TV-Duell: Romney zeigt sich als friedlicher Staatsmann

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TV-Duell: Romney zeigt sich als friedlicher Staatsmann

von Angela Hennersdorf

US-Präsident Barack Obama wirft Mitt Romney eine rückwärtsgewandte außenpolitische Strategie vor. Der Republikaner sucht den Konflikt aber gar nicht in dieser letzten TV-Debatte vor der Wahl: Romneys Botschaft an die Welt lautet: Friede auf der Welt gibt’s nur mit einem starken Amerika.

Mit so wenig Widerstand hatte wohl selbst Präsident Obama nicht gerechnet. Immer wieder bestätigte Herausforderer Romney die bisherige Politik der US-Regierung im Ausland: Die Tötung Osama Bin Ladens sei richtig gewesen, der Drohnen-Krieg sei wichtig, und die Kriege in Irak und Afghanistan zu beenden sei ebenso genau das, was auch er als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika machen würde.

Die Wege von Mitt Romney

  • 12. März 1947

    Willard Mitt Romney wird in Detroit als jüngstes von vier Kindern einer ehemaligen Schauspielerin und eines Konzernmanagers geboren. Der Vater wird in den sechziger Jahren Gouverneur von Michigan

  • 1969

    Der gläubige Mormone heiratet Ann Davis, das Paar zieht fünf Söhne groß

  • 1975

    Romney startet seine Karriere als Unternehmensberater und Firmensanierer

  • 1994

    Erster, erfolgloser Versuch, Gouverneur in Massachusetts zu werden

  • 1999

    Der Multimillionär übernimmt den Vorsitz des skandalgeschüttelten Organisationskomitees der Winterspiele von Salt Lake City, die Spiele werden ein Erfolg

  • 2003–2007

    Gouverneur von Massachusetts

  • Februar 2007

    Romney unterliegt im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur dem Republikaner John McCain

  • April 2011

    Romney kündigt an, sich erneut um die Präsidentschaftskandidatur in seiner Partei zu bewerben

Nur würde er, Romney, es natürlich besser machen als Obama: er würde einen richtigen Plan ausarbeiten, den Druck auf den Iran ausbauen, die Sanktionen verstärken, damit das Land endlich seine Nuklearpläne aufgibt. Diesen Mullahs müsse Amerika zeigen, wo es lang ginge, nur reden helfe da nicht weiter. Eine militärische Aktion wäre allerdings das letzte Mittel, sagte Romney.

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China würde er ebenfalls in die Schranken weisen. Schließlich sei Amerika „the greatest nation on earth“. Amerika müsse international wieder eine führende, starke Rolle spielen, die Freiheit international verteidigen , mit einem starken Militär – genau damit wäre Obama in den vergangenen vier Jahren offensichtlich gescheitert.

Obamas Parteitagsrede

  • Schicksalswahl

    „...wenn alles gesagt und getan ist - wenn Ihr diesen Wahlzettel ...in die Hand nehmt -, dann werdet Ihr es mit der klarsten Wahl...seit Generationen zu tun haben. In den nächsten Jahren werden große Entscheidungen in Washington getroffen werden, über Jobs und die Wirtschaft, Steuern und Defizite, Energie und Bildung, Krieg und Frieden - Entscheidungen, die auf Jahrzehnte hinaus große Auswirkungen auf unser Leben und das Leben unserer Kinder haben werden.“

  • Schicksalswahl II

    „Es wird eine Wahl zwischen zwei verschiedenen Wegen für Amerika sein...Eine Wahl zwischen zwei fundamental verschiedenen Visionen für die Zukunft.“

    „Aber Du musst das wissen, Amerika: Unsere Probleme können gelöst werden. Unsere Herausforderungen können bewältigt werden. Der Weg, den wir bieten, mag härter sein, aber er führt zu einem besseren Ort. Und ich bitte Euch, diese Zukunft zu wählen...“

