: „Diese Menschen verdienen es doch allesamt, dass ihnen der Rechtsstaat erhalten bleibt.“ Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes ergänzte, man könne erwarten, dass ein Land, das der EU beitreten wolle, sich an die europäischen Regeln und Normen halte.

Quelle:  Handelsblatt Online
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