Türkei: Regierung greift offenbar IS und Kurdenmiliz an

Türkei: Regierung greift offenbar IS und Kurdenmiliz an

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Die Türkei greift laut einem Bericht den IS und die Kurdenmiliz an.

Ankara verschärft seine Gangart. Ziele sind laut der staatlichen Nachrichtenagentur die Terrormiliz IS und kurdische Kämpfer im Grenzgebiet zu Syrien.

Nach dem blutigen Anschlag auf eine Hochzeitsgesellschaft greift die Türkei härter durch. Die Armee beschoss nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat und des syrischen Ablegers der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK im Grenzgebiet zu Syrien.

„Unsere Grenze muss vollständig von Daesh (IS) gesäubert werden“, sagte Außenminister Mevlüt Cavusoglu vor Journalisten in Ankara, zwei Tage nach dem Attentat im südosttürkischen Gaziantep. Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim erklärte laut Medienangaben nach einer Ministerratssitzung: „Wir können keinen kurdischen Korridor an unserer Südgrenze zulassen.“

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Die von den USA unterstützten kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) in der nordsyrischen Region Manbidsch wurden am Montag nach eigenen Angaben vom türkischem Militär bombardiert. Die Türkei habe Stellungen rund 20 Kilometer von der Grenze entfernt beschossen, sagte ein Sprecher der Kurden in der Region, Scherwan Darwish, der dpa.

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Gaziantep am Morgen nach dem Anschlag. Quelle: dpa

Der Vormarsch der YPG, des syrischen PKK-Ablegers, ist der Türkei ein Dorn im Auge. Erst kürzlich hatte die Regierung vor einem weiteren Vorrücken der Kurden in der Region gewarnt. Ein zusammenhängendes kurdisches Gebiet an der Grenze zur Türkei könnte auch die Unabhängigkeitsbestrebungen der Kurden in der Türkei befeuern, so die Befürchtung Ankaras.

Die Türkei machte erst den IS für das Attentat am Samstagabend verantwortlich, bei dem mindestens 54 Menschen getötet wurden. Unter den Opfern sind vor allem Kinder und Jugendliche. Der Sender CNN Türk berichtete, 29 der bereits identifizierten Toten seien unter 18 Jahre alt.

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Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu. Quelle: dpa

Die türkischen Behörden haben nach den Worten von Ministerpräsident Binali Yildirim noch keine gesicherten Erkenntnisse zu den genauen Urhebern des Anschlags auf eine kurdische Hochzeitsfeier in Gaziantep. "Wir sind nicht in der Lage, irgendetwas zum Attentäter zu bestätigen – ob er ein Kind oder ein Erwachsener war oder welche Organisation (dahinter steckt)", sagte Yildirim vor Journalisten in Ankara.

Der Regierungschef setzte sich damit von Präsident Recep Tayyip Edogan ab, der am Sonntag gesagt hatte, der Anschlag sei vermutlich von einem Kind im Akter zwischen zwölf und 14 Jahren verübt worden, und es gebe Indizien dafür, dass die Extremistenorganisation Islamischer Staat (IS) dafür verantwortlich sei.

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