Türkei-Streit: Merkels Deutschland hat „Hitler überholt“

Türkei-Streit: Merkels Deutschland hat „Hitler überholt“

, aktualisiert 25. Juli 2017, 13:03 Uhr
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Die Schlagzeile der Zeitung lautet „Schlimmer als Hitler“ - dazu ein Foto von Bundeskanzlerin Merkel mit Hakenkreuz.

Quelle:Handelsblatt Online

Der Streit zwischen der Türkei und Deutschland eskaliert weiter. Die Zeitung „Yeni Akit“ macht nun mit der Schlagzeile „Schlimmer als Hitler“ und einem Foto, welches die Kanzlerin mit Hakenkreuz zeigt, weiter Stimmung.

IstanbulRegierungsnahe türkische Medien machen weiter Stimmung gegen Deutschland. Die Schlagzeile der islamistischen Zeitung „Yeni Akit“ lautete am Dienstag: „Schlimmer als Hitler“. Dazu zeigte das Blatt ein Foto von Kanzlerin Angela Merkel mit Hakenkreuz und folgendem Text: „Bei der Unterdrückung und beim Hass hat Merkels Deutschland Hitler überholt.“ Die Zeitung schreibt, in Deutschland würden kranke Türken nicht behandelt, türkische Arbeiter würden entlassen, Wohnungen würden nicht mehr an Türken vermietet.

Die regierungsnahe Zeitung „Star“ befasste sich mit dem inhaftierten deutschen Menschenrechtstrainer Peter Steudtner, den das Blatt als „Chaos-Trainer Peter“ bezeichnete. Die Titelzeile lautete: „Das Konsulat hat uns beobachtet“. „Star“ berichtete unter Berufung auf Steudtners Aussage bei der Staatsanwaltschaft, das deutsche Generalkonsulat habe bei dem Seminar der Menschenrechtler durch den Einsatz eines Computerprogramms über jeden Schritt Bescheid gewusst. Das Blatt unterstellt den Menschenrechtlern, einen Aufstand geplant zu haben. Die Polizei hatte das Seminar am 5. Juli gestürmt.

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„Star“ nennt das Programm „Elepant“ beziehungsweise „Elephant“. Tatsächlich handelt es sich um die Krisenvorsorgeliste „Elefand“, in die sich Deutsche bei den Auslandsvertretungen freiwillig eintragen können und die mit Überwachung nichts zu tun hat. Ziel ist, dass die jeweilige Vertretung „in Krisen- und sonstigen Ausnahmesituationen mit Deutschen schnell Verbindung aufnehmen kann“, heißt es beim Auswärtigen Amt über die Liste.

Der Sprecher von Präsident Recep Tayyip Erdogan, Ibrahim Kalin, schrieb in einem Beitrag für die regierungsnahe Zeitung „Daily Sabah“: „Eine Beziehung zwischen der Türkei und Europa auf der Grundlage von Vertrauen, gemeinsamen Interessen, Gleichheit und Respekt ist möglich und notwendig. Türken, Deutsche und Europäer müssen hart daran arbeiten, irrationale Haltungen und unverantwortliche Politik zu vermeiden, die am Ende allen wehtut.“

Kalin fügte hinzu: „Es gibt für Deutsche und andere ausländische Staatsbürger keine Bedrohung, wenn sie die Türkei besuchen oder Geschäfte machen.“ Der Präsidenten-Sprecher kritisierte zugleich „die Besessenheit der deutschen Medien mit Erdogan“. Deren Berichte läsen sich nicht wie seriöse Kommentare, sondern „wie die abschweifenden Gedanken von Geistesgestörten“. Zielpublikum der englischsprachigen Zeitung „Daily Sabah“ sind Ausländer in der Türkei.

Quelle:  Handelsblatt Online
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