Türkische Soldaten: Erneuter Auslieferungsantrag in Griechenland

Türkische Soldaten: Erneuter Auslieferungsantrag in Griechenland

, aktualisiert 27. Januar 2017, 14:35 Uhr
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Türkische Soldaten (in Anzügen) werden von griechischen Polizisten in den höchsten griechischen Gerichtshof geleitet. Die acht türkischen Soldaten, die in Griechenland Asyl beantragt haben, dürfen nach einem Urteil des höchsten griechischen Gerichtshofes nicht an ihr Heimatland ausgeliefert werden.

Quelle:Handelsblatt Online

Am Donnerstag hat das Oberste Gericht in Athen eine Auslieferung von acht während des Putsches aus der Türkei geflohenen Soldaten abgelehnt. Nun hat Ankara einen neuen Anlauf gestartet.

AnkaraDie Türkei verlangt weiter die Auslieferung von acht während des Putsches geflohene Soldaten aus Griechenland. Das Justizministerium in Ankara habe einen neuen Antrag eingereicht, berichtete der Sender CNN Türk am Freitag. Das Oberste Gericht in Athen hatte am Vortag eine Auslieferung abgelehnt. Die Türkei reagierte empört und sprach von einem politisch motivierten Urteil.

Im Streit mit Griechenland über die Auslieferung von acht während des Putsches geflohene Soldaten hat die Türkei mit einem Ende des EU-Flüchtlingsabkommens gedroht. Es würden mehrere Schritte erwogen, sagte Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Freitag dem amtlichen Sender TRT Haber. Dazu gehöre „die Kündung des Rückführungsabkommens mit Griechenland“. Cavusoglu forderte ein neues Verfahren gegen die Männer, nachdem das Oberste Gericht in Athen eine Auslieferung am Donnerstag abgelehnt hatte. Eine EU-Sprecherin erklärte, man sei zuversichtlich, dass das Abkommen bestehen bleibe.

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Die Männer waren Mitte Juli mit ihrem Hubschrauber in Nordgriechenland gelandet und hatten um Asyl gebeten. Die Soldaten haben jede Beteiligung am gescheiterten Putsch gegen Präsident Recep Tayyip Erdogan zurückgewiesen. Sie hätten sich zur Flucht entschlossen, als die Polizei ihren Hubschrauber beschossen habe. Die Regierung in Ankara wirft ihnen Verrat vor. Das Abkommen der EU mit der Regierung in Ankara spielt eine wichtige Rolle bei der Begrenzung des Flüchtlingszustroms aus Nahost und Afrika.

Das Tauziehen um eine Auslieferung hat die Beziehungen der beiden Nachbarländer und Nato-Staaten zusätzlich belastet. Zwischen Ankara und Athen gibt es bereits bereits über die geteilte Mittelmeerinsel Zypern und über Grenzen in der Ägäis.

Quelle:  Handelsblatt Online
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