  • Über die Republikaner

    Unsere Freunde auf dem republikanischen Parteitag waren mehr als glücklich, über alles zu sprechen, das nach ihrer Ansicht falsch läuft mit Amerika. Aber sie haben nicht viel darüber zu sagen gehabt, wie sie es richtig machen würden. Sie wollen Eure Stimme haben, aber sie wollen nicht, dass Ihr ihren Plan kennt. Und das liegt daran, dass alles, was sie zu bieten haben, das gleiche Rezept ist, das sie in den vergangenen 30 Jahren gehabt haben.“

  • Appell an die Geduld

    „Ich will nicht so tun, als ob der Weg, den ich anbiete, schnell oder leicht ist. Das habe ich nie getan. Ihr habt mich nicht gewählt, damit ich Euch sage, was Ihr hören wolltet. Ihr habt mich gewählt, damit ich Euch die Wahrheit sage. Und die Wahrheit ist, es wird für uns mehr als einige wenige Jahre dauern, um die Herausforderungen zu bewältigen, die sich über Jahrzehnte hinweg aufgebaut haben.“

  • Appell an die Geduld II

    „Wenn Du an ein Land glaubst, in dem jeder eine faire Chance erhält, und jeder seinen fairen Beitrag leistet, und jeder sich an dieselben Regeln hält, dann brauche ich diesen November Deine Stimme...Ja, unsere Straße ist länger - aber wir reisen gemeinsam auf ihr. Wir kehren nicht um. Wir lassen niemanden zurück. Wie ziehen einander hoch. Wir gewinnen Stärke aus unseren Siegen, und wir lernen aus unseren Fehlern. Aber wir behalten unsere Augen auf jenen fernen Horizont gerichtet...in dem Wissen, dass wir wirklich gesegnet sind, Bürger der größten Nation auf der Erde zu sein. “

  • Außenpolitik

    „In einer Welt neuer Bedrohungen und neuer Herausforderungen könnt Ihr eine Führung wählen, die geprüft worden ist und sich bewährt hat....Aber trotz aller Fortschritte, die wir erzielt haben, bleiben Herausforderungen...Mein Kontrahent und sein Vizekandidat sind Neulinge in der Außenpolitik...sie wollen uns in eine Ära des Getöses und der Schnitzer zurückbringen, die Amerika bereits so viel gekostet haben.“

  • Selbstkritik

    „Ich bin nicht länger nur ein Kandidat. Ich bin der Präsident...Und während ich stolz auf das bin, was wir gemeinsam erreicht haben, bin ich mir weitaus stärker meiner eigenen Fehler bewusst...Aber ich habe nie größere Hoffnungen für Amerika gehabt. Nicht, weil ich glaube, dass ich alle Antworten habe...Ich bin hoffnungsvoll wegen Euch.“

In dieser dritten und letzten TV-Debatte zwischen Präsident Obama und seinem Herausforderer Romney in Boca Raton im US-Bundesstaat Florida versuchte Romney vor allem drei Dinge: sich erstens keinen auslandspolitischen Patzer zu erlauben, zweitens weniger aggressiv aufzutreten als beim letzten Schlagabtausch mit Obama und drittens immer wieder schön auf das Thema Innenpolitik kommen – und genau das ist dem Republikaner auch gelungen.

Gleich beim ersten Thema Libyen war keine Spur von dem aggressiven Romney von vor einer Woche zu sehen als er in der Debatte mit Obama die US-Informationspolitik in Bezug auf den Terroranschlag auf das Konsulat in Bengasi scharf kritisierte. Er wolle die Opposition dort mit Waffen versorgen, aber in den Konflikt eingreifen sollte Amerika nicht. Verwundert musste Obama sich anhören, Russland sei ein wichtiger Verbündeter – dabei hatte Romney in den vergangenen Debatten das Land immer wieder als gefährlichsten Gegner Amerikas bezeichnet.

Obama greift Romney gleicht zu Beginn der Debatte aggressiv an. „Jedes Mal, wenn Sie eine Meinung zu etwas vorlegen, liegen sie falsch“, warf er Romney vor. Romney blieb kühl und ließ die Kritik an sich abperlen: „Angriffe gegen mich sind keine Agenda im Umgang mit einer gefährlichen Welt.“

